PuppetShow: Die Seelen der Unschuldigen


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Herausgeber: BigFish Games
Entwickler: Ers Game Studios

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Autor: Sonja R.
Datum: 17.06.2010

Seltsame Dinge geschehen: Die kleine Jane schläft und ist durch nichts aufzuwecken. Ein Arzt konnte nicht helfen und verzweifelt wendet sich die Mutter an denjenigen, nämlich dich, der in Joyville schon etwas ähnliches erlebt hat. Die Spinnenpuppen, eigenartige Geschehnisse. Und war nicht damals irgendwie klar, dass nicht alles vorbei ist?

Wie bereits im Vorgänger PuppetShow: Mystery in Joyville angekündigt, treibt nun Felicia ihr Unwesen. Sie gilt es zu fangen und ihrem Treiben ein Ende zu bereiten, denn sie sammelt die Seelen von Kindern. Das ist natürlich nicht einfach, denn du musst dafür wieder einen Haufen Hinweise sammeln und Inventargegenstände einsetzen.

Zunächst beginnst du in Janes Zimmer mit deiner Suche nach Hinweisen. Der Kleiderschrank birgt ein Wimmelbild, von denen du viele finden wirst. Die Suchlisten sind zufällig und in den Suchszenen selbst musst du Schubladen oder Schranktüren öffnen oder schliessen. Nur so kannst du alles finden. Besonders nett ist das Wimmelbild in der Wandnische, wo du an einem Strahler das Licht umschalten kannst. Mal beleuchtet es so den hinteren Teil der Nische, mal den vorderen. Aber leider sind diese Besonderheiten etwa nach der Hälfte des Spiels abhanden gekommen. Dann beschränkt man sich nur noch auf "normale" Wimmelbilder.

Schön sind sie allemal, nicht überladen. Auch entstehen Wimmelbilder neu, wenn du Aufgaben im Spiel erledigt hast. Jedes Mal bekommst du hier einen Inventargegenstand, den du brauchst. Und die Objekte, die du schonmal eingesammelt hast, wirst du auch in ihnen nicht mehr sehen, wenn du zurück kommst.

Insgesamt ist die Grafik des Spiels sehr schön und nett animiert. Die Hintergrundmusik ist dieselbe wie aus dem ersten Teil und passt hier natürlich genauso gut. Schade sind nur die manchmal kurzen Wege.

Inventargegenstände sind ausser in den Wimmelbildern auch so an den Orten zu finden. Einige bleiben lange im Inventar, bis sie ihren Einsatzpunkt finden. Die meisten aber werden mehr oder weniger gleich um die Ecke eingesetzt. Selten bis gar nicht hast du die Wahl zwischen zwei oder mehr Inventarobjekten, welches du als erstes einsetzten solltest. So entsteht eine Geradlinigkeit, die das Ganze etwas abbremst. Aber es gibt sie auch, die langen Wege.

Nach einem ersten Abschnitt fliegst du mit einem Heissluftballon in die Nähe des Schlosses und hier werden die Wege dann länger. Schon allein, weil du immer wieder kontrollieren musst, ob es nicht irgendwo ein neues Wimmelbild gibt, das dir den benötigten Inventargegenstand bringt. Eine Karte gibt es nicht, aber das ist auch nicht nötig.

Mehr in Schwierigkeiten kann einen da schon der fehlende Tipp bringen. Man bekommst zwar detaillierte Informationen zu wichtigen Stellen, aber wenn man wirklich mal was übersehen hat, gibt es keine Hilfe. Auch kein Buch mit wichtigen Notizen, du musst dir alles selbst merken oder aufschreiben. Das wiederum ist ein guter Schachzug, denn es macht den Spieler nicht zu bequem. Nur mal eben im Buch nachsehen kann ja jeder!

Jetzt aber bitte nicht denken, es gibt gar keine Tipps. Für die Suchszenen gibt es sie natürlich, mit einer relativ langen Aufladezeit. Je nach Spielmodus als Experte sogar noch länger als lang. Ebenso die Überspringen-Funktion bei Minispielen. Die sind ausnahmslos ins Spielgeschehen integriert und keine Leichtkost.

Auch ist die Spielzeit einigermassen okay. In der Collector's Edition gibt dann wieder die üblichen Verdächtigen wie Zeichnungen zum Spiel, Bildschirmschoner und -hintergründe und Musik. Das alles ist aber erst nach dem Spielen der Bonuslevel verfügbar, die wiederum nach dem Beenden des Hauptspiels freigeschaltet sind. Ausserdem gibt es von Beginn an einen integrierten Walkthrough. Aber mal ehrlich: Einen Hintergrund kann sich jeder ganz leicht selbst vom Spiel machen, für Lösungen gibt es einschlägige Websites. Aber trotzdem: Die Zusatzlevel erzählen die Geschichte noch weiter und man erfährt etwas, das man nach den eigentlichen Grundspiel nicht weiss. Und das erst nach einer guten halben Stunde oder mehr Spielzeit.

Dieser Nachfolger ist düsterer und genauso gut wie der erste Teil. Einzig das oft naheliegende Einsetzen der Inventarobjekte schmälert den Spielspass etwas, wenn auch nicht viel. PuppetShow: Souls of the Innocent ist unbedingt zu empfehlen, vielleicht sogar als Collector's Edition - ganz bestimmt aber später in der normalen Version. Und auf die angekündigte Fortsetzung darf man auch wieder gespannt sein!