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Reveries: Seelensammler


tassentassen
Herausgeber: BigFish Games
Entwickler: ERS

Download (Sammler): BigFish Games.de

Autor: Elke M.
Datum: 22.12.2014
Deutsch (Sammler): 22.03.2015


Extrem kurzes, langweiliges und nachlässig produziertes Wimmelbildabenteuer
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Eigentlich sollte es der schönste Tag unseres Lebens werden, denn wir wollen unsere ganz große Liebe heiraten. Doch ein Bösewicht schnappt sich unseren Bräutigam noch bevor wir getraut worden sind. Es liegt nun an uns, das Königreich zu retten, bevor sich die Tore des Chaos öffnen und alles zerstört wird. Durch ein Portal folgen wir dem Schurken und stellen uns ihm mutig in den Weg.

In typisch leicht verwaschenen Bildern hangeln wir uns durch eine Art Phantasiewelt, die, was die Geschichte betrifft, so gar keinen Sinn macht. Wundern wir uns in der ersten Erzählung noch darüber, dass wohl Auszüge aus Schneewittchen kopiert wurden, wird spätestens im nächsten Abschnitt klar, dass es nicht bei dieser einen Ausnahme bleibt. Hemmungslos wurde auch bei Cinderella, Rotkäppchen und beispielsweise Däumelinchen geklaut. In Schwarz-Weiß-Bildern soll uns so die Handlung näher gebracht werden, die sonst aber keinerlei Bezug zu diesen Figuren hat. Bei einigen Akteuren haben ERS es sogar geschafft, Mundbewegungen einzubauen, aber eben nur bei einigen. Und da wir gleich zu Beginn erfahren, was die Ursache allen übels ist, bleibt auch die Spannung komplett auf der Strecke.

Wir können aus vier Schwierigkeitsgraden wählen. Erfreulicherweise wurde auch an einen kundenfreundlichen Modus gedacht, bei dem wir z. B. das Glitzern abstellen können, das sonst sehr überhand nehmen würde. Ansonsten lassen sich darüber noch die Aufladezeiten von Tipp und überspringen regulieren, Klickstrafen ein- oder abstellen (funktionierte bei mir gar nicht) und Hinweise ein- oder ausblenden. ändern können wir diese Einstellungen jederzeit über das Menü.

Als Helfer gesellt sich irgendwann eine Wurzel hinzu, die uns gelegentlich zur Seite steht, wenn wir höher gelegene Stellen selbst nicht erreichen können oder Spalten zu eng sind, um an etwas heranzukommen. Die Karte sollte eigentlich die Orte anzeigen, an denen wir noch Dinge zu erledigen haben, das tut sie allerdings nicht immer zuverlässig. Auch können wir uns über sie zügig fortbewegen, doch das ist aufgrund der kurzen Wege nicht notwendig, denn viele der Gegenstände, die sich in unserem Inventar befinden, setzen wir zeitnah wieder irgendwo ein.

Wimmelbilder gibt es zwar wenige, doch diese öffnen sich meistens nur ganz kurze Zeit später ein zweites Mal. Am häufigsten erhalten wir Wortsuchlisten, die mit kleinen Zwischenschritten bestückt sind. Nur einmal bekommen wir eine Umriss-Suche und ebenfalls nur einmal suchen wir nach 12 Schneeflocken. Wem dies nicht gefällt, kann zu einem Puzzle-Spiel wechseln, das allerdings genauso wenig anspruchsvoll ist, wie die Wimmelbilder.

Obwohl wir bei einigen Rätseln vor die Wahl gestellt werden, ob wir sie im leichten oder schweren Modus spielen möchten, sind fast alle auf einem ganz niedrigen Schwierigkeits-Level angesiedelt, dessen ungeachtet haben sich die Entwickler bei der Grafik Mühe gegeben hat. Nur hin und wieder werden wir etwas mehr gefordert und dann kommt auch ein Hauch von Rätselspaß auf. Wir suchen also nach gleichen Paaren, müssen Schwerter an Hand einer Legende richtig nutzen, Herzfragmente an Ketten zusammenschieben, ein 3-Gewinnt bewältigen und mit einem Löwen alle Adler überspringen, bis nur noch einer übrig bleibt.

So wundert es nicht, dass geübte Spieler sich in Windeseile am kurz gehaltenen, offenen Ende befinden. Wer die Sammlerausgabe erworben hat, wird schnell feststellen, dass es im Bonuskapitel nahtlos an der Stelle weitergeht, wo der Hauptteil endete. Aber selbst nach dessen Fertigstellung werden nur die wenigsten von uns die 3-Stunden-Marke knacken. Als Extras können wir Federn einsammeln, die überall verteilt sind. Wer diese nicht sofort dem Adler ins Gefieder steckt, hat hinterher keine Gelegenheit mehr dazu, denn dieser Unterpunkt taucht nirgendwo nochmal auf. Genauso verhält es sich auch mit den Trophäen, die wir nur während des Spielvorgangs selbst einsehen können, im Anschluss daran fehlt auch diese Kategorie. Ansonsten können wir alle Rätsel und Wimmelbilder erneut spielen, Bildschirmschoner und Wallpapers herunterladen und die Musik anhören.

„Reveries: Seelensammler“ ist eine absolute Geld- und Zeitverschwendung. Die Handlung ist nichtssagend und willkürlich mit Elementen aus der Märchenwelt in die Länge gezogen. Die Wimmelbilder sind höchstens Standard, die Minispiele überwiegend auf Anfänger-Niveau, auch wenn die Grafik in diesem Punkt stimmt. Die Kürze ist hier sicherlich ein Segen und eine Erlösung zugleich und ein weiterer Grund, die Finger davon zu lassen. Ein Spiel, das wir in 2014 nicht mehr gebraucht hätten und auch in Zukunft nicht brauchen.


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