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Puppet Show: Die Sammlung einer Erbarmungslosen


tassentassentassen
Herausgeber: BigFish Games
Entwickler: ERS

Download (Sammler): BigFish Games.de

Autor: Andreas
Datum: 07.12.2016


Der 9. Teil einer einstmals guten, aber längst tot gelaufenen Serie
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Du wirst von einer jungen Frau zu Hilfe gerufen, weil ihr Verlobter James entführt wurde. Auch andere Entführungen hat es in der Vergangenheit bereits gegeben, die Opfer tauchten allerdings mit Gedächtnisschwund später wieder auf. Nach und nach lüftest du da Geheimnis, das hinter all dem steckt.
Schon mit der Geschichte beginnt das Hauptmanko des Spiels. Es werden Handlungsfäden anfänglich gesponnen, die nie aufgelöst werden. Einzig die Entführung des Verlobten selbst wird bis zum Ende verfolgt.

Wer als Fan der Serie annimmt, dass die Tradition der bösen Puppen weiter verfolgt wird, wird bitter enttäuscht. Zwar taucht im Vorspann die bekannte Puppe auf, ansonsten gibt es keinerlei Gemeinsamkeiten. Womöglich war den Entwicklern das klar, weshalb sie keine Gelegenheit ausließen, zu betonen, dass es sich um eine Puppet Show handelt: Es treten gefühlt hunderte von Puppen auf, in jeder Szene tauchen sie auf, für gewöhnlich ohne Bezug zur Handlung.

Es gibt die mittlerweile zum Standard gewordenen Varianten bei der Modus-Wahl, darunter einen, der weitgehend individuell angepasst werden kann.
Die Karte zeigt auf Wunsch Orte, an denen etwas zu erledigen ist und verfügt über eine Transportfunktion.
Auch der Tipp transportiert zu Szenen, die weiter als einen Schritt entfernt liegen. Allerdings ist er nicht immer wirklich hilfreich: Zumindest einmal führte er an eine Stelle, an der es nichts zu tun gibt, häufig verlangt er, einen Inventargegenstand zu bearbeiten, der uns aber zur Zeit gar nichts nutzt.

Der Fortgang der Geschichte erfolgt in gewohnter ERS-Manier: Mit mit für den Entwickler typischer Grafik werden alle möglichen Standardaktionen ausgeführt, nur höchst selten erleben wir mal einen kleinen Dreh, der noch nicht endlos wieder und wieder vorgeführt wurde. Und natürlich kommen auch die Dauerbrenner des kaputten Reißverschlusses und das sachlich völlig sinnlose Ölen einer verrosteten Stelle vor, zusammen mit vielen Schlüsseln und Emblemen.

Die Wimmelbilder sind noch recht ordentlich geworden, handelt es sich doch nicht nur um reine Wortsuchlisten. Vielmehr werden vereinzelt Rätsel eingebaut, etwa in der Form, dass Gegenstände zurück gelegt werden müssen.

Die Minispiele hinterlassen einen zwiespältigen Eindruck. Einige bewegen sich auf der unteren Ebene des Kindergartenniveaus, andere erfordern durchaus einige Arbeit und benötigen tatsächlich den Einsatz des Hirns. Unverständlich hier, dass nicht alle über eine Neustartfunktion nverfügen, obwohl es durchaus das eine oder andere gibt, bei dem sie schmerzlich vermisst wird. Und auch die Erklärungen lassen hier und da Wünsche offen. Zumindest einmal ist ein Fehler enthalten.

Die Länge bewegt sich im durchschnittlichen Bereich, dies ist aber sozusagen brutto zu verstehen: Das Spiel hat sich durchweg der Maxime der Zeitschinderei verschrieben. Das beginnt schon mit vielen Videosequenzen, die wenigstens meist auch abgebrochen werden können. Weiter geht es mit einer Unmenge von Plus-Objekten, die einmal gefunden dann noch eigens bearbeitet werden müssen, gern in der Form des Zusammfügens von Einzelteilen.

Probleme treten bei der Maussteuerung auf, insbesondere in Wimmelbildern, wo es mehrmals erst nach etlichen Versuchen gelang (selbst mit Verwendung des Tipps) ein Objekt beim zuständigen Pixel zu erwischen.

Von der Sammlerausgabe wird wie meist abgeraten. Es gibt hier Sammelobjekte, die man geradezu automatisch findet, keinerlei Chamäleonobjekte. Die Extras allerdings sind vergleichsweise üppig, so kann man zum Beispiel die Minispiele nach spielen, ebenso Wimmerlbilder.

Fazit:
Wir haben hier ein Spiel, das sich problemlos hintereinander weg spielen lässt ohne nennenswerten Anspruch oder Einfallsreichtum. Es ist eindeutig auf die Fans und vor allem Sammler der Serie zu geschnitten, obwohl es mit der Serie so gut wie nichts mehr zu tun hat. Bei einer reinen Spiellänge am unteren Ende des Durchschnitts und ein paar Unzulänglichkeiten kann es nur sehr eingeschränkt empfohlen werden.