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Redemption Cemetery: Bitterer Frost


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Herausgeber: BigFish Games
Entwickler: ERS

Download (Normal): Bigfish Games.de
Download (Sammler): Bigfish Games.de

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Autor: Elke M.
Datum: 29.12.2013
Deutsch (Normal): 11.04.2014

Weihnachtliches Wimmelbildabenteuer, dem jede Spannung abhanden gekommen ist
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Es ist der Weihnachtsabend und wir freuen uns auf ein paar gemütliche Stunden. Der geschmückte Baum steht schon parat und ein wärmendes Feuer prasselt im Kamin. Auf dem Tisch jedoch liegt ein Brief mit einer seltsamen Nachricht von unseren Urahnen, unterzeichnet wurde er von Koturi. Wer ist das? Und während wir noch überlegen, fegt ein Schneesturm durchs Zimmer, vor dem uns eine weiße Eule in letzter Minute rettet. Aus der Eule wird Koturi, unser Vorfahre, der uns bittet, ihm zu folgen. Wir sollen in die Vergangenheit reisen und dort unsere bereits verstorbenen Verwandten vor dem Tod retten, weil wenn uns das nicht gelingt, werden wir selbst nie geboren werden. Das wollen wir natürlich verhindern und so begleiten wir ihn durch ein Portal, um unsere Geschichte zu verändern.

Trotz Weihnachtszeit hat sich ERS dieses Mal mit übertriebenem Dekor zurückgehalten. Alles ist zwar gewohnt farbenfroh, aber noch in einem erträglichen Maße. Die Charaktere, die mit uns sprechen,  haben zwar akzeptable Stimmen, allerdings ohne Mundbewegungen. Zudem jagt eine Zwischensequenz die nächste, bis uns erste Ermüdungserscheinungen überkommen und wir uns eher in einem Kino vermuten als auf einem Friedhof, der unsere erste Anlaufstelle ist. Von Grusel ist weit und breit keine Spur und auch auf den Raben aus allen anderen Teilen dieser Reihe müssen wir dieses Mal komplett verzichten. Stattdessen ist das Spiel ausnahmslos auf die Eule ausgelegt und so haben die Entwickler damit das letzte Indiz vernichtet, das auf die Redemption Cemetery-Serie hingedeutet hätte.

Der Bildschirm ist ziemlich voll mit allerlei Anklickbarem. Am oberen Rand sind links und rechts jeweils ein Banner, über die wir direkt zu den Auszeichnungen gelangen, oder zu dem Raum, in dem wir für unsere Sammelobjekte etwas kaufen können. Im unteren Bereich sind neben der Inventarleiste eine Karte, ein Tagebuch, der Tipp-Button und das Handbuch platziert. Letzteres ist, genauso wie die zwei Banner oben, nur in der Sammleredition verfügbar.

Spendabel zeigt sich ERS bei der Auswahl der Modi. Neben „Leicht“, „Fortgeschritten“ und „Schwer“ steht uns noch ein individuell einstellbarer Schwierigkeitsgrad zur Verfügung. Darin können wir folgende Punkte an- oder abwählen: Glitzern von aktiven Bereichen, Glitzern von Wimmelbildern, Objektbeschreibungen, Klickstrafen, Tipp, überspringen und zusätzlich noch die Aufladezeiten von Tipp und überspringen einstellen. Trotzdem ist es möglich, während des Spiels den Modus nochmal zu ändern.

Im Tagebuch haben wir die Möglichkeit, die Geschichte in einer Kurzfassung nachzulesen, für das Spiel selbst stellt es keine große Hilfe dar. Dasselbe Schicksal ereilt uns mit der Karte. Wieder mal sind alle Bereiche in denen jetzt, später oder sehr viel später etwas zu tun ist, markiert. Eine Transportfunktion ist zwar vorhanden, allerdings sind die Wege einigermaßen kurz und so laufen wir meistens schneller. Denn die Karte ist in einen Innen- und Außenbereich aufgegliedert und wenn man nicht ganz exakt klickt, landet man schnell mal in einer anderen Szene. Auch beim Tipp läuft nicht alles rund. Mal schickt er uns zurück und wenn wir ihn dann ein zweites Mal nutzen wieder vorwärts, so dass wir uns mehr als einmal im Kreis bewegen ohne etwas erledigt zu haben. Da hilft oft nur das Probieren sämtlicher Gegenstände aus dem Inventar an einem Objekte oder in einer Szene.

Dinge in der Inventarleiste, die mit einem Plus gekennzeichnet sind, können miteinander kombiniert werden. Eine Feder, die uns Koturi am Anfang überreicht hat, vergrößert Gegenstände, um die ein goldener Kreis glitzert.

Auf Wimmelbilder stoßen wir erst im fortgeschrittenen Spielverlauf. Alle werden zweimal gespielt und das meistens sehr schnell hintereinander. Bei den ersten beiden Wimmelbildern handelt es sich um Wortsuchlisten ohne Interaktionen. Wenn wir alle Begriffe gefunden haben, dürfen wir den Gegenstand, der ins Inventar soll, zusammenpuzzeln. Zu einem späteren Zeitpunkt setzen wir Objekte ins Bild zurück oder nehmen Sachen auf, die wir nach Umriss gefunden haben und setzen sie umgehend wieder in die Szene ein, um ein anderes Utensil zu erhalten. Außerdem werden uns ab der Mitte des Spiels auch kleine Interaktionen in den Wortsuchlisten angeboten, allerdings sind die Wimmelbilder grundsätzlich sehr simpel gestrickt. Wer keine Lust darauf hat, kann alternativ zu einem 3-Gewinnt-Spiel wechseln, das nicht ganz so einfach ist und mit dem wir um einiges länger beschäftigt sind, als mit den Wimmelbildern.

Bei den 13 Minispielen ist ERS wieder auf Nummer sicher gegangen und serviert uns von Allem die einfachsten Versionen. Zwar können wir bei wenigen Rätseln zwischen „Schwer“ und „Leicht“ wählen, aber die Unterschiede sind dennoch minimal. So leiten wir einen Hund mit Hilfe von 4 Knochen an Hindernissen vorbei, bringen mehrere Säulen auf die gleiche Höhe und bemalen ein Stück von einem Totempfahl oder wahlweise ein Tamburin.

Und nachdem wir einige unserer Vorfahren vor dem sicheren Tod bewahrt und Liebenden zu ihrem Glück verholfen haben, befinden wir uns nach ca. 4 Stunden wieder im heimeligen Wohnzimmer, wo es postwendend an der Türe läutet. Als wir öffnen, erblicken wir gerade noch ein grelles Licht bevor wir uns auch schon wieder auf der Startseite befinden. Nachdem das Bonuskapitel aber wieder genau an dieser Stelle anfängt, kommen wir nicht umher darüber nachzudenken, ob hier vielleicht ein Teil der Handlung abgeschnitten wurde? Allerdings ist die Geschichte eine völlig andere und dazu noch eine, die sich für ein eigenständiges Spiel bestens geeignet hätte, natürlich nur dann, wenn sie mehr als diese eine Stunde gedauert hätte. Als Extras können wir 10 Auszeichnungen erringen, 37 Schneeflocken einsammeln, 35 Zwischensequenzen erneut ansehen und die meisten Wimmelbilder und Rätsel nochmal spielen. Die eingesammelten Schneeflocken verwandeln sich in Geld und damit können wir  eine Landschaft ausbauen, was allerdings mit dem Spiel an sich überhaupt nichts zu tun hat.

Mit „Redemption Cemetery: Bitterer Frost“ hat es wieder mal ein Entwickler geschafft, eine einst richtig tolle und spannende Serie in die Kategorie „ferner liefen“ einzuordnen. Die Geschichte ist sehr geradlinig und lässt keinen Spielraum für die eigene Phantasie zu. Die Rätsel und Wimmelbilder, die optisch zwar etwas hermachen, sind nur für Einsteiger herausfordernd. Die vielen, teilweise unnötigen Zwischensequenzen ziehen das Spiel künstlich in die Länge. Und wenn man ihm einen anderen Namen verpasst hätte, wäre es selbst treuen Fans niemals aufgefallen, dass es sich um ein Spiel aus dieser Reihe handelt, da ja, wie bereits erwähnt, selbst der Rabe wegrationalisiert wurde. Warum ausgerechnet die Probestunde so langatmig gestaltet wurde, bleibt wohl ein Geheimnis. Wer sich aber da durchgearbeitet hat und tapfer weiter spielt, wird zumindest mit besseren Wimmelbildern belohnt. Mit zwei zugedrückten Augen schafft es Redemption Cemetery dann gerade noch in die Liga der 3-Tassen-Spiele.


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