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Sable Maze: Schatten der Albträume


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Herausgeber: BigFish Games
Entwickler: Daily Magic

Download (normal): BigFish Games.de
Download (Sammler): BigFish Games.de

Autor: Andreas
Datum: 26.01.2018


Wimmelbild-Abenteuer akzeptabler Länge, minispiellastig, mit guten Wimmelbildern
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Wir spielen als ein Mann, der im Schlaf von einem Netz voller Albträume gefangen ist. Nach und nach haben wir diese Albträume zu entwirren, um schlussendlich wieder erwachen zu können.

Das positive an der Geschichte ist zunächst einmal die Tatsache, dass wir endlich einmal nicht die Welt retten müssen, sondern diesmal nur uns selbst. Dabei gibt es hinsichtlich der Albträume keine großen Überraschungen, die Ursache erschließt sich uns ziemlich schnell. Diesbezüglich hält sich die Spannung also in Grenzen, das Augenmerk liegt eher auf der Bewältigung der Aufgaben, also der Überwindung der sechs Albträume, mit denen wir es zu tun bekommen.

Dies wird recht schlüssig vorgetragen und wird zumindest nicht ausgebildete Psychologen überzeugen. Allerdings ist das Tempo, in dem wir voran kommen, ein geringes. Dies wird zum einen dadurch hervorgerufen, dass wieder einmal eine Unmenge von Videoschnipseln vorkommt (die immerhin auch übersprungen werden können). Zum anderen zeichnet sich das Spiel auf der technischen Seite durch eine gewisse Trägheit aus, etwa durch eher widerwillig zu Ende gehende Wimmelbilder. Ein weiterer Punkt hier wird unten bei den Minispielen berichtet. Natürlich wird das viele nicht stören, es ist auch eher nebensächlich. Die Länge ist im akzeptablen Bereich für heutige Maßstäbe.

Die Grafik ist gelungen mit scharf gezeichneten Szenen.

Es gibt eine ganze Reihe von Wimmelbildern, die teilweise zweimal besucht werden, dann mit unterschiedlicher Aufmachung. Neben den klassischen Suchlisten kommen kommen solche mit Silhouetten vor und ebenfalls solche mit Fragmentsuche. Einige verfahren nach dem Prinzip Finden und Einsetzen, Interaktionen enthalten die meisten. In der Regel sind die Wimmelbilder nicht zu einfach, dabei aber fair, weil die Szenen keine Müllhalden darstellen, alles ist hell und klar genug gezeichnet.

Bei den Minispielen fällt zunächst die große Anzahl auf: Es gibt davon an die 40 Stück. Einige davon bieten zwei Versionen an: einfach und schwer. Die schwere Variante ist gelegentlich nur eine aufgeblähte Version der leichten, wenn wir etwa mit einer Lupe statt nur 5 Scherben deren 10 zu suchen haben, die genauso wenig übersehen werden können. Andere wiederum bieten in der Tat einen höheren Schwierigkeitsgrad. Ein Beispiel hierfür ist das Problem, Spielsteine auf ihre passenden Plätze zu schieben, wozu strategisches Vorgehen erforderlich ist. Hier ist die schwere Version auch wirklich schwerer. Für mich positiv ist die Tatsache, dass Logikrätsel vorkommen, die oft leider vernachlässigt werden. Der Schwierigkeitsgrad der Minispiele reicht von sehr leicht, wenn etwa nur ein eingeblendeter Code eingestellt werden muss, über mittelschwer hin zu wirklich happig. Ein Minispiel ist so nah an unfair wie es nur geht: Hier müssen Bildkacheln umsortiert werden, bis ein zusammen hängendes Gesamtbild erzeugt wird, eigentlich ein Standard. Aber es ist immer nur eine Hälfte sichtbar, so dass völlig unklar ist, wie das Endbild aussehen soll.
Wer Minispiele nicht so recht mag, wird angesichts der schieren Menge Probleme bekommen. Und Stichwort Problem: Erneut durch die große Anzahl wird der Spielfluss doch deutlich gebremst. Besonders deutlich wird das, wenn ein Minispiel unvermittelt auftaucht und uns am Weitergehen hindert, nachdem schon zuvor durch ein anderes eigentlich der Weg frei gemacht wurde. Alle Minispiele lassen sich zurück setzen und auch überspringen. Ein deutlicher Schönheitsfehler sind zwei Aufgaben, die wie ein Minispiel aussehen, aber offiziell keins sind, also weder neu gestartet noch übersprungen werden können.

An Hilfen werden standardmäßig eine Karte mit Transportfunktion und ein zuverlässig arbeitender Tipp zur Verfügung gestellt.

Im Abenteuerteil haben wir eine Menge von bekannten Aufgaben zu lösen (leider erhebt schon wieder der kaputte Reißverschluss sein hässliches Haupt), aber es kommen durchaus auch weniger oft gesehene Abwandlungen vor. Zum Beispiel haben wir eine CD oder auch eine Magnetkarte auf unkonventionelle Weise zu verwenden. Weniger erfreulich sind die viel zu vielen zunächst kaputten Objekte und die Unmenge an Fragmenten, anscheinend wird das für unverzichtbar gehalten heutzutage.

Die Sammlerausgabe ist spartanisch ausgestattet. Neben dem üblichen Beiwerk gibt es Sammelobjekte, nämlich Albtraum-Schatten und nicht zu übersehende Bilder zu finden. Weder Wimmelbilder noch Minispiele können nach gespielt werden. Der annähernd doppelte Preis wird dadurch nicht gerechtfertigt.

Fazit:
Es liegt hier ein trotz teilweiser Bremsen flüssig zu spielendes unterhaltsames Wimmelbild-Abenteuer vor mit guten Wimmelbildern und sehr vielen Minispielen. Etwas Feinschliff bei den Minispielen, weniger Fragmente und übrigens auch an der einen oder anderen Stelle eine genauere Übersetzung bei der deutschen fassung hätten dem Spiel dennoch gut getan. Vom Erwerb der Sammlerausgabe raten wir ab.