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Queen's Quest V: Symphonie des Todes


tassentassen / tassentassentassen
Herausgeber: BigFish Games
Entwickler: Brave Giant

Download (Sammler): BigFish Games.de
Download (Sammler): Purple Hills

Autor: Andreas
Datum: 11.03.2019


Einfaches Wimmelbild-Abenteuer ohne jegliche Originalität
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Wie schon in früheren Spielen der Reihe Queen's Quest sind wir wieder als Alchemistin unterwegs, diesmal um einen Fall verschwundener Kinder aufzudecken. Wie auch schon früher ist uns dabei die Möglichkeit zu Nutzen, durch Herstellung von gewissen Tränken die Gestalt von Tieren annehmen zu können.

Zunächst muss aus einem von vier Spielmodi gewählt werden, der vierte ist teilweise frei konfigurierbar. Einiges lässt sich leider nicht einstellen, in erster Linie die Möglichkeit, diverse Hinweise und Banner abzuschalten.

Um gleich mit der Tür ins Haus zu fallen: Dieses Spiel hat mich gleich in der ersten Szene verloren. Wir starten zuhause und nicht nur fehlt bei unserem Fenster ein Griff, auch die Tür ist unbrauchbar. Logik sieht anders aus. Dazu haben wir gleich zu Beginn schon wieder ein Tier zu füttern. Und von da an geht es weiter in diesem Trott, so gut wie keine der zu erledigenden Aufgaben ist irgendwie originell, wir haben vielmehr alles schon viel zu oft gesehen. Kleine Auswahl: Leiter reparieren, Schloss mit Nadel öffnen, Rezept anwenden, Embleme ohne Ende (die hier allerdings Einleger heißen). Pausenlos finden wir Dinge – vorzugsweise an Orten bar jeden Sinns -, die kombiniert werden müssen, massenhaft in mehrfacher Ausfertigung. Nichts davon stellt auch nur ansatzweise eine wenigstens geringe Anforderung dar.

Auch die Geschichte haben wir schon ungezählte Male so ähnlich erlebt, natürlich geht es wieder einmal letztlich um einen Bösewicht, der danach trachtet, die Welt wahlweise zu zerstören oder zu beherrschen. Das Ende der Geschichte ist abschließend und tritt nach durchschnittlicher Brutto-Spielzeit ein. Die Netto-Spielzeit, also abzüglich der vielen Einspieler, fällt deutlich dahinter zurück.

Die Grafik ist noch recht ordentlich gelungen. Jedoch sind die sparsamen Animationen auftretender Personen hölzern geraten, insbesondere deren Fortbewegung.

Die Wimmelbilder gehören noch zu den relativen Stärken des Spiels. Sie sind abwechslungsreich gestaltet, enthalten gewöhnlich Interaktionen (wenn auch meist von der primitivsten Art), und enthalten ein Chamäleon-Objekt, das in jeweils einer von zwei Darstellungen zu suchen ist. Leider treten zumindest zweimal falsche Bezeichner auf, was das Suchen natürlich deutlich erschwert. Ersatzweise kann ein einfaches Spielchen gewählt werden.

Die Minispiele andererseits sind kaum der Rede wert. Ihr Schwierigkeitsgrad reicht von Vorschulniveau über sehr leicht bis hin zu wenigen zumindest mittelmäßig schweren. Mehrere davon müssen öfter absolviert werden, speziell dasjenige, bei dem ein Trank hergestellt werden muss, ist jedes mal exakt gleich – absolut langweilig. Keins der Minispiele ist nennenswert originell, dazu fehlt noch eine Neustart-Funktion. Und selbst die Anleitungen sind nicht immer zutreffend.

Es fällt auch weiterhin auf, dass die Entwickler großteils ohne Lust und Laune vorgegangen sind. So haben wir einmal ein Objekt aufzunehmen, dass nie mehr gebraucht wird, von der fehlenden Logik war schon die Rede. Auch das Inventar ist nicht optimal gestaltet: Ist es gut gefüllt, müssen wir es natürlich durch blättern. Und dies geschieht Objekt für Objekt einzeln, was eine Unzahl von Klicks erfordert. Dies insbesondere dann, wenn zu kombinierende Objekte von verschiedenen Enden des Inventars benötigt werden. Die Unsitte der vielen Banner über Aufgaben bzw. deren Erledigung wird auf die Spitze getrieben, wir werden nachgerade terrorisiert. Teilweise tauchen drei dieser Banner gleichzeitig auf, von denen natürlich kein einziges wirklich hilfreich ist, da die in Rede stehenden Aufgaben ohnehin vollkommen selbstverständlich sind.

Karte und Tipp arbeiten zuverlässig, die Karte kann transportieren.

Wenigstens ein kleines Highlight konnte aber noch beobachtet werden: Mehrfach treten sprechende Tiere und Gegenstände auf. Hier hat man nicht mit ein wenig Humor gespart.

Die Sammlerausgabe ist nicht allzu reichlich bestückt. Wir haben jede Menge Suchobjekte zu finden. Neben dem üblichen Material können Wimmelbilder und Minispiele nach gespielt werden, allerdings nur jeweils vier davon. Bei den Minispielen handelt sich zu allem Überfluss auch noch vorwiegend um die langweiligsten.

Fazit:
Für erfahrene Spieler ist das Spiel im großen und ganzen eine Enttäuschung. Zwar gibt es unterhaltsame Wimmelbilder, aber durchweg unterdurchschnittliche Minispiele mit unfassbar vielen Wiederholungen. Nur diejenigen, die gern dasselbe Spiel immer wieder spielen wollen und diejenigen, die noch nicht viele dieser Art von Spielen bewältigt haben, werden ein wenig Freude daran haben. Die Sammlerausgabe kann mangels Masse ebenfalls nicht empfohlen werden. Die unterschiedliche Anzahl Tassen bezieht sich dementsprechend auf erfahrene / nicht erfahrene Spieler.