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Saga of the Nine Worlds: Die vier Hirsche

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Herausgeber: BigFish Games
Entwickler: Eipix

Download (Sammler): BigFish Games.de

Autor: Andreas
Datum: 18.04.2018


Wimmelbild-Abenteuer akzeptabler Länge mit wenigen Schwächen
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Die vier Hirsche, die die Weltesche Yggdrasil beschützen, sind in verschiedene der im Titel angesprochenen neun Welten entführt worden. Nur, wenn es gelingt, sie sicher zurück zu bringen, kann eine Verschmelzung der neun Welten mit nachfolgendem Chaos vermieden werden.
Wir spielen als Schildmaid in Diensten von Odin, haben aber in drei der vier Hauptkapitel in die Rollen weiterer Mitstreiter zu schlüpfen.

Zunächst muss aus einem von vier Spielmodi gewählt werden, der vierte ist weitgehend frei konfigurierbar. Leider können auch hier wieder die Banner mit der Mitteilung neuer oder erledigter Aufgaben nicht abgewählt werden.

Zu Beginn haben wir ein erstes Kapitel, das als Prolog dient, zu überstehen. Eipix legt hier einen ganz schwachen Start hin. Es beginnt schon mit der Person von Odin, die man sich als Schafhirte oder maximal als Druide vorstellen kann, aber niemals als den höchsten Gott der nordischen Sagenwelt. Dass er derart machtlos zu sein scheint, auf Gehilfen zurück greifen zu müssen, die noch nicht einmal ihre eigenen Hilfsmittel selbst besorgen können, ist schon starker Tobak.

Danach allerdings wird es zusehends besser: Die Geschichte wird weitgehend zügig voran getrieben mit der einen oder anderen Einlage, die vom üblichen erfreulich abweicht. Allerdings kommt zum Teil leichte Verwirrung auf, speziell in den letzten beiden Kapiteln hatte ich hier und da keine Ahnung, welche Figuren da eigentlich welche Rolle spielen. Hilfreich wäre es gewesen, zum Beispiel Zwerge auch zwergenhaft darzustellen. Die Körpergröße wäre ein guter Anfang gewesen.
Dass das Lieblingsspielzeug der aktuellen Entwicklerszene, nämlich Runen, pausenlos zum Einsatz kommt, ist zwar ermüdend, passt aber hier in der nordischen Umgebung wenigstens. Nach durchaus annehmbarer Spielzeit wird ein befriedigendes Ende erreicht.

Die Grafik ist meist gelungen, mit der Einschränkung, dass immer mal wieder wesentliche Details kaum zu identifizieren sind. Wer den kontextsensitiven Mauszeiger abgewählt hat, wird da wenig zu lachen haben.

Die Wimmelbilder sind überwiegend deutlich über dem Durchschnitt. Recht häufig muss man tatsächlich suchen. Einige sind mehrstufig aufgebaut. Anspruchsvoll sind besonders solche, bei denen Details in Mustern zu suchen sind.

Die Minispiele bieten einiges an kleinen Neuerungen. Neben langweiligen (etwa durch Versuch und Irrtum richtige Reihenfolgen zu ermitteln oder Symbole suchen) kommen endlich wieder einmal logische Rätsel vor, ein wenig rechnen ist angesagt, Strategie wird gefordert. Ein besonders gelungenes stellt eine Kombination des bekannten Problems dar, Gitterstäbe in der richtigen Reihenfolge zu entfernen mit dem ebenfalls bekannten Balken-Schieben-Rätsel. Ebenfalls positiv fallen zumindest zwei Varianten auf, bei denen wichtige Informationen in der umgebenden Szene liegen. Es sollte für jeden etwas dabei sein. Alle können übersprungen und auch neu gestartet werden.

Als Hilfsmittel stehen ein gut arbeitender Tipp und eine Karte mit Sprungfunktion zur Verfügung. Die Karte hätte für meinen Geschmack übersichtlicher gestaltet werden können erfüllt aber ihren Zweck. Es gibt außerdem ein Tagebuch, in dem aber unverständlicher Weise nur der Fortgang der Geschichte festgehalten wird, nicht aber unterwegs gefundene wichtige Informationen. Dadurch wird es komplett entbehrlich.

Der Abenteuerteil ist für Eipix-Verhältnisse erfrischend. Nicht nur, dass wir weder Leitern noch kaputte Reißverschlüsse reparieren müssen, auch sonst halten sich die tausendfach gesehenen Standards in Grenzen. Stattdessen muss gelegentlich ein wenig um die Ecke gedacht werden, wodurch wir näher bei Adventures landen, ohne dass der Charakter eines Casual Games dabei verloren geht. Einwände hinsichtlich der Logik können diesmal unterbleiben. Nicht ganz so erfreulich ist es dagegen, dass wir doch recht viel hin und her zu wandern haben.

Kritisch bemerkt werden muss, dass die deutsche Fassung wieder etliche Fehler enthält, sowohl hinsichtlich Rechtschreibung als auch bezüglich falscher oder gar fehlender Übersetzung einzelner Wörter.

Die Sammlerausgabe ist durchaus reichlich bestückt im Vergleich zu vielen Konkurrenzprodukten. Neben dem üblichen gibt es diesmal häufig sehr gut versteckte Sammelobjekte zu suchen, in den Wimmelbildern zusätzlich Chamäleonobjekte. Einige Wimmelbilder und Minispiele können nach gespielt werden. Nicht uninteressant ist es auch, die Personen in die Rolle der von ihnen dargestellten Charaktere beobachten zu können. Wir können also nicht rundweg vom Erwerb abraten.

Fazit:
Eipix zeigt hier, dass sie es dann doch können, wenn sie denn wollen. Kleine Einschränkungen verhindern die maximale Wertung, ein empfehlenswertes Spiel liegt dennoch allemal vor.