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Plan it green
Nachlese
Herausgeber:Merscom/Nat Geo Game
Entwickler:Gunnar Games

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Autor: Claudia K.

Du wurdest zum Bürgermeister Deiner Stadt gewählt und gemeinsam mit Experten machst Du Dich daran, Deine Heimatstadt in eine grüne Oase von Glück und Umweltfreundlichkeit zu verwandeln. Also baust Du umweltfreundliche Häuser und Gebäude, legst Park und Gärten an und ersetzt umweltschädliche Kohlenergie durch Sonnen-, Wasser- und Nuklearenergieanlagen

Wer andere "Aufbau"-Spiele gespielt hat und sich ein "grünere" Version davon erhofft, wird sich etwas enttäuscht sehen. Während der Schwerpunkt bei anderen Spielen auf dem "bauen" liegt, liegt bei "Plan it Green" die Hauptaufmerksamkeit auf den Upgrades. So wirst Du in eigentlich jedem Level wenig bauen, aber dann alles aufwerten, was nicht bei drei auf dem Baum ist.

Es gibt verschiedene Zeitlimits - aber Du kannst im Grunde jedes Level spielen, so lange Du willst. Du wirst nicht neu anfangen müssen, nur weil Du 20 Tage über dem Zeitlimit bist. Naja, wenn auch wenig Anspruch an den Spieler, so doch wenigstens im Zeichen der Zeit: Wenn Du für Stadt oder Gemeinde baust, dann macht es nix, wie lang es dauert.

In den insgesamt 45 Leveln werden Dir mehr oder weniger unterschiedliche Ziele gesetzt, wie z.B.: Baue ein Eco-Haus, erhöhe die Distrikt-Zufriedenheit auf 35%, erreiche ein tägliches Steuereinkommen von €2000.
Geld- und Prozentziele erreichst Du in der Regel durch Upgrades mit ökologischen Materialien oder Verbesserungen. So wie zum Beispiel Solarzellen, Wasseraufbereitungsanlagen oder umweltfreundliche Farben. Auch Shops haben zum Teil individuelle Aufwertungen wie Windenergieräder oder "mit dem Fahrrad zu Arbeit". Auch gibt es Upgrades, die den ganzen Bezirk betreffen wie Fahrradwege oder Geschwindigkeits - Reduzierer auf der Strasse.

Die zwischendurch eingestreuten Informationen sind im übrigen mit Vorsicht zu geniessen. Denn bei Nachprüfungen im Internet habe ich kaum welche davon in irgendeiner Form verifizieren können. Schade, Infos zu diesem Thema in einem solchen Spiel sollten der Realtität entsprechen und nicht dem Wunschdenken der Entwickler.

Dein Einkommen erzielst Du einmal aus den täglichen Steuereinnahmen, zum anderen aus sogenannen Energie-Credits, die Du für umweltfreundliche Upgrades, Häuser oder Gebäude erhältst. Diese kannst Du dann in Geld umtauschen. Damit kaufst Du dann das Material. Wie üblich: Je mehr Du kaufst, desto günstiger wird es. Ausserdem bezahlst Du für alles, was Du baust oder verbesserst, zusätzlich zum Material auch noch einen Geldbetrag.

Du hast verschiedene Bezirke, ein reines Industriegebiet zum Beispiel, einen landwirtschaftlichen Bezirk, einen reinen Wohnbezirk mit kleinen Shops und andere. Alle haben natürlich verschiedene Anforderungen.

Das Spiel an sich stellt wenig Ansprüche. Ich habe in einer anderen Nachlesen was von "schnellem Spiel" gelesen, vermute aber, dass dort eher nach der Nase des Entwicklers geschrieben wurde. Im Gegenteil, Du verbringst viel Zeit damit auf Geld zu warten, damit Du die horrenden Grund- und Materialpreise bezahlen kannst (zumindest sehr realitätsnah: Alles was umweltfreundlich ist, ist doppelt so teuer ;)). Aber in einem ist es schon richtig: Selbst Goldzeit erreichst Du in den meisten Leveln sehr schnell. Von den 45 Leveln dauern 35 nicht länger als 5-6 Minuten. Und davon verbringst Du dann oft die meiste Zeit mit warten.

Ansonsten ist es ein Spiel der Ungereimtheiten, der Fehler, der Ärgernisse. Es kann es Dir passieren, dass Du Levelziele nicht (in Medallienzeit) erreichen kannst, weil Du im Vorfeld ausschliesslich das getan hast, was für Goldziel nötig war. Dann fehlen Dir aber wichtige Gebäude oder Häuser, die Du im nächsten Level schon aus Kostengründen nicht im Zeitlimit bauen kannst. Tust Du zuviel, werden die nächsten Levelziele entsprechend geändert, sind dann allerdings auch nicht mehr in Medallienzeit zu erreichen.
Die Distrikt Updates blockieren sich häufig. Du bezahlst, sie laden, aber laden nicht durch. Damit hast Du zwei Probleme: Erstens: Du erhältst das benötigte Upgrade nicht, zweitens: alle anderen Bezirks-Upgrades sind ebenfalls blockiert.
Auch sehr unschön: Du brauchst hohe Umweltwerte - die Recyclinganlage, die Du in einem Level vorher mit nur zwei oder drei Häusern anschaffen musstest(!) schaltet aber die Recyclingtonne für die neuen Häuser nicht mehr frei. Auch dann nicht, wenn Du noch mal bezahlst. Du kannst die Häuser und Gebäude also nicht vollständig aufwerten.
Auch kannst Du Dich nicht immer darauf verlassen, die angegebenen Punkte auch zu erhalten. So zeigen Parks z.B. eine Erhöhung der Bevölkerungszufriedenheit an, was manchmal funktioniert und manchmal nicht.
Und um es dann noch unschöner zu machen, Du kannst kein Level wiederholen. Zwar gibt es die Option des Level - Neustartes, aber dass Du einen "Fehler" gemacht hast, merkst Du ja erst später.

Das Tutorial ist einerseits sehr ausführlich, schon fast zu ausführlich, leider aber nicht komplett. So werden die Energiepunkte z.B. erst in Level 10 erwähnt. Wenn Du sie aber nicht schon vorher einsetzt, bzw. verkaufst, wirst Du Level davor schon nicht in Medallienzeit schaffen. Auch bei anderen Dingen wirst Du eher selber drauf kommen müssen, als das es Dir (rechtzeitig) gesagt wird. Weniger Offensichtliches und dafür alles Wichtige wäre hier angebracht gewesen.

Ob nun Nukleartechnik die Beste aller umweltfreundlicher Energiequellen ist, ist sicherlich eine reine Ansichtssache, über die sehr viel grössere Geister als ich schon seit Jahren diskutieren. Dass aber die Umweltfreundlichkeit in einem Gebiet mit reiner Industrie bei 97% liegen kann, während man in einem Wohngebiet mit Parks, Sportanlagen und Null-Energie-Häuser nur 76% erreichen kann, das wage ich dennoch stark zu bezweifeln.

Positiv sind sicherlich die Grafiken. Die Gebäude ändern sich mit den Upgrades, es ist nett, zu sehen, wei die Leute in ihren Ökogärten arbeiten oder ihren Müll zur Recyclingtonne bringen.

Das Thema zurück zur Natur ist ein wichtiges Thema und in aller Munde. Wir hören täglich in den Nachrichten davon. Schade, dass Merscom, Gunnar Games und auch National Geographics dies nicht zum Anlass genommen haben, ein klug durchdachtes Spiel zu entwickeln. Was wir haben, ist ein Spiel voller Fehler in mehrerer Hinsicht, dass ausser seinen Grafiken nicht wirklich viel zu bieten hat. Wer ein Bau-Spiel herausbringt, muss sich den Vergleich mit der Build-a-Lot Serie gefallen lassen. Die grüne Stadt: Plan it Green wirkt wie eine Kopie bei der die (wichtige) Hälfte weggelassen wurde. Nur die Grafiken halten jedem Vergleich stand, bzw. übertreffen das Original.

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