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Rite of Passage – Die Karten des Schicksals


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Herausgeber: BigFish Games
Entwickler: Mad Head Games

Download (normal): BigFish Games.de
Download (Sammler): BigFish Games.de

Autor: Andreas
Datum: 02.04.2017


Wimmelbild-Abenteuer mittlerer Länge mit guter Idee und abwechslungsreichen Wimmelbildern
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Wir spielen als Evan, der seine Frau Melissa aus zunächst unklaren gründen verloren hat. Aufgrund zu einer Einladung zu einem Spiel reisen wir an in der Hoffnung, Melissa darüber wieder erlangen zu können. Dieses Spiel erweist sich als eine Art von Rollenspiel, bei dem in mehreren Runden die Aufgabe darin besteht, ein Biest (wäre besser mit Bestie übersetzt worden) zu bezwingen. Die Karten verleihen uns dabei jeweils bestimmte Fähigkeiten.

Zunächst muss aus einem von vier Spielmodi gewählt werden, der vierte ist weitgehend frei konfigurierbar.

Bild und Ton
Die Grafik ist ordentlich, alles klar zu erkennen, wenn auch in manchen Szenen ein wenig dunkel. Weniger überzeugend ist es hier, dass viele Nahansichten durchaus überflüssige untergeordnete Nahansichten besitzen, was den Spielfluss unnötig hemmt. Die Stimmen der Sprecher sind ansprechend.

Hilfen
Es steht eine Karte mit Transportfunktion zur Verfügung, sofern im Modus so eingestellt, werden Orte mit aktuellen Aufgaben markiert und abgearbeitete ebenfalls. Der Tipp arbeitet zuverlässig. Es gibt ferner ein Notizbuch, dass aktuelle Aufgaben und Hinweise speichert. Wenig spielerfreundlich wird bei jedem Aufruf stets die Abteilung Aufgaben vorgeschlagen, obwohl diese wohl am seltensten benötigt wird.

Wimmelbilder
Die Wimmelbilder sind abwechslungsreich. Neben Standardexemplaren mit Wortlisten haben wir hier gelegentlich auch Listen mit Silhouetten und ein paar eher selten gesehener Sonderexemplare. Sie enthalten manchmal Interaktionen, die aber eher simple sind.

Minispiele
Die Minispiele sind gut gemacht, sie variieren von sehr leicht bis mittelschwer, so dass für jeden etwas dabei ist. Einige benötigen etwas Zeit oder Geduld, teilweise auch den Einsatz der grauen Zellen. Ein absoluter Negativpunkt hier darf aber nicht verschwiegen werden: Vor dem Einsatz jeder Karte ist stets und ständig ein in der Regel vollkommen uninteressantes Minispiel zu absolvieren (besser wäre die Bezeichnung Mikrospiel). Es gibt davon drei Varianten, die sich ständig wiederholen, keine davon fordert oder macht wenigstens Spaß, zumindest nach dem zweiten Auftreten. Dass schon wieder die Türme von Hanoi auftreten, ruft bei Vielspielern auch Gähnen hervor. Alle Minispiel lassen sich zurück setzen.

Geschichte
Die Geschichte fußt auf einer ausbaufähigen Idee und ist auch ansprechend umgesetzt. Der Spielfluss leidet unter nervigen Wiederholungen am Anfang einer jeden Runde sowie vielen Videosequenzen sowie Einblendungen neuer Ziele und Aufgaben, die andauernd auch noch per Mausklick bestätigt werden müssen. Auch das ständige Beseitigen von nicht benötigten Gegenständen, bevor endlich das gewünschte gefunden wird, ist auf Zeitschinderei ausgelegt. Das Spiel endet zufrieden stellend.

Abenteuerteil
Dieser Aspekt des Spiels kann kaum besser als mit guter Durchschnitt bewertet werden. Zwar wird kein Rost mit Öl entfernt, aber der Dauerbrenner kaputter Reißverschluss erhebt sein hässliches Haupt. Hätte man darauf und auf ein paar Embleme zum Einsetzen verzichtet, sähe die Sache besser aus. Zumindest konnte keine schreiende Unlogik beobachtet werden.

Sammlerausgabe
Neben dem üblichen Material sind in den Wimmelbildern Chamäleonobjekte zu suchen und in jeder Szene ein Sammelobjekt. Wimmelbilder können nach gespielt werden, Minispiele nicht. Das Bonusspiel fügt ein Kapitel an, diesmal mit vertauschten Rollen. Es ist recht nett gemacht, aber sehr kurz.

Fazit
Wir haben hier ein Spiel mit knapp durchschnittlicher Länge, wenn wir die Nettospielzeit nehmen und die Zeitschinderei außer Acht lassen. Bis auf die ständigen Wiederholungen der eher lächerlichen Minispiele im Zusammenhang mit den Karten kann es durchaus Spaß machen, sowohl unerfahrenen Spielern als auch den Veteranen. Wie fast immer können wir die Sammlerausgabe nicht empfehlen.