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Sable Maze: Gefährliches Wissen


tassentassentassen
Herausgeber: BigFish Games
Entwickler: Daily Magic

Download (Sammler): BigFish Games.de

Autor: Andreas
Datum: 24.01.2017


Starke Idee, lieblos umgesetzt, viele Minispiele und unterhaltsame Wimmelbilder
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Eine Anzahl von Büchern großer Macht wurde in einer Bibliothek versteckt. Du wirst beauftragt sie zu finden, musst aber fest stellen, dass wieder einmal jemand damit nur ein privates Imperium aufbauen möchte. Die Bücher sind jedes für ein bestimmtes populäres Genre zuständig: Fantasy, Horror, Abenteuer, Krimi. Daraus hätte man ein schönes Spiel mit abwechslungsreicher Geschichte machen können. Wenn man sich denn Mühe gegeben hätte.

Die Probleme starten gleich zu Anfang: Du wirst zu einem Anwesen gerufen, dort dringend erwartet. Also warum kannst du nicht – sagen wir mal – klingeln, sondern musst umständlich eine Zugangskarte herstellen, um die Sperren zu überwinden? Und im weiteren werden wir leider keineswegs mit interessanten Aufgaben versorgt, sondern müssen wieder einmal dasselbe tun, was zumindest erfahrene Spieler unzählige Male erledigt haben, Einfallslosigkeit auf ganzer Linie. Besonders deutlich wird das bei den Inventarobjekten. Es wimmelt schon wieder von Fragmenten und Emblemen (gern auch Emblemfragmenten), die für gewöhnlich nur die Rolle von Schlüsseln spielen, mit denen man weitere Dinge derselben Art erhält.

Die Grafik ist vorzüglich, abgesehen von den Einblendungen von Personen. Diese werden schmucklos einfach nur gezeigt. Ganz schlimm wird es mehrfach, wenn die Lippenbewegungen absolut asynchron zum gesprochenen Text sind.

Es gibt eine ganze Reihe von Wimmelbildern und Suchbildern. Letztere sind kleine Wimmelbilder im Fenster. Die Wimmelbilder selbst sind durchaus ansehnlich und enthalten diverse Interaktionen, auch kleine Rätsel. Sie werden fast sämtlich zweimal aufgesucht, dann in unterschiedlichen Ausführungen. Zu bemängeln ist hier eine unschöne Entscheidung: Mehrmals müssen in Sätzen erwähnte Begriffe gefunden werden. Diese sind in anderer Farbe und in anderer Schriftart dargestellt. Diese nun ist von einer Art, dass nicht viel an Unlesbarkeit fehlt.

Die Minispiele sind sehr zahlreich. Sie variieren bezüglich des Niveaus von kinderleicht bis mittelschwer, einige wenige erfordern auch durchaus Geduld bzw. Einsatz der grauen Zellen. Die Anleitungen allerdings sind gelegentlich weniger gut gelungen, teils missverständlich, teils ungenau. Ebenfalls unerfreulich ist es, dass nicht alle Minispiele zurück gesetzt werden können, vor allem nicht die im ersten Kapitel.

Ein Wort zur deutschen Fassung: Die deutschen Begriffe können häufig gar nicht gefallen. Mal ehrlich: Wer redet schon von Exterieur und Interieur, wenn Innenbereich und Außenbereich einer Villa unterschieden werden sollen?
Ebenfalls können die Bezeichnungen einiger Bücher/Orte nicht überzeugen. Es gibt die Gattung Fantasy, wozu das übersetzen zu Fantasie? Ähnlich bei Mystery: Das hat wenig mit mysteriös zu tun, vielmehr handelt es sich ganz einfach um Krimis, wie auch aus dem Bezug zu Sherlock Holmes deutlich wird.
Und an einer Stelle wird es vollends absurd: Ein Zeitungsausschnitt wird als Zange bezeichnet. Offenbar hatte der arme Übersetzer weder das Spiel zur Verfügung, noch Lust, für kargen Lohn Sorgfalt zu investieren. Im Original heißt der Gegenstand clipping, und mit clippers wird auch eine Kneifzange bezeichnet.

In der Sammlerausgabe werden als Chamäleonobjekte gebaute Puzzleteile gesucht. Diese können in den Extras als Legepuzzles bearbeitet werden. Das Bonus-Kapitel ist kurz und einfallslos, Minispiele und Wimmelbilder können nicht nach gespielt werden. Das Angebot rechtfertigt den Kauf also nicht.

Fazit: Wir haben hier ein im Abenteuerteil schlichtes Spiel durchschnittlicher Länge mit einigen Schwachstellen. Deutlich besser sind die Wimmelbilder und die Minispiele, was insgesamt zu einer mittleren Wertung führt.