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Rite of Passage - Schwert und Schatten



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Herausgeber: BigFish Games
Entwickler: Mad Head Games

Download (normal): BigFish Games.de
Download (Sammler): BigFish Games.de

Autor: Andreas
Datum: 20.03.2018


Unterhaltsames Wimmelbild-Abenteuer mit vielen Minispielen, alter Geschichte und kleinen Schwächen
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Wir erhalten eine Nachricht, dass unser seit 20 Jahren als vermisst oder gar tot vermuteter Großvater womöglich noch lebt. Bei der verabredeten U-Bahn-Station eingetroffen dringen Kreaturen offenbar aus einer anderen Welt ein. Stellt sich heraus, dass wir wieder einmal unsere Welt zu retten haben, um Großvater wieder zu bekommen.

Mad Head Games tun alles in ihrer Macht, langjährige Spieler nach gut 10 Minuten zum Abbruch des Spiels samt Deinstallation zu verleiten. Mal ehrlich: Schon wieder Kreaturen aus einer Ander-Welt? Die durch enervierendes Bearbeiten von Symbolen besiegt werden müssen? Und das auch schon wieder mit einem Artefakt, das viel zu oft benutzt wird? Und ein Verwandter muss gerettet werden?
Aber diesmal werden wir halbwegs belohnt, wenn wir zunächst zähneknirschend trotzdem unser Glück weiterhin versuchen.

Zunächst muss aus einem von vier Spielmodi gewählt werden, der vierte ist weitgehend frei konfigurierbar. Sehr erfreulich ist hier, dass wir die Einblendung von Aufgaben abwählen können, was die elenden Unterbrechungen sinnloser Mitteilungen über Aufgaben und deren Erledigung unterbindet.

Die Grafik ist sehr gut gelungen, mit der kleinen Einschränkung, dass wieder einmal einige Wimmelbild-Szenen recht dunkel gehalten sind, was einige Spieler durchaus benachteiligt.

Die Geschichte ist, wie schon erwähnt, alles andere als neu. Aber sie wird ansprechend vorgetragen, enthält nicht zu viele logische Ungereimtheiten (solange man nachsichtig ist) und nimmt auch eine für die meisten unerwartete Wendung. Das Ende wird nach durchschnittlicher Spielzeit erreicht. Es ist tatsächlich kein sinnentleertes Minispiel mehr notwendig, was manche aus alter Gewohnheit womöglich stört, andere eher erfreut.

Die Wimmelbilder werden sämtlich nur einmal besucht und variieren kräftig. Es gibt eher langweilige Standards mit Suchlisten in Textform, die gewöhnlich kleine Interaktionen enthalten. Es treten ferner Vertreter mit Silhouetten in der Suchliste auf. Mehrfach treten welche auf, bei denen Symbole zu suchen sind – diese sind durchaus anspruchsvoller. Und eines ist eine Kombination aus Wimmelbild und Minispiel, hier ist einiges an Zurückeinsetzen erforderlich zusammen mit mehreren eingebetteten Minispielen.

Die eigentlichen Minispiele sind zahlreich, in der Mehrzahl sehr gut gemacht. Alle lassen sich nach recht kurzer Zeit überspringen und auch zurück setzen. Der Schwierigkeitsgrad reicht von leicht bis mittelschwer, es sind aber auch ein paar knackigere dabei. Das immer wieder auftauchende Minispiel mit Symbolen ist absolut entbehrlich, daneben haben wir sowohl einige Vertreter bekannter Art wie Rohrrätsel, Labyrinth, leider auch Sequenzen wiederholen und andere. Erfreulicher Weise kommen aber auch solche zum Einsatz, bei denen Logik und Strategie gefragt sind. Alles in allem eine gelungene Mischung für alle, die sich gern mit Minispielen beschäftigen.

Im Abenteuerteil finden wir einiges an Licht, aber auch Schatten. Wir haben wieder einmal viele sattsam bekannte Standardaufgaben zu bewältigen wie das schwachsinnige Ölen von Rost, Auftrennen einer Naht, Bretter mit einem Brecheisen entfernen, Leiter herstellen und (gähn) einem Steinkopf Edelsteine – selbstverständlich Rubine - als Augen einsetzen. Und wiederum werfen wir pausenlos einmal benutztes Material weg, obwohl es später erneut verwendet werden könnte. Aber es gibt darüber hinaus auch weniger oft gesehenes. Und nachgerade sensationell erscheint es, dass tatsächlich mehr als zweimal Gegenstände verwendet werden müssen, die mehr als zwei Spoiler (auf unsere Lösung bezogen) früher gefunden wurden. Unverständlich ist mir allerdings noch, warum so oft problemlos zu sehende Objekte nicht einfach genommen werden können, sondern zunächst eine Nahansicht geöffnet werden muss, die immer mal wieder einfach nur dieses eine Objekt enthält.

Das folgende ist Meckern auf hohem Niveau: Wie in aller Welt können angekettete Gefangene nach Lösung der Ketten an allen Gliedern plötzlich mit einem Hilfsmittel für uns aufwarten?

An Hilfen steht ein Tipp zur Verfügung, der zwar nur die Richtung weist, was aber gewöhnlich völlig genügt. Eine sehr übersichtliche Karte mit Transportfunktion ergänzt die Hilfen.

Zwei Bemerkungen am Rande: Die deutsche Fassung ist diesmal recht gut geworden. Weniger gut ist häufig die Spielsteuerung bzw. der Spielfluss: Die häufig auftretenden Videosequenzen lassen sich nicht durchgehend zuverlässig überspringen. Und schlimmer noch: Sehr oft werden wir mit einer geradezu eingefrorenen Maus gestraft, bis alle Animationen beendet sind. Wir können dann nichts tun als abwarten.

Es handelt sich nun schon um das 7. Spiel der Reihe Rite of Passage. Wir dürfen hoffen, dass es nun endgültig das letzte ist, mit der ursprünglichen Idee hat es rein gar nichts mehr gemein.

Die Sammlerausgabe stellt in jeder Szene ein Sammelobjekt zur Verfügung. Es ist schon wieder das in allen Spielen des Entwicklers gesehene spiralförmige Logo – langweilig. In den Wimmelbildern gibt es Chamäleonobjekte. Das Bonuskapitel erzählt einen Aspekt der Vorgeschichte nach. Wimmelbilder können nach gespielt werden, erneut die Minispiele nicht.

Fazit: Wir haben hier ein unterhaltsames Spiel mit einer altbekannten Geschichte, die aber ansprechend fort geführt wird. Recht viele Minispiele verschiedener Art und Schwierigkeit werden von in Teilen sehr schönen Wimmelbildern begleitet. Eine bessere Wertung wird von Einschränkungen und vor allem der zu oft wiederholten Geschichte zusammen mit den ewigen Symbolen verhindert. Das Spielen der Demo vor einem Kauf wird empfohlen, dass Spiel fällt danach zum Glück nicht ab, so dass der Eindruck der Demo nicht trügerisch ist. Ob die Sammlerausgabe den nahezu doppelten Preis rechtfertigt, muss jeder für sich entscheiden, ich neige zur negativen Antwort.