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PuppetShow: Blitzschlag

tassen tassen
Herausgeber: BigFish Games
Entwickler: ERS
Download (Normal): BigFish Games.de
Download (Sammler): BigFish Games.de

Autor: Elke M.
Datum: 25.08.2014
Deutsch (Normal): 12.12.2014


Schwächster, überflüssigster und sinnfreiester Teil dieser Reihe
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Gerade noch retteten wir die Brooklyn Bridge vor einem zerstörungswütigen Clown, da werden wir auch schon nach Paris zitiert. Ein Gentleman holt uns sogar per Luftschiff aus dem fernen Amerika ab. Er ist an unserer Meinung interessiert, ob es denn möglich sei, Menschen per Blitzschlag zu entführen. Und während wir noch darüber nachdenken, werden wir auch schon Zeuge dieses Spektakels.

Die Grafik steht in Nichts den anderen Teilen dieser Reihe nach. Allerdings kann man mittlerweile nur anhand der Bilder diese Teile nicht mehr voneinander unterscheiden, weil sich die Landschaften doch zu sehr ähneln. Gerade die weiblichen Stimmen hören sich furchtbar künstlich und unprofessionell an, die Animation beim Sprechen fehlt. Das ist deswegen schon schade, da vor allen Dingen in der ersten Hälfte Dialog an Dialog gereiht wurde und schier kein Ende zu nehmen scheint. Dazu gesellen sich unzählige Zwischensequenzen, die den Eindruck nur noch verstärken, hier Zeitschinderei betrieben zu haben. Kleiner Lichtblick ist der Soundtrack, der sich gar nicht so unangenehm in unseren Gehörgängen anfühlt.

Bei den Schwierigkeitsstufen haben wir wenige Auswahlmöglichkeiten. Die üblichen drei Modi „Leicht“, „Mittel“ und „Schwer“ weichen nur in den üblichen Punkten wie Aufladegeschwindigkeit von Tipp und Skip, Klickstrafen in den Wimmelbilder, Glitzern von aktiven Bereichen und Einführungsanweisungen voneinander ab. Ein Wechsel ist selbstverständlich möglich, da über den Punkt Optionen.

Zu Beginn ist es unsere Aufgabe, den Hinweisgeber in Form eines Hutes, die Karte und das Tagebuch zu finden. Und da ERS uns vermutlich alle für unfähige Spieler hält, werden bei „PuppetShow: Blitzschlag“ immer und überall die Gegenstände am oberen Bildrand angezeigt, die wir momentan in der aktuelle Szene finden können. Selbst wenn wir nur eine Kiste öffnen, in der sich lediglich ein Objekt befindet, wir dieses unermüdlich oben in seiner ganzen Pracht dargestellt. Im Journal werden Codes eingetragen, so unauffällig, dass wir teilweise gar nicht merken, bereits in deren Besitz zu sein. So erscheinen einige Aktionen absolut überflüssig und erst im Nachhinein entdecken wir deren Sinn. Die Karte ist zudem sehr ungenau, zeigt sie doch wiedermal auch die Dinge an, die noch gar nicht komplett von uns erledigt werden können. Sie verfügt über eine Transportfunktion und wer sie nur ganz selten nutzt, muss immer erst abwarten, bis sie gezeichnet wurde, um sie verwenden zu können.

Eine Mappe mit Beweisstücken wird uns ebenfalls an die Hand gegeben. Darin sammeln wir Karten mit Personen oder Ereignissen. Diese Karten können wir Unterpunkten zuordnen, eine Wahrsagerin verrät uns manchmal Informationen dazu. Ein richtiges System hat dieses Element aber nicht, oft befinden sich etliche dieser Karten darin, ohne sie irgendwo platzieren zu können. Wir erfahren darüber höchstens, dass wieder ein Mädchen verschwunden ist, wie das allerdings passierte, bleibt ein Geheimnis.

Das auch schon in den anderen Teilen vorkommende kleine, bösartige Krabbel-Püppchen kommt auch wieder vor, allerdings nur sehr sporadisch und ohne größere Bedeutung. Ja, ich möchte sogar behaupten, dass in diesem Fall das ganze Puppen-Thema nicht mehr dazu passt und nur notgedrungen hier und da eingefügt wurde. Allerdings führt das nur dazu, dass die Geschichte noch wirrer und wenig nachvollziehbarer wird. Das bestätigen auch komplett unsinnige und überflüssige Aktionen, wie z. B. folgende: Wir haben eine Löffel voll Wachs und einen Topf, unter dem ein Feuer brennt. Allerdings können wir das Wachs hier nicht schmelzen, sondern müssen zurück zu einem Lagerfeuer und darüber das Wachs erhitzen. Haben wir das erledigt, eilen wir zurück und kippen die Flüssigkeit nun in den Topf, um Kerzen zu gießen. Davon abgesehen handelt es sich um einen kleinen Löffel und einen großen Topf, der sich aber vollständig mit Wachs füllt. Genauso ist es auch mit Höhen. Mal kommen wir ganz oben an etwas heran, dann wieder nicht und müssen uns Hilfsmittel suchen. Und hier natürlich immer wieder die gleichen Scheren, Hämmer, Zangen usw.

Selbst die Wimmelbilder liegen weit hinter normalem Standard. Es gibt keine Listen mit Begriffen, dafür dürfen wir x-Mal gleiche Gegenstände suchen, die einfach nur irgendwo im Bild platziert wurden. So wundert es auch nicht, dass wir eine Auszeichnung dafür erhalten, ein Wimmelbild in unter 12 Sekunden zu bewältigen. Einmal gilt es, Objekte nach Umschreibung zu finden, alternativ können wir uns diese Dinge aber wieder als Abbildung anzeigen lassen. Umriss-Suchen fehlen auch nicht, einige davon besuchen wir ein zweites Mal.

Die zwanzig Rätsel wurde teilweise ganz nett inszeniert, sind aber reiner Durchschnitt, dazu noch schlecht erklärt. Selbst die Minispiele, die anfänglich etwas schwieriger erscheinen, sind simpel gestrickt, wenn wir unseren Denkapparat vollkommen abschalten und naiv an die Sache rangehen. So puzzeln wir ein Poster zusammen, sortieren Bücherrücken, schalten Sicherungen in der richtigen Reihenfolge ab, drehen Spiegel in die korrekte Position und setzen Länder nach Umrissen in einen Globus ein. Eine Art Risiko-Version entpuppt sich als einfaches Rechenbeispiel und einer Drei-Gewinnt-Variante fehlt ebenso der besondere Pfiff. Ganz selten können wir zwischen „leicht“ und „schwer“ wählen.

So ist die Tatsache, dass die Spielzeit bei sehr geübten Spielern weit unter drei Stunden liegt, hier nicht mal eine Enttäuschung. Im Gegenteil, jede Minute mehr wäre reine Zeitverschwendung. In den Extras der Sammleredition ist die Suche von 42 Sparschweinen beinhaltet. Mit dem Auffinden eines jeden erhalten wir Münzen, mit denen wir wiederum den Eiffelturm oder die Freiheitsstatue restaurieren können. Haben wir nicht alle Tierchen entdeckt bleiben die Sehenswürdigkeiten unvollendet, außer wir beginnen von vorne und suchen nach den übersehenen Teilen. Genauso frustrierend sind die Auszeichnungen, von denen es 30 Stück gibt. Bei 10 erfahren wir, wie wir sie erlangen, der Rest bleibt verborgen. So habe ich durch Zufall herausgefunden, dass  es z. B. dann eine Errungenschaft gibt, wenn wir das Intro überspringen oder ganze Dialoge. Oder auch, wenn wir Inventargegenstände einige Male falsch verwenden. Dazu haben wir die Möglichkeit, 13 Rätsel und 9 Wimmelbilder erneut zu spielen. Es fehlen auch nicht Wallpapers, Konzeptkunst, Bildschirmschoner, Filme und die Musik. Das ca. 45-minütige Bonuskapitel ist übrigens nur vom Hauptteil abgeschnitten worden, was bedeutet, dass wir das wirkliche Ende nur erfahren, wenn wir in die Sammlerausgabe investieren.

„PuppetShow: Blitzschlag“ hat so ziemlich alles, was man sich bei einem Spiel nicht wünscht. Eine weit unter Durchschnitt liegende Spielzeit, schlechte Wimmelbilder und ideenlose Rätsel, eine schlampig programmierte Karte, Dialoge en masse, eine undurchsichtige Geschichte und idiotische Hilfestellungen und Aktionen. Leider wird uns am Schluss des Bonuskapitels offenbart, das es immer noch weiter geht und ein nächster Teil folgen wird. Es ist absolut unverständlich, warum ERS so an dieser Reihe festhält, fällt ihnen doch anscheinend gar nichts mehr dazu ein. Selbst wenn es ein Angebot zur Normalversion geben würde, würde ich davon abraten, weil dann ein vernünftiges Finale fehlt.  Wer sich die Probestunde antut, macht übrigens nichts falsch, man hat dann auch fast schon die Hälfte des Spiels hinter sich gebracht (außer, man hat nur die ersten Kapitel freigegeben, dann wird auch das ein kurzes „Vergnügen“).


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