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Royal Detective: Königin der Schatten

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Herausgeber: BigFish Games
Entwickler: Elephant Games

Download (Normal): BigFish Games.de
Download (Sammler): BigFish Games.de

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Autor: Claudia K.
Datum: 05.05.2014
Deutsch (Sammler): 24.07.2014


Princess hat versucht, vergangene Fehler wieder gut zu machen und nun nach langer Suche ihre Mutter wieder gefunden. Doch vor ihren Augen wird sie ihr von einer Bande bösartiger Bäume entrissen. Sie benötigt deine Hilfe, später wirst du ihr selbst auch noch helfen. Dass du all das zunächst nur verstehst, wenn du Royal Detective: Herr der Statuen, Teil 1 dieser Serie, gespielt (und noch in guter Erinnerung) hast, scheint den Entwickler nicht weiter zu stören.

Im weiteren Verlauf wird durch Geschichtsteile einiges geklärt, aber bei Spielern, die eben den ersten Teil nicht kennen, werden sich wohl einige Fragezeichen bis zum Ende hin nicht lösen lassen. Dies gilt natürlich nur für Spieler, für die ein Spiel als Gesamtpaket zählt: Wer sich nur auf das Spiel an sich konzentriert und die Geschichtsstränge nicht weiter beachtet, wird in seinem Spiel nicht weiter beeinträchtigt. Vorkenntnisse sind für den reinen Ablauf nicht nötig.

Grafisch gesehen erwarten uns wie immer die "fast perfekten" Grafiken von Elephant Games; eine Qualität, die man allerdings auch erwarten darf, wenn Bilder eben nicht selbst gemalt sind. Trotzdem benötigt natürlich auch dies eine Menge Kreativität und Können und dies führt dazu, dass der geneigte Spieler Royal Detective: Queen auf Shadows zumindest in der Hinsicht genießen kann. Zwar sind die Bilder nicht übermäßig phantasievoll, Bäume und Statuen "leben" zwar teilweise, sind aber nicht wirklich lebendig; schön anzusehen ist das Gesamtbild aber alle Male. Allerdings ist Princess extrem schlecht gewählt. Das Gesicht eines ca. 9jährigen Mädchens, die seit fünf Jahren auf der Suche nach der Mutter ist, mit einer "bewegten" Vergangenheit und der Stimme einer Mittzwanzigjährigen passt einfach vorn und hinten nicht. Die Mutter selbst wirkt auf den ersten Blick wie eine rachsüchtige Hexe und macht erst im weiteren Verlauf einer weicheren Version ihrer selbst Platz. Mundbewegungen während Gesprächen mit Protagonisten gibt es nicht. Die häufige Animationen von Helfershelfern und Gegenspieler verzögern das Spiel und wirken oft aufgesetzt.

Das Spiel beginnt, wie üblich, mit der Wahl eines Spielmodus, der jederzeit über die Optionen änderbar ist. Die Unterschiede beziehen sich auf Aufladezeiten und Glitzern, das Hilfsmittel Karte ist von der Modiwahl nicht betroffen. Und das sicherlich auch gutem Grunde. Die Karte zeigt nicht nur an, wo du bist und wo es aktuell etwas zu tun gibt, sie bringt dich per Klick auch an den gewünschten Ort. Eine wahre Wohltat, da du die 18 Orte des Geschehens alle mehrfach besuchen musst, manchmal auch nur um eine Seele oder ein Irrlicht einzufangen. Und da die Logik von Beginn an nicht immer an vorderster Stelle ist, hilft dann auch die "hier gibt es etwas zu tun" Anzeige. Natürlich kann man dafür auch den Tipp benutzen, für den ich spätestens dann dankbar war, als er mir nachdrücklich vermittelte, dass ich Blätter in einem Holzboot mit einem brennenden Dolch vernichten sollte. Eingedenk der Umständlichkeit vieler Spielhelden hatte ich bis dahin nach Bürste, Besen oder Harke gesucht. Die zarten Hände können ja in Spielen selten für die Beseitigung solch garstiger, schwer zu beseitigenden Dinge wie Laub benutzt werden. Auf den Gedanken, Blätter auf Holz zu verbrennen kommt man selbst halt nicht so leicht, wenn man weiß, dass man das Boot noch benutzen möchte/soll.

Wimmelbilder gibt es zwar einige, allerdings nicht allzu viele und die meisten Spieler werden bereits nach dem ersten dafür Dankbarkeit verspüren. Langweilige Wortsuchlisten in überfüllten (aber nicht chaotischen Szenen), die dir die sinnbefreite Suche nach Objekten auferlegt, obwohl du eigentlich siehst, was du brauchst. Die maximal zwei Interaktionen belaufen sich meist auf einen zusätzlichen Klick. Natürlich waren "früher" alle Wimmelbilder so, natürlich gibt es Liebhaber dieser Spielart und natürlich sind diese Art von Wimmelbildszenen auch in den heutigen Spielen nicht "unangebracht". Wir reden aber von Elephant Games. Wir reden von einem modernen Spiel. Und dem würde zumindest ein wenig Abwechslung und Einfallsreichtum nicht schlecht tun. Royal Detective: Königin der Schatten hätte es definitiv gut getan.

Letzteres gilt auch für die Atmosphäre. Zwar versucht man mit Todesfällen von lebenden Statuen, pseudodramatischen Geschichtsentwicklungen und der Mutter-Tochter-Beziehung Spannung und Atmosphäre zu erzeugen, scheitert dabei allerdings an der langweiligen Grundgeschichte, den oft unlogischen Vorgängen und dem immer wiederkehrenden Hin- und Hergelaufe.

Das Finale nach ca. 3 bis 3,5 Stunden erscheint tragisch, Normalversions-Spieler sei aber gesagt, dass die Sammleredition eine ca. 30-minütige Fortsetzung des Hauptspieles ist und sich jenes Ende dann alle Türen für Teil 3 der Serie offenlässt. Das Bonusspiel ist eher noch schlechter als das Hauptspiel und besteht in der Hauptsache aus Hin- und Herlauferei. Die 18 Drachen, die während des Hauptspieles gesammelt werden konnten (mal als veränderliches Objekt, mal als aus dem Nichts auftauchend) haben mit dem Spiel nicht das Geringste zu tun und werden nur für eine Auszeichnung benutzt. Ansonsten gibt es neben Konzeptkunst, Bildschirmschonern, Hintergründen und Musik keine Extras.

Am Ende einer Nachlese verweisen wir oft auf die Probestunde, die einen mehr oder minder guten Eindruck des Gesamtspieles vermittelt. Was die Minispiele bzw. Puzzles im vorliegenden Spiel angeht, kann man dies hier nicht sagen. Das erste, gleich dreiteilige, Minispiel kann nur simpel bezeichnet werden, einige andere im Verlauf des Spieles ebenso. Doch dessen ungeachtet hat Elephant Games sich teilweise sogar Neues einfallen lassen, andere, bekanntere Versionen von Puzzles sind interessant gestaltet oder wurden neu interpretiert. Sie werten das Spiel auf, aber natürlich nur für diejenigen Spieler, die gern puzzlen, sich von Geduld und Logikspielen fesseln lassen.

Royal Detective: Königin der Schatten ist ein durchschnittliches Spiel. Und beim Durchschnitt läge es im unteren Bereich, wären da nicht die Puzzles und Grafiken. Die Geschichte ist für alle, die das Vorgängerspiel nicht kennen, verwirrend, für die Kenner bestenfalls langatmig und träge. Die Sammleredition ist eine Unverschämtheit, das Normalspiel kann empfohlen werden, wenn es mit einem Freicode oder einem besonders günstigen Angebot erworben werden kann. Es ist nicht grundschlecht, aber als Wimmelbild-Puzzle-Abenteuer im Jahre 2014 genügt es einfach den Ansprüchen nicht.


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