A | B | C | D | E | F | G | H | I | J | K | L | M | N | O | P | Q | R | S | T | U | V | W | X | Y | Z | 0-9
links to Forum/Spenden/Facebook Spenden forum facebook


  • Nachlese
  • Tips&Tricks
  • Lösung
  • Direkt download

img
Real Crimes: Jack the Ripper

Herausgeber: Reflexive.com
Entwickler: Gamers Digitel
Wenn Du Real Crimes: Jack the Ripper auch bewerten oder die Meinung anderer Spieler lesen möchtest, dann geht es hier lang
Autor:Claudia K.
für die deutsche Version: 09.04.2010

Der legendäre Jack the Ripper - der erste medienbekannte Serienkiller. Reise zurück in das Jahr 1889 und begleite den Chief Constable von London's Scotland Yard bei seinen Ermittlungen mit dem Ziel den brutalen Mörder zu entlarven. Benutze die revolutionären Kriminaltechniken dieser Ära, sammle Beweise und finde neue Verdächtige.

Wo fangen wir an? Bei den miesen Grafiken? Bei der Unfähigkeit, Zeit zu stoppen wenn ein Spiel auf Pause steht? Oder bei der Tatsache, dass es manche Objekte nicht gibt? Bei einer Geschichte, die so was von unglaubwürdig ist, dass es schon nicht mehr komisch ist? Die Unsitte, mehrere Objekte einer Art suchen zu lassen, aber noch mehr dieser Art sind in der Szene zu finden?

Am besten von vorn: Historisch überliefert ist, dass Sir Melville Macnaghten, Polizeipräsidenten des Metropolitan Police Service Criminal Investigation Department, ein Jahr nach den Morden der Ermittlungsgruppe beitrat. Und genau hier beginnt das Spiel. Du spielst als Macnaghten und musst zunächst mal zwei Mordakten suchen, die Inspektor Abberline (der ursprünglich verantwortliche Beamte) in deinem Büro versteckt hat. Neben diesen Akten suchst du dann auch noch sinnlose Objekte, fünf Fingerabdrücke und einen Sheriffstern.

Letzterer ist für einen zusätzlichen Hinweis, in jeder Szene findet sich einer. Die Fingerabdrücke sind nur wichtig, wenn du auf Zeit spielst, weil sie dir, ebenso wie rasch hinter einander gefundene Objekte, zusätzliche Zeit geben. Aber dein Dilemma fängt eigentlich schon früher an, wenn du dich entscheiden musst, ob du mit oder ohne Zeit spielst. Ohne Zeit bedeutet: Langweiliges suchen in schlechten Grafiken ohne jeden Anspruch. Mit Zeit bedeutet, dass du vermutlich so manches Level zwei- oder mehrmals starten musst. Zum einen, weil dir bei JEDEM Fehlklick 10 Sekunden abgezogen werden (was besonders dann "nett" ist wenn du z.B. 3 Flaschen suchen sollst, es aber 8 gibt, wovon aber natürlich nur 3 bestimmte gültig sind) und zum zweiten, weil der Pausemodus nicht funktioniert und die Zeit trotzdem weiterläuft, du also, um dir einen Kaffee zur Stärkung zu holen, das Spiel komplett beenden müsstest.

Beginnst du ein Level von vorn, hast du Fingerabdrücke und Sheriffstern am gleichen Ort, auch das eine Objekt, dass in jeder Szene einen Beweis darstellt, der Rest der Liste ist aber willkürlich. Kommst du ein zweites Mal an den gleichen Ort, dann wirst du manchmal alles an der gleichen Stelle haben (inklusive Fingerabdrücke und Sheriffstern), ein anderes Mal nicht.

Nachdem du die ersten Akten gefunden hast, suchst du dir eines der Opfer aus und besuchst zunächst den Tatort, dann andere Orte die eine Relevanz zu den gefundenen Beweisen haben. Ja. Beweise. Visitenkarten, Trauben, Briefe.... alles mögliche. Am Tatort oder anderen Orten. Ein Jahr nachdem die Morde stattgefunden haben.

Deine Listen bestehen aus allen möglichen Objekten, die in den teilweise undeutlichen und unscharfen Grafiken dir entweder direkt ins Gesicht springen, schlecht zu erkennen oder im schlimmsten Fall nicht da sind. Selbst in hundertfacher Vergrößerung konnte ich Poster, Ratte, Löffel und andere Gegenstände nicht dort finden, wo der Tip sie angezeigt hat und wo sie nach ziellosem Rumklicken auch gutgegeben wurden. In manchen Leveln aber rennst du durch, weil alles sorgfältig bei einander ist und da keine Objekte in die Szene eingearbeitet wurden, sondern einfach nur reingelegt und dann vergrößert, verkleinert oder transparent gemacht wurden, kann es eben sein, dass du Glückspilz alles schneller siehst, als du klicken kannst.

Unterbrochen wird dieser Augenschmaus dann ab und an von einem Minispiel. Such die Unterschiede, ein Schiebepuzzle, ein Legepuzzle und diverse Memories. Die Spannung kennt kaum noch Grenzen.

Hast du die ersten zwei Fälle abgeschlossen, darfst du zwei weitere Akten suchen - wühlst dich pro Akte durch einige Level, Minispiele und suchst eine letzte Akte - noch mal alles von vorn. Nach insgesamt 32 Leveln hast du es dann geschafft und darfst dir deinen Täter selber aussuchen.

Was mich am meisten enttäuscht hat, war, dass der Werbetext (des englischen Original) den Einsatz von (damals) neuesten forensischen Labortechniken verspricht: Fingerabdrücke und Blutgruppenbestimmung. Nun, neben dem suchen von Fingerabdrücken (die einfach so zu finden sind, nicht mit Pinsel oder ähnlichem) wirst du zwei Minispiele - Memories - spielen. DAS ist dein Einsatz.

MacNaghtens Ermittlungsergebnisse waren umstritten und ebenso ist es seine Opferliste bis heute noch. Seine Ermittlungsberichte enthielten schwerwiegende Fehler über Tatsachen bezüglich möglicher Verdächtiger. Nun, es ist ein weiterer schwerwiegender Fehler begangen worden. MacNaghten kann da nix für. Nicht mal Jack the Ripper. Die Täter sind Gamers Digitel und Reflexive (Entwickler und die ursprünglichen Herausgeber). Die Opfer sind all diejenigen, die für dieses Spiel Geld ausgegeben haben.

Copyright © 2008- 2017 Gamesetter.com

Go to top