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Roads of Rome III


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Herausgeber: Realore
Entwickler: Realore

Download: BigFish Games.de
Download: Zylom.de
Download: Realore (Entwicklerseite)

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Autor: J.L.
Datum: 06.11.2011

Schulnoten - Spielidee: 1, Spielaufbau: 1, Steuerung: 2, Grafik: 2, Musik: 3, Wiederspielbarkeit: 1, Suchtfaktor: 1
Spielprinzip: strategisches Zeitmanagement
Rahmenhandlung: Errichtung der Infrastruktur in von Barbaren zerstörten Gebieten.
Schwierigkeit: Im einfachen Modus bis etwa Level 30 durchschnittlich, danach geringfügig höher, nicht ganz ausgewogen.
Optionen: Vier Spielmodi - eins ohne Zeitlimit, drei mit Zeitlimit/ Musik, Ton/ Vollbild, Fenster (kein Breitbild)/ grafische Effekte. Deutsche Version.

Wieder hat Cäsar ärger mit den Barbaren, und Schwiegersohn Victorius soll es richten. In diesem 3. Teil der Serie wird der General erneut in die Wildnis des römischen Imperiums hinausgescheucht, um sich der Infrastruktur besagten Weltreichs anzunehmen. Nur keine Sorge, Barbaren gibt es zwar viele, sie verschwinden jedoch zu Levelbeginn. Ein paar ganz Mutige müssen mit dem Hammer bearbeitet werden, aber echte Kämpfe gibt es nicht. Darf man diesem Spiel glauben, haben die Wikinger Julius Cäsar das Leben schwer gemacht, besonders in Afrika. Sei's drum, es ist ein Spiel. Denselben Kommentar verdient die peinliche Geschichte.

Roads of Rome ist sich treu geblieben. In 40 Levels baust Du Straßen und Gebäude, wie in den Vorgängerspielen. Daneben gibt es einige neue Ideen, die mehr Strategie ins Spiel bringen. Nicht nur, dass die fiesen Barbaren alles anzünden, was nicht weglaufen kann, so dass die Pumpstation eines der wichtigsten Gebäude ist. Du begegnest außerdem Mönchen, die um Almosen bitten. (Keine Ahnung, woher die kommen, wenn doch Gaius Julius noch lebt. Ein Quentchen Recherche täte der Hintergrundgeschichte ebenso gut wie ein Autor, der sein Handwerk beherrscht.) Oder es stehen Wagen herum, die befüllt werden müssen, bevor sie den Weg freigeben. Die Altäre au dem Vorgänger sind auch wieder dabei: Sie verdecken einen Teil des Spielfelds mit dichtem Nebel, der sich erst dann lichtet, wenn Du geopfert hast.

Jedes neu frei gespielte Gebäude wird nach dem jeweiligen Level in Deinem eigenen Tal gebaut. Hast Du das Level in Goldzeit gemeistert, wird Dein Tal zudem mit Statuen verschönert.

Im Unterschied zu den Vorgängern, beginnst Du nicht jedes Level in derselben Art und Weise. Du kannst Dir, bevor Du das Level startest, alles in Ruhe ansehen. Es ist ratsam, das zu tun, denn Du musst herausfinden, welche Hindernisse zuerst entfernt werden müssen, welche Gebäude Du klugerweise zuerst errichtest und mit wievielen Rohstoffen Du ins Level gehst. Wildes Gerenne bzw. Geklicke gibt es in diesem Spiel nicht, sondern einen hohen Strategieanteil, der überlegung erfordert. Neu ist auch, dass es häufig mehrere erfolgversprechende Wege zum Ziel gibt. So hast Du die Möglichkeit, Gebäude zu errichten, die Dir Boni verschaffen. Du musst sie nicht bauen, und es ist durchaus nicht in jedem Falle sinnvoll. Voraussicht und Strategie sind gefordert. Die Spielspannung wurde im 3. Teil also deutlich erhöht, was auch daran liegt, dass die Levels in sich komplexer geworden sind. In den letzten 10 Runden wirst Du jeweils erheblich länger als 10 Minuten spielen.

Auch die von Gamesetter immer wieder kritisierte Unausgewogenheit der Rohstoffversorgung hat Realore diesmal besser in den Griff bekommen. Es kommt, besonders in den höheren Levels, zwar immernoch vor, dass Du auf einen Rohstoff warten musst. Aber das kostet Dich nicht mehr zwangsläufig die Goldzeit, vorausgesetzt, Du errichtest das entsprechende Bonusgebäude. In den Vorgängern wurden Dir die Boni zufällig zugeteilt. Drei dieser Boni kannst Du nun selbst produzieren, indem Du die entsprechenden Gebäude errichtest. Das ist eine großartige Idee, die wiederum den Strategieanteil erhöht. Du entscheidest selbst: Lohnt es sich, die Schmiede zu errichten und aufzuwerten, die Werkstatt und den Schuster? Deine Entscheidung wird sich an Deinen Aufgaben orientieren. Hast Du viel zu bauen, dann ist der Hammerbonus nützlich. Musst Du einen Wagen befüllen und einen Mönch versorgen, kommst Du um die Axt nicht herum. Der Schuster lohnt sich fast immer, besonders dann, wenn Deine Leutchen weite Wege zu gehen haben.

Wer Roads of Rome zum ersten Mal spielt, wird etwas Zeit benötigen, die Rohstoffanforderungen für die Bauten kennen zu lernen und sie sich zu merken. Deine Geschwindigkeit ist natürlich davon abhängig, wie vertraut Du mit den Werten des Spiels bist. Es gibt noch eine weitere Hürde: die grafische Umsetzung. An sich ist sie gut gemacht und nett anzuschauen. Aber einige Details sind schwer zu erkennen. So kann es Dir passieren, dass Du ein benötigtes Gebäude zwar siehst, den Weg dorthin jedoch erst nach dem vierten Hinschauen findest. Diese Sucherei kostet Zeit, die selbst im einfachen Modus über Gold oder Silber entscheiden kann. ähnlich wie in "Ritter Arthur 3", gibt es also einige unübersichtliche Szenen oder sogar ganze Levels, die schwer zu überblicken sind.

Die Klickradien sind ebenfalls nicht ganz optimal. Es kann hin und wieder passieren, dass Du Dinge doppelt anklicken musst. Weil das selten vorkommt, stört es den Spielablauf jedoch nicht entscheidend. Dass Du Dir das Spiel zunächst im entspannten Modus ansehen kannst, ist ein großer Vorteil. Bedauerlich ist allerdings, dass Du den Modus nicht zwischendurch wechseln kannst. Hast Du Dich für einen Modus entschieden, musst Du dabei bleiben oder mit dem ersten Level neu anfangen. In jedem Falle empfiehlt es sich, Spielanweisungen tatsächlich zu lesen, denn sie enthalten zumeist nützliche Hinweise.

Roads of Rome 3 wurde akustisch nicht weiter entwickelt, was schade ist. Die Sounds sind zum Teil ganz nett, zum anderen Teil eher verwirrend, weil z.B. jede produzierte Einheit durch denselben Ton signalisiert wird. In unübersichtlichen Levels wirst Du die benötigten Güter deshalb schon mal suchen müssen. Musik und Geschichte sind nicht der Rede wert. Aber vielleicht hat Realore ja beim nächsten Spiel genug Kapazitäten, um sich darum zu kümmern. Dass sie generell bereit und in der Lage sind, ihre Spiele zu verbessern, haben sie mit diesem 3. Teil bewiesen.

Die übersetzung ist gut, abgesehen von einer missglückten Redewendung am Schluss, die für das Spielverständnis unerheblich ist.

Fazit: Roads of Rome 3 ist ein strategisches und gut gemachtes Zeitmanagement-Spiel. Wer Wert darauf legt, über die gesamte Dauer jedes Levels sein Köpfchen benutzen zu müssen, wird an diesem Spiel viel Freude haben. Gelingt es Dir, alle 40 normalen Levels in Goldzeit zu absolvieren, darfst Du Dich an den drei Bonuskapiteln versuchen.

Der entspannte Modus bietet Einsteigern eine gute Gelegenheit, das Genre kennen zu lernen. Die drei verschiedenen Zeit-Modi ermöglichen Maus-Artisten, sich so richtig auszutoben. Aufgrund der vier Modi und seiner Vielfalt, kann Roads of Rome 3 einen hervorragenden Wiederspielwert vorweisen. Der Schokololli ist hier zwar nicht neu erfunden worden, und einige Details rufen nach mehr Sorgfalt. Dennoch - das Spiel ist fordernd, spannend und unterhaltsam, wartet mit neuen Ideen auf und verzichtet gänzlich auf Minispiele, die bei Freunden dieses Spielprinzips ohnehin nicht immer gut ankommen.
Nicht übel, Realore!


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