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Puppetshow: Ungewisses Schicksal


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Herausgeber: BigFish Games
Entwickler: ERS

Download (Normal): Bigfish Games.de
Download (Sammler): BigFish Games.de

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Autor: Claudia K.
Datum: 29.03.2013
Deutsch (Normal): 09.08.2013


Und wieder einmal ist Joyville ein Ort, der nicht gerade Freude verbreitet. Felicias Vater, der Meister der Puppen, ist verschwunden und das den Kennern der Serie sattsam bekannte mechanische Männchen aus Kopf und Beinen ist durchaus nicht erfreut, dass du dem Mädchen erneut zur Hilfe eilen möchtest. Aber auch mit Felicia stimmt etwas nicht. Einerseits fleht sie um Hilfe, andererseits stellt auch sie sich dir handgreiflich in den Weg. Kannst du die Ungereimtheiten aufdecken und den Meister nicht nur finden, sondern auch retten?

Davon ist natürlich auszugehen, denn warum sonst solltest du sonst überhaupt mit dem Spiel beginnen? Und so arbeitest du dich von Beginn an zum genannten Ziel vor, Abschweifungen jeglicher Art sind dabei nicht vorgesehen. Lediglich die Sache mit Felicias scheinbarer Schizophrenie ist eine kleine und dazu noch recht sinnbefreite Nebenstraße, die schnell aufgeklärt wird und dem Spiel keinerlei Mehrwert vermittelt. Damit aber steht dieser Geschichtsstrang nicht allein.

Dir wird ein kleiner Helfer zugeteilt, eine mechanische Puppe, die du gar selbst benennen darfst. Und mehr noch: während des Spieles findest du diverse Schnittmuster für Kopfbedeckungen, die du dann in drei unterschiedlichen Minispielen zusammensetzen kannst. Ist sie fertig, kannst du sie deinem neuen Freund auf den Kopf setzen und so ausgestattet findest du ihn dann in der linken Ecke deines Bildschirmes. Im Einsatz allerdings scheint er Kopfbedeckungen nicht so zu tolerieren, er marschiert baren Hauptes los und ist grundsätzlich ein unsympathisch wirkender Kerl, der durch Maske, Weihnachtsmütze oder Perücke eigentlich nur gewinnt. Was das Ganze nun mit dem Spiel zu tun hat, ist nicht klar, ein Hutmacher kommt jedenfalls nicht vor. Es stellt sich auch die Frage, ob diese Erweiterung nur für die Sammleredition vorgesehen ist, da eine Kopfbedeckung erst im Bonus-Spiel zu finden ist. Ebenfalls sammeln kannst du 10 Puppen, die zwar zum Spiel passen, ansonsten aber keine weitere Bedeutung haben.

Und noch einen Nachteil hat deine Hutwerkstatt. Wie in allen Teilen der Puppetshow-Serie besteht dein Inventar aus einem Fächer links am Bildschirmrand. Um ein Inventarobjekt herausnehmen zu können, musst du ihn öffnen. Der begehbare Kleiderschrank deines kleinen Helfers liegt so ungeschickt daneben, dass du öfter als dir lieb ist die Kopfbedeckungen deines Freundes bewundern kannst, wenn du eigentlich nur einen Hammer oder eine Brechstange haben wolltest.

Ansonsten folgt Puppetshow: Ungewisses Schicksal fast ausschließlich ausgetretenen Pfaden, allerdings in einigen Belangen denen, die als nicht sonderlich gern begangen gelten. Anfänglich werden einige der mindestens zweimal zu spielenden Wimmelbilder durch Umrisspuzzleszenen repräsentiert. Jedes Objekt wird eingesetzt, um ein anderes zu finden, was dann letztendlich zum finalen Inventarobjekt führt. Und es wird schnell klar: Hier wurde lieb- und größtenteils auch fantasielos gearbeitet. Und ebenfalls klar wird, dass dies nur als Anreiz für die Probestunde gedacht ist, denn im Verlauf gibt es dann nur noch Wortsuchlisten mit mehr oder weniger "spannenden" interaktiven bzw. zusätzlich versteckten Gegenständen. Es ist fast unverständlich, dass ein erfahrener Entwickler wie ERS hier immer wieder auch in eine Unart verfällt, die man sonst nur bei Anfängern sieht: Ein Gegenstand steht in der Suchliste, aber 2-4 dieser Art sind in der Szene zu finden. Korrekt ist natürlich nur einer. Auch die schnelle Wiederholung mancher dieser Wimmelbilder stimmt nicht unbedingt fröhlicher.

Gradlinigkeit ist ein weiteres Merkmal von Puppetshow: Ungewisses Schicksal. Du benötigst etwas und kaum ausgedacht, wird es dir schon angeboten oder du hast das Entsprechende bereits im Inventar. Dein Einsatzgebiet ist dabei meist sehr begrenzt, was den Abenteuer-Teil ziemlich eingeschränkt. Die dir überlassene Karte ist zwar eigentlich mit einem Klick zu erreichen, allerdings musst du dann erst schauen, wo du eigentlich bist, den entsprechenden Reiter wählen und hast du deinen Standort gefunden, dann kannst du zwar mit Klick&Hopp zum gewünschten Ort, doch wozu eigentlich, wenn eh nicht mehr als vier bis fünf Schritte nötig sind. Zudem die Karte auch nur anzeigt, wo irgendwann noch irgendetwas zu tun sein wird, nicht aber ob dies jetzt so ist. Der Tipp, der eigentlich auch als Richtungsanzeiger dient, hat dazu ab und an keine Lust und erzählt dir dann nur, dass du hier deine Zeit verschwendest. Die Puzzles sind eine Mischung. Ein Großteil von ihnen beleidigt die Intelligenz eines Dreijährigen. Aber ab und an, vor allem zum Ende hin, gibt es dann doch ein paar Geduldpuzzles, die ein wenig Nachdenken erfordern.

Schön und sehr passend zu diesem Spiel sind die Grafiken. Sie unterstützen den Puppencharakter, sind dazu hell und freundlich. Und auch die Spielzeit von Puppetshow: Ungewisses Schicksal ist gut. Ohne Zeitschinderei kann man gut 4 - 4,5 Stunden mit diesem Spiel verbringen, etwa 45-60 Minuten gibt die Sammleredition dazu. Die bietet außerdem noch die Wimmelbilder und Minispiele zum unbegrenzten Nachspielen, sowie neben den üblichen Verdächtigen Kalender mit Motiven des Spieles.

Aber: Eine gute Spielzeit und viele Extras in der Sammleredition machen noch kein gutes Spiel aus. Puppetshow: Ungewisses Schicksal ist lieblos gemacht, die Geschichte führt nirgendwo hin, ist auch keine Ergänzung zu den vorherigen Teilen, sondern nur das krampfhafte Am-Leben-Erhalten einer erfolgreichen Spielserie. Die Zeit der Puppenspieler scheint vorbei und es ist an der Zeit, dass BFG und ERS dies auch merken.

 

 


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