Redemption Cemetery: Der Fluch des Raben


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Herausgeber: BigFish Games Studio
Entwickler: ERS Game Studio

Download (Sammler): Deutschland-Spielt
Download (Sammler): BigFish Games.de
Download (Normal): BigFish Games.de

Autor: Andreas S./Claudia K.
Datum: 09.11.2010


Nach einem Autounfall erscheint ein Rabe an deinem Fenster und scheint dich auf einen Friedhof locken zu wollen. Kaum bist du durch das Tor getreten, fällt es hinter dir zu - du bist gefangen. Doch immer noch siehst du den Raben, der dich offensichtlich auf etwas aufmerksam macht und du findest einen halben Grabstein. Neugierig folgst du dem Vogel und entdeckst schon bald eine tote Seele. Ein Mann kann keine Ruhe finden, weil er bei einem Feuer seine Tochter nicht helfen konnte. Nun braucht er dich. Rette das Mädchen und wird dir helfen, wie du diesen Friedhof wieder verlassen kannst. Es erscheint ein geheimnisvolles Portal und als du durchgehst befindest du dich direkt vor dem brennenden Haus.

So beginnt die Geschichte von "Redemption Cemetery: Der Fluch des Raben". Im weiteren Verlauf wirst du noch zwei, spielst du die Sammleredition, 3 anderen Seelen helfen müssen, endlich ihre Totenruhe zu bekommen. Das Wimmelbild-Abenteuer von ERS, dem Haus- und Hofentwickler von BigFish Games, kommt in mehrheitlich düsterer Atmosphäre und bietet vom Spielablauf absolut nichts Neues. Inventarobjekte werden in den Szenen selber eingesammelt oder du erhältst eines nach Beendigung einer Wimmelbildszene. Du bewegst dich frei in den einzelnen Szene, musst aber diverse Puzzle und Rätsel lösen um eben diese Szenen freizuschalten. So wirst du zum Beispiel erst mal herausfinden müssen, wie du ein Feuer im Keller löschst, bevor du ihn betreten kannst und natürlich sind auch die Schlüssel vieler Türen an Orten versteckt, wo unsereins einen Schlüssel nicht wirklich vermuten würde (ich jedenfalls lege meine Schlüssel nicht in Dachrinnen ab).

Das gesamte Spiel ist in zwei Bereiche aufgeteilt: Zum einen wirst du auf dem Friedhof das nächste Grab und die Hilfsmittel finden müssen, um die Seele zum sprechen zu bringen. Anschließend gehst du dann zu dem Ort, an dem die Seele die Lösung ihrer Probleme vermutet, findest heraus, was und warum und wie.

Zu Anfang kannst du zwischen zwei Modi wählen, der schwierigere von Beiden hat eine längere Aufladezeit für den Hinweis und die Überspringfunktiln der Puzzle, ausserdem werden weniger "interessante" Stellen mit Glitzern angezeit. Alles andere ist gleich. Wimmelbildobjekte und Puzzle-Lösungen sind nicht oder nur sehr selten willkürlich, für die Puzzle findest du Hinweise und Informationen in deinem Buch. Dort wird alles gespeichert, was du während deiner Suche findest, so dass ein aufschreiben nicht nötig ist.

Die Grafiken sind gut ohne besonders herauszustechen und wer viele dieser Spiele spielt, wird den Stil und Aufbau der Szenen ohne Zweifel wiedererkennen. Die Wimmelbilder, vollgemüllte Szenen aus denen du die aufgelisteten Objekte heraus suchen musst, sind klar und fair gezeichnet. Du wirst suchen müssen, aber nichts ist wirklich "unsichtbar" gemacht worden. In der deutschen Übersetzung kommen ein paar Übersetzungsfehler hinzu, nicht viele aber gerade genug, dass man sich, kann man etwas nicht finden, sich sofort fragt, ob man den aufgelisteten Begriff überhaupt finden kann oder ob es sich nicht doch um etwas anderes handelt. Schlimmer noch ist die Inkonsequenz. So ist eine Pinzette durchaus mal eine Sicherheitsnadel, dann eine Stecknadel und wenn man es am wenigsten erwartet ist es plötzlich, oh Wunder, eine Pinzette.

Die Musik allerdings ist auf bemerkenswert schlechtem Niveau. Eine Tonfolge von ca. 5 Noten und ein "Huhu", das vermutlich gruselig sein und vom Raben stammen soll, sich aber eher wie eine erkältete Taube anhört. Da kann man nur raten: Ton aus, eigene Musik an, denn die Dauerwiederholung geht innerhalb kürzester Zeit auf die Trommelfelle. Nervig ist auf die Dauer auch, dass jeder Gegenstand, der ins Inventar geht mit einem kleinen Fenster und dem Satz: "Das wird sich noch als nützlich erweisen" kommentiert wird. Da das Objekt ja nun im Inventar landet, wäre mir als Spieler diese Idee vermutlich früher oder später auch ganz von allein gekommen.

Die Puzzle bewegen sich im üblichen Rahmen: Kugeln in die richtige Position bringen, Rohre verlegen, Legepuzzle und so weiter. Sie können nach einer kurzen Wartezeit übersprungen werden. Fehlklicks werden nicht bestraft, Objekte lassen sich gut anklicken - Pixeljagd ist nicht von Nöten. Es gibt keine Karte und die Räume werden nur in Unterhaltungen benannt, man muss sich da schon selber was einfallen lassen. Der Schuster lässt grüßen, du wirst viel hin- und herlaufen, aber das kennen wir ja auch. Die Spiellänge ist gut, das wenigstens hat sich in den letzten Monaten wieder reguliert. Die Stimmen des (nicht übersetzen) Voice Over sind ok und passen zu den Figuren. Wimmelbilder wiederholen sich, aber du wirst zu 98% neue Objekte auf deiner Liste haben.

Nichts ist neu, aber alles ist gut gemacht. ERS setzt eben auf Bewährtes ohne das kleinste Risiko einzugehen. Was leider dazu führt, dass man, spielt man viel, so langsam Probleme bekommt, die einzelnen Spiele wirklich auseinander halten zu können. Unterschiedliche Geschichten führen leider nicht immer dazu, dass man ein Spiel wirklich im Gedächtnis behält. Es ist schade um die einzelnen Spiele, sie verschwimmen im Mischmasch des Immergleichen, Altbekannten, Oftgespielten.

Was nicht heißen soll, dass "Redemption Cemetery: Der Fluch des Raben" kein gutes Spiel ist. Es macht Spaß, ist nicht all zu leicht aber auch kein Kopfnuss-Spiel. Die Grafiken sind schön, die einzelnen Geschichten überschaubar, ohne literarischen Anspruch, aber durchaus ansprechend. Wer die Normalversion abwartet, wird für sein Geld ein Spiel bekommen, dass es wert ist.