A | B | C | D | E | F | G | H | I | J | K | L | M | N | O | P | Q | R | S | T | U | V | W | X | Y | Z | 0-9
links to Forum/Spenden/Facebook Spenden forum facebook

  • Nachlese
  • Tips&Tricks
  • Lösung
  • Direkt download


Rite of Passage: Das Versteckspiel des Grauens

tassentassentassentassen
Herausgeber: Bigfish Games
Entwickler: Mad Head Games

Download (Normal): Bigfish Games.de
Download (Sammler): Bigfish Games.de

Autor: Elke M.
Datum: 17.06.2014
Deutsch (Normal): 10.10..2014


Teilweise aufwendiger dritter Teil der Reihe, der manchmal übers Ziel hinaus schießt
~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~

Kinder verschwinden im Nebel aufgrund eines Versteckspiels, so auch unser Bruder. Erst viele Jahre später erfahren wir, dass unser Vater, der sich damals auf die Suche nach ihm machte, noch am Leben ist. Wir machen uns auf den Weg, um ihn zu finden und geraten mitten hinein in ein Abenteuer, das tiefgründiger ist, als es auf den ersten Blick scheint.

Die Optik betreffend, spielen Mead Head Games mittlerweile ganz oben mit. Alles wirkt ausgereift, klar und stimmig. Trotz vieler Details ist nichts kitschig und überladen, die Farben sind kräftig und dennoch so passend, dass die Spannung nicht verloren geht. Die Zwischensequenzen sind durchaus sehenswert, die Dialoge sinnvoll und informativ und die Erklärungen in allen Belangen hilfreich. Das ist vermutlich für Fortgeschrittene der erste Wehmutstropfen, da es eigentlich überhaupt keine Rolle spielt, für welchen der vier Schwierigkeitsgrade wir uns entscheiden. Wir sind jederzeit so in das Spielgeflecht eingebunden, dass der nächste Schritt immer absolut logisch und nachvollziehbar erscheint und wir quasi keine Wahlmöglichkeit haben, einen anderen Weg einzuschlagen. Das wird uns jedoch teilweise in den Gesprächen suggeriert, indem wir uns aussuchen können, ob wir eine freundliche oder eben eine unfreundliche Antwort geben. Ein Karma-Meter zeigt uns an, in welche Richtung die Stimmung geht, beim letzten Dialog werden wir aber zu einer positiven Auskunft genötigt, was den Verdacht erhärtet, dass es, anders als angekündigt, doch nur ein mögliches Ende gibt.

Mit Namen wie „Trübung“, „Dunst“ und „Nebel“ werden die ersten drei Modi umschrieben. Die vierte Stufe ist ein Baukasten, aus dem wir uns den Schwierigkeitsgrad selbst zusammenstellen können. Wählbar sind z. B. Punkte wie die Aufladezeiten von Tipp und überspringen, Glitzern von aktiven Bereichen und Wimmelbildern, Hinweise in der Karte und eine Einführung. änderbar ist dies auch noch zu einem späteren Zeitpunkt in den „Optionen“.

Im Journal, das auch die aktuelle Spielzeit anzeigt, wird alles knapp und verständlich mitgeschrieben. Außerdem zeigt es die aktuellen Aufgaben an, wenn wir auf die Lupe klicken. Die Karte, mit der wir uns fortbewegen können, ist zwar übersichtlich, wird aber im Spielverlauf in den Hintergrund rücken, da die Wege kurz und die auszuführenden Handlungen vorhersehbar sind. Gegenstände, die wir in unser Inventar aufnehmen, können wir meist umgehend wieder einsetzen, so dass wir nie allzu viele Utensilien mit uns führen. Später kommen dann aber noch etliche Besonderheiten hinzu. So erlangen wir beispielsweise vier Fähigkeiten, mit denen wir Eis schmelzen lassen, fremde Schriftzeichen übersetzen, höher gelegene Dinge ansehen und den richtigen Weg finden können. Ein kleiner Wolf kann zudem in dunklere Bereiche geschickt werden und Sachen für uns sichtbar machen. Eine Perlenkette, die wir zu einem späteren Zeitpunkt erhalten, symbolisiert die vermissten Kinder und soll uns Hinweise geben, wo diese zu finden sind. Gelegentlich kommt noch die eine oder andere Perle hinzu, die uns wiederum an neue Orte schickt. Auch sind einige Utensilien im Inventar mit Pluszeichen versehen, was bedeutet, dass wir diese Gegenstände verändern können, um sie zu nutzen.

Bei den 13 Wimmelbildern zeigen  Mad Head Games ebenfalls ihren Einfallsreichtum. Sehen wir zu Beginn nur eine Wortsuchliste, merken wir schnell, dass sich hinter jedem gefundenen Begriff noch ein weiteres Objekt befindet. Dabei kann es sich um die Tasten eines Telefons oder um Edelsteine handeln. Nach der Eingabe einer bestimmten Nummer beim Fernsprecher erhalten wir dann am Ende den einen Gegenstand für unser Inventar. Bei einem anderen Wimmelbild müssen wir vorab eine Münze in den Automaten einwerfen. Wenn wir ein Wort auf der Liste anklicken, wird es durch einen Greifarm entfernt. Dazu gesellt sich noch die Variante, gleiche Paare zu entdecken, eine Fragmentsuche und das Einsetzen von Dingen in die Szene. Gelegentlich werden in einem Wimmelbild auch zwei dieser Möglichkeiten kombiniert. Die Schwierigkeitsstufe ist zwar niedrig gehalten, aber sie bieten eine nette Abwechslung, auch denjenigen, die sonst mit Wimmelbildern auf Kriegsfuß stehen. Erwähnenswert ist eventuell noch die Tatsache, dass sich die 17 Chamäleonobjekte nur hier verstecken inkl. die aus dem Bonuskapitel.

Ideenloser wirken da schon die Rätsel, die uns in großer Anzahl serviert werden. Meinen wir bei einigen auf den ersten Blick, auf eine harte Nuss gestoßen zu sein, so stellen wir bei genauerer Betrachtung doch fest, dass es sich nur um einen nett verpackten Abklatsch von nur allzu bekannten Minispielen handelt. Besonders an Herz gewachsen sind den Entwicklern alle Varianten von „Finde gleiche Paare“, warum sonst treffen wir pausenlos diese Art der Rätsel an? Da wirkt selbst ein simples  Blöcke verschieben und Stromleitungen drehen bereits als Abwechslung. Die Erklärungen zu den Minispielen sind zwar gut und übersichtlich, aber in diesem Fall vollkommen unnötig, weil der Schwierigkeitsgrad einfach zu niedrig angesetzt wurde. Weniger wäre hier definitiv mehr gewesen. Gerade im Finale des Hauptteils spielgelt sich das wieder, das mit einfachsten Mitteln künstlich in die Länge gezogen wurde.

Trotz vieler Kleinigkeiten und einer relativ runden Geschichte, endete das Spiel bei mir nach nur guten drei Stunden mit einem Schluss, der auf den ersten Blick in Ordnung geht. Beenden wir allerdings auch das Zusatzkapitel der Sammleredition merken wir schnell, dass er abgeschnitten wurde und das richtige Ende erst da erzählt wird und zwar nochmal gut eine Stunde lang. Außerdem wurde viel Fleiß in die Extras investiert. Während des kompletten Spiels inkl. Bonuskapitel können wir 43 Handabdrücke einsammeln. Nach Abschluss ist es möglich, an die Orte zurückzukehren, bei denen wir diese übersehen haben. Sind endlich alle aufgelesen, entsteht durch Anklicken auf der Rückseite der Handabdrücke ein Bild, das wir in Umrisse einzusetzen haben. Daraufhin müssen wir alle Szenen nochmal durchlaufen, um jeweils einen vorgegebenen Gegenstand dort zu finden. Danach ist es uns möglich, den Tisch des Alchemisten zu besuchen, bei dem ein Wimmelbild freigeschalten wird. Aus einigen Begriffen lässt sich ein Trank brauen, damit ist der Wolf zu benetzen und dann haben wir es geschafft, ein wiederspielbares Jump'n'Run-Spiel ist freigeschalten. Zusätzlich können wir nochmal in die Musik rein hören, erhalten Informationen zur Entstehung einiger Handlungsstränge, dürfen die Akteure zusammenpuzzeln und uns die Zwischensequenzen erneut ansehen. Außerdem ist es möglich, die Wimmelbilder erneut zu spielen und dabei eine bessere Zeit zu erlangen. Auszeichnungen fehlen selbstverständlich auch nicht.

„Rite of Passage: Das Versteckspiel des Grauens“ ist grundsätzlich sehens- und spielenswert. Die Handlung hält, was der Titel verspricht. Zudem werden wir pausenlos beschäftigt und mit neuen Elementen konfrontiert, was für Abwechslung sorgt. Hätten Mad Head Games sich aber auf einige wenige Punkte konzentriert, diese konsequenter eingesetzt und zumindest ab und an den Schwierigkeitsgrad etwas angehoben, wäre ein erstklassiges Spiel daraus geworden. So liegt es nur etwas über Durchschnitt und ist gerade für Anfänger eine absolute Empfehlung wert. Ob es die durchaus umfangreiche Sammleredition sein muss, bleibt jedem selbst überlassen, mit der Normalversion ist man aber generell schon gut bedient.


Copyright © 2008- 2017 Gamesetter.com

Go to top