Zum Spielportal
Redemption Cemetary - Albtraum


tassentassen tassen
Herausgeber: BigFish Games
Entwickler: AMAX

Download (normal): BigFish Games.de
Download (Sammler): BigFish Games.de

Autor: Andreas
Datum: 23.06.2017


Knapp in Länge, knapp im Anspruch, knapp in Originalität
~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~

Ein Team von Archäologen hat einen Obelisk zu Tage gefördert, über den ein böser Geist in unsere Welt gelangt ist. Er befällt Personen, sofern sie einschlafen und hält sie in Albträumen gefangen, an denen sie letztlich zugrunde gehen.

Wenn die private Zählung stimmt, handelt es sich nunmehr bereits um das 10. Spiel der Reihe. Waren die ersten neun sämtlich von ERS, so haben sich die Entwickler diesmal entweder einen neuen Namen spendiert, oder es ist ein neues Team, womöglich ein B-Team mit eigenem Namen, damit nichts bei ERS hängen bleibt. In jedem Fall hält das Spiel nicht ansatzweise Stand mit den ersten Ausgaben, insbesondere nicht mit Redemption Cemetery: Der Fluch des Raben oder auch dem erstaunlich guten späteren Redemption Cemetery: Die Uhr des Schicksals.

Puristen werden bemängeln, dass kein Friedhof eine nennenswerte Rolle spielt. Aber das ist nur das geringste der Probleme mit diesem Spiel. Gleich zu Anfang werden wir gewarnt, es handle sich um einen "nervenaufreibenden Thriller für Erwachsene". Stellt sich heraus, dass nervenaufreibend das Spiel selbst ist. Und es muss wohl das Geheimnis der Entwickler bleiben, warum ein Spiel für Erwachsene auf Kindergartenniveau angesiedelt ist.

Aber sehen wir etwas genauer nach:
Es gibt etliche, meist kleinere, technische Mängel. Es beginnt bereits bei der Moduswahl. Obwohl sämtliches Funkeln und Glitzern abgestellt wurde, hatte das zu Anfang keinen Effekt. Erst deutlich später blieb es aus. Die Maussteuerung könnte besser sein, mehr als einmal konnt ein Objekt nicht gewählt bzw. aufgenommen werden, obwohl recht gut gezielt wurde. Nach etlichen Versuchen inklusive Verbraten eines Tipps erst klappte es schließlich. Im ersten Wimmelbild, wo textlich hervorgehobene Gegenstände zu suchen sind, blieb die farbliche Auszeichnung mehrmals aus, so das Raten und sinnfreies Herumprobieren angesagt war.

An Hilfen stehen der übliche Tipp (zuverlässig arbeitend) und eine Karte mit Transportfunktion zur Verfügung. Diese ist nicht überzeugend gelungen: Nicht nur tragen die Szenen keinen Namen, auch der aktuelle Ort wird nicht immer korrekt eingezeichnet. Orte, an denen es etwas zu tun gibt, werden aber immerhin angezeigt, fertige Orte werden ebenfalls markiert.

Die Grafik ist im für ERS typischen Stile gehalten, was Geschmackssache ist, aber jedenfalls durchaus ansprechend realisiert. Die Animationen können ebenfalls gefallen. Der Rahmen mit dem Inventar folgt den gewohnten Vorgaben der Reihe.

Die Geschichte ist zunächst vielversprechend und hätte bei durchdachter Durchführung das Potential für ein gutes Spiel gehabt. Das Ende wird viel zu früh erreicht. Und das, obwohl wegen vieler Videoeinspieler und absolut inflationärem Gebrauch eines Mobiltelefons, womit pausenlos Anrufe entgegen genommen werden müssen, sehr ordentliche Zeitschinderei vorliegt.

Die Wimmelbilder werden zumeist zweimal aufgesucht. Sie sind größtenteils altbackene Varianten mit Wortlisten und lächerlichen Interaktionen. Immerhin gibt es mindestens eines von anderer Machart, das entsprechend auch interessanter ausfällt.

Die Minispiele lassen jegliche Originalität vermissen. Viel zu viele richten sich im Anspruch an die Vorschule, was der Zielgruppe der Erwachsenen nun eben genau nicht entspricht. Beispiele sind das Verbinden von Punkten zu einem Bild nach Vorlage, wobei an beliebigen Stellen angesetzt werden kann, einfachstes Zusammensetzen von Fragmenten zu einem Bild und mehrfach das Kopieren von Anleitungen oder Codes ohne weitere Schwierigkeiten: Reine Zeitverschwendung hier. Dass nur wenige über eine Neustartfunktion verfügen, schlägt auch nicht eben positiv zu Buche.

In nur vier jeweils abgeschlossenen Kapiteln sind die sattsam bekannten Aufgaben zu lösen. Eine Unmenge von Schlüsseln schließen eine entsprechende Unmenge von Schlössern auf, sofern nicht gerade wieder mal Objekte eingesetzt werden müssen, abseits von jeder Logik. Pausenlos kommen Objekte in Teilen vor von der Art x/y. Und man hat auch mit einfallslosen Wiederholungen nicht gespart: Zum Beispiel treten gleich dreimal Büroklammern auf, von denen eine zu allem Überfluss auch noch den nervigen Reißverschluss öffnen muss.

Die Sammlerausgabe ist einigermaßen reichhaltig ausgestattet mit Sammelobjekten, nach zu spielenden Minispielen und Wimmelbildern und dem üblichem Material.

Fazit:
Wir haben hier ein zu kurzes Wimmelbild-Abenteuer, das sich locker spielen lässt, aber an allen Ecken und Enden an mangelnder Originalität in der Durchführung krankt und jeglichen Anspruch vermissen lässt.