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Reincarnations: Zurück ins Leben


tassentassentassen
Herausgeber: BigFish Games
Entwickler: Vogat Interactive

Download (Normal): BigFish Games.de
Download (Sammler): Bigfish Games.de

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Autor: J.L.
Datum: 16.11.2011

Schulnoten - Spielidee: 2, Spielaufbau: 3, Steuerung: 1, Grafik: 1, Musik: 4, Wiederspielbarkeit: 3, Suchtfaktor: 3
Spielprinzip: Wimmelbild-Abenteuer
Rahmenhandlung: Jane kommt bei einem Unfall ums Leben und hat danach einiges zu erledigen.
Schwierigkeit: unterdurchschnittlich im Casual- und im Challengemode, knapp durchschnittlich im Extrememode
Optionen: Musik/ Sound, Mauszeiger, Voll-/ Breitbild (mit Trauerrand)/ Fenster, 3 Schwierigekeitsstufen wählbar. (englische Version)

Jane erleidet unter merkwürdigen Umständen einen Autounfall, der sie das Leben kostet. Sie findet sich in einer Art Zwischendimension wieder, in der Bibliothek der Lebensläufe. Dort hat jedes Leben sein eigenes Buch, dessen Gestalt von der Lebensführung des Bucheigners abhängt. Verfehlt jemand seine Lebensaufgabe, wird sein Buch "geschwärzt". Nachdem Jane ihre letzten vier Leben gründlich versaut und dadurch mächtig viel schlechtes Karma angehäuft hat, darf sie nun weder in ihr Leben zurück, noch irgendwo anders hin. Sie muss erst die Bücher ihrer letzten vier Leben bereinigen.

Zunächst schlüpfst Du also in Janes Rolle und suchst nach dem ersten Lebensbuch. Hast Du es gefunden, transportiert es Dich via Videosequenz in dieses Leben hinein, damit Du die Fehler Deiner vorherigen Inkarnation korrigierst. Sowohl in der Bibliothek als auch in den vier Inkarnationen wirst Du eine Mixtur aus direkter Aktion, Wimmelbildern und Minispielen spielen. Einige Inventarobjekte findest Du direkt in den Szenen, andere erspielst Du in Wimmelbildern und Minispielen.

Vor Spielbeginn wählst Du einen von drei Modi. Der Casualmode ist denkbar einfach. Er gewährt Hinweise und Klickmichsofortan-Funkeln in rauen Mengen. Außerdem kannst Du jedes Minispiel nach kurzer Wartezeit überspringen, und Fehlklicks in Wimmelbildern werden nicht so eng gesehen. Das Tutorial gibt es nur in diesem Modus. Im Challengemode hast Du weniger Funkeln und Hinweise. Die Minispiele können nicht so rasch übersprungen werden, und Fehlklicks werden zur Kenntnis genommen. Im Extrememode gibt es keine Hilfe für die Minispiele, jedoch lange Wartezeit für Tipps und überspringfunktion, kein Funkeln in den Szenen, dafür aber lange Strafzeit für Fehlklicks in Wimmelbildern. Das klingt allerdings schlimmer als es ist.

Dank der hervorragenden Grafik, sind die Wimmelbilder nämlich vergleichsweise erholsam. Vogat Interactive hat fast konsequent auf billige Tricks verzichtet: Objekte sind nicht farblich angeglichen, nicht verwaschen und nicht zu klein. Findest Du eines nicht, ist es lediglich gut versteckt. Im vierten Kapitel hat man sich letztendlich doch der Unsitte entsonnen, Objekte sehr klein und nicht sonderlich plausibel darzustellen. Bis dahin sind die Szenen aber ungewöhnlich fair gemacht. Aus jeder Wimmelszene erhältst Du einen Inventargegenstand. Etwas Spannung bieten die Szenen auch, weil ungefähr jedes zweite Wimmelbild mindestens ein orangerot geschriebenes Objekt auflistet. Um ein solches Objekt zu finden, ist eine Aktion in der Szene nötig. Zumeist beschränkt sie sich nicht darauf, mal eben einen Schrank zu öffnen, sondern erfordert ein gutes Auge und/oder kurze überlegung. Du spielst fast jedes Wimmelbild zwei Mal, wobei die zweite Szene i.d.R. keine interaktiven Objekte enthält. Immerhin sind die Listen zufällig, so dass trotzdem keine Langeweile aufkommt. Es gibt noch eine weitere Art des Wimmelbildes im Spiel, die Du jeweils nur ein Mal spielst. Darin sollst Du eine gewisse Anzahl einer Objektart finden, z.B. 15 Steine. Die landen prompt im Inventar, so dass nutzlose Sucherei sich v.a. in der ersten Spielhälfte erfreulich rar macht.

Das Verhältnis von Wimmelbildern, direkter Aktion und Minispielen ist in der ersten Spielhälfte ausgewogen. Danach kommt es schon mal vor, dass Du zwei oder drei Puzzles nacheinander zu lösen hast, je nachdem, in welcher Reihenfolge Du spielst. Dabei hast Du es nicht mit ausgesprochen ungewöhnlichen Minispielen zu tun, jedoch sind sie anders angelegt als in vielen ähnlichen Spielen. Du wirst hier nur wenige Nüsse zu knacken haben, der Logikanteil ist verschwindend gering. Die Menge der reinen Geduldsspiele nimmt mit dem dritten Kapitel zu. Im gesamten Spiel, besonders aber in der ersten Spielhälfte, sind ein gutes Auge und etwas Intuition gefragt. So sollst Du z.B. dafür sorgen, dass zwei Tiere einander ähnlich sehen. Es genügt also nicht, nur die Unterschiede zu finden, Du musst auch überlegen, wie Du diese Unterschiede beseitigen kannst. In anderen Puzzles gilt es, komplexe Formen zu erkennen und nach einer Vorgabe neu anzuordnen. Diese Rätsel sind sehr einfach, aber sie machen Spaß.

In Anbetracht dessen ist es schade, dass im vierten Kapitel die Wimmelbilder überwiegen und nur noch wenige Minispiele erscheinen. Hier hast Du Rätsel eher in der direkten Aktion zu knacken, indem Du überlegst, wie Inventargegenstände genutzt werden können. Ebenfalls im vierten Kapitel nimmt das Hin- und Hergerenne zu, das sich bis dahin in angenehmen Grenzen hielt. Konntest Du vorher die Szenen relativ frei erkunden, so wirst Du in diesem letzten Kapitel mehrfach diverse Szenen durchqueren müssen, um überhaupt sinnvolle Aktionen ausführen zu können. Mit diesen Aktionen löst Du zumeist nur noch Wimmelbilder aus oder besorgst Objekte, die Du sofort benötigst, um andere Objekte zu erhalten oder um Türen zu öffnen.

Die Steuerung verdient ein Lob. Fast alle Klickradien sind optimal programmiert, mit Ausnahme einiger Nahansichten.
Die Hand zeigt, dass Du interagieren oder etwas ins Inventar nehmen kannst. Wird der Mauszeiger zur Lupe, kannst Du etwas betrachten, wobei das ebenso gut eine Nahansicht wie ein Wimmelbild sein kann. Wird für eine Interaktion ein Inventargegenstand benötigt, erhält Dein Mauszeiger zwei rotierende Zahnräder. Dieses Spiel arbeitet mit ungewöhnlich vielen Nahansichten. Es lohnt sich, sie alle zu betrachten. Mal wirst Du eine Notiz finden, die nur wiederholt, was Du schon weißt. Aber in vielen Fällen kannst Du mithilfe der Nahansichten feststellen, wofür Inventarobjekte benötigt werden, die Du bereits gefunden hattest. In wieder anderen Nahansichten findest Du weitere benötigte Objekte oder die Nahansicht der Nahansicht, in der Du ein Puzzle lösen kannst. Sämtliche Puzzles sind verhältnismäßig oder sehr einfach. Dennoch kannst Du sie überspringen, was insbesondere bei den Geduldsspielen des dritten Kapitels als nett gemeinter Service betrachtet werden darf.

Eine Schludrigkeit soll nicht unerwähnt bleiben: Wenn im zweiten Kapitel sieben Laptop Buttons gefunden werden müssen, wirst Du nach Nummer vier vergeblich suchen. Vielleicht ist den Brezelbäckern kein gutes Versteck mehr eingefallen, wer weiß. Jedenfalls haben sie beschlossen, Dir den vierten Knopf im Inventar gutzuschreiben, sobald Du Nummer fünf findest.

Die Grafik ist handwerklich erstklassig, wenn auch nur vereinzelt originell. Bemerkenswert ist dabei sicherlich, dass das gesamte Spiel hell gehalten ist. In drei Kapiteln geht es um Geister, aber Finsternis wirst Du nicht finden. Die Musik ist nichtssagend und besonders in den Wimmelbildern eher unpassend. Wer sich nicht daran stößt, dass es in den Minispielen keinen Zufall gibt, mag wegen der drei Spielmodi einen gewissen Wiederspielwert entdecken.
Bis zum dritten Kapitel wirkt die Geschichte in sich schlüssig. Die drei ersten Kapitel erwecken den Eindruck, von drei verschiedenen Teams bearbeitet worden zu sein, die sich jedoch an ein Grundkonzept gehalten haben. Das vierte Kapitel ist eine unangenehme Ausnahme und nimmt als Schluss des Spiels viel Qualität zurück. Weder wurde hier das Spielkonzept weiter verfolgt, noch passt die Idee zum vorhergehenden Geschehen. Es scheint so, als hätte Vogat Interactive nach dem dritten Kapitel bemerkt, dass für eine vernünftige Spieldauer noch ein weiterer Spielabschnitt vonnöten wäre - und als hätten sie zu tief in der Kiste mit den beiseite gelegten Entwürfen gewühlt. Schade! Denn für drei Viertel des Spiels sind 4 Tassen angemessen. Und wären die Minispiele nicht so unglaublich einfach, hätte noch eine halbe Tasse mehr Platz gehabt. Das letzte Kapitel reißt das Spiel hinunter in die große Menge durchschnittlicher Spiele.

Daran ändert auch das Bonuskapitel der Sammleredition nichts. Es fügt den 4,5 bis 5 Stunden Spielzeit eine knappe Stunde hinzu. Erneut hast Du es mit einem Geist zu tun, insofern passt die Geschichte zu den drei ersten Hauptkapiteln. Ansonsten ist dieses Abenteuerchen ungefähr so langweilig wie das letzte Hauptkapitel. Zudem lässt es plausible Ideen vermissen. Dass beispielsweise ein hungriger Hai mit einem Goldfisch abzuspeisen ist, obwohl er doch Dich vernaschen könnte, ist eigentlich unerklärlich. Du kannst übrigens auch unter Wasser atmen...
Finde Dinge, um Dinge zu öffnen, damit Du Dinge findest, die Dinge öffnen. Laufe zu diesem Zweck möglichst viel hin und her. Das ist es.
Der Strategy Guide ist ordentlich gemacht und das einzige wirkliche Plus der Sammleredition. Darüber hinaus findest Du die üblichen Zückerchen: Hintergründe, Szenengrafiken, Musik und Bildschirmschoner. 

Fazit:
Reincarnations: Zurück ins Leben ist ein unterhaltsames Spiel, an dem Freunde des Wimmelabenteuers sicherlich Spaß haben werden. Gut geeignet ist es für Einsteiger. Die meisten Wimmelbilder sind hervorragend gemacht, die Minispiele selbst für ungeübte Spieler lösbar. Namentlich in der ersten Spielhälfte sind die Spielanteile ausgewogen, so dass für Abwechslung gesorgt ist. Erfahrene Spieler sind mit dem Extrememode vermutlich am besten bedient. Wäre das vierte Kapitel nicht nach Schema F gestrickt, und gäbe es darin nicht den Bruch in Geschichte und Konzept, hätten wir es mit einem guten, wenn auch ziemlich einfachen Spiel zu tun. Was nach drei abwechslungsreichen Kapiteln bleibt, ist der fade Eindruck des letzten Abschnitts. Wer den Strategy Guide haben möchte, hat einen Grund, die Sammler Edition zu kaufen. Weitere Gründe gibt es dafür nicht. In der Normalversion aber ist es Reincarnations: Back to reality ein passabler Kandidat für fünf Stunden angenehmen Zeitvertreibs.


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