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Plagiarii

tassen
Herausgeber: BigFish Games
Entwickler: Moncawit

Download: BigFish Games.de

Autor: Elke M.
Datum: 28.03.2105


Kakophonie des Grauens inkl. einer riesigen Menge an Wimmelbildern und Rätseln
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Wir erwachen als Evelyn Ray an einem uns unbekannten Ort, der einem Krankenhaus ähnelt. Eingesperrt und ahnungslos versuchen wir einen Ausweg aus der Misere zu finden. Nachdem wir uns befreien können, durchsuchen wir das Gebäude und stoßen bald auf andere Gefangene, die uns von Versuchen an ihnen berichten. Doch damit nicht genug. über ein Portal machen wir auch noch Bekanntschaft mit außerirdischen Wesen und einem Prinzen, mit dem uns auf den ersten Blick eine ewig währende Liebe verbindet.

Eigentlich handelt es sich bei diesem Spiel um ein Dauerwimmelbild, in das ein Comic integriert wurde, Standbilder und Sprechblasen inklusive. Die Grafik ist reine Geschmackssache, trotzdem wurde auch dieses Stilmittel in ähnlichen Spielen schon wesentlich besser umgesetzt. Wir wurschteln uns in der ersten Hälfte ausnahmslos allein durch die Räume, nur mit Hilfe von wenigen Selbstgesprächen und einigen Brieffetzen erahnen wir die magere Handlung.

Sobald wir den Start-Knopf drücken, befinden wir uns mitten im Geschehen. Es ist keine Modi-Auswahl vorhanden und auch kein Journal oder eine Karte. Letztere ist nicht notwendig, da wir so gut wie nie mehr an einen erledigten Ort zurückkehren. Gleich von Beginn an öffnet sich ein Wimmelbild nach dem anderen, größtenteils handelt es sich hierbei um Wortsuchlisten, in denen max. eine Interaktion eingebaut wurde in Form von „öffne etwas“. Getreu dem Motto „was winzig dargestellt ist, ist auch schwieriger zu finden“ suchen wir oft verzweifelt nach Gegenständen, bis uns die Augen tränen. Zwar sind die Objekte grundsätzlich sehr klar gezeichnet, aber eben so klitzeklein, dass bei fast 30 Wimmelbildern jedem Spieler schnell die Lust vergeht. Neben den Wortsuchlisten gibt es noch die Variante, 15 gleiche Dinge ausfindig zu machen. Einmal sehen wir im Bild geschriebene Wörter und müssen diese als Utensilien ausfindig machen und einmal suchen wir sinnigerweise Umrisse nach Umrissen. Nervtötend ist dabei die Geräuschkulisse. Klicken wir daneben oder aus Frust auf irgendwelche Gegenstände, weil wir wieder mal mit endlosem Suchen beschäftigt sind, werden wir Zeugen eines Konzerts der ganz besonderen Art. Die Uhr bimmelt, der Motor brummt, die Ente schnattert und die Trillerpfeife quietsch ohrenbetäubend. Glücklicherweise wurde zumindest an einen Hilfe-Button gedacht, der nach relativ kurzer Aufladezeit wieder zur Verfügung steht.

Auch die ca. 20 Rätsel sind grafisch auf niedrigstem Niveau. Gelegentlich verschmelzen sie mit den Wimmelbildern zu einer Einheit. Doch die Entwickler lassen uns da bereits von Beginn an im Stich. Irgendwie wurde es zu weiten Teilen versäumt, eine vernünftige Erklärung in die Minispiele einzubauen. Oftmals erhalten wir sogar gar keinen Text dazu. Andere sind so gestaltet, dass sie nur mit einem fotografischen Gedächtnis gelöst werden können. Wir müssen beispielsweise einen Zahlencode in einen Computer eingeben. Nur für ca. eine Sekunde wird uns ein Feld gezeigt, das aus mehreren Reihen und Spalten besteht. Darin sind an bestimmten Stellen Zahlen markiert. Wir müssen nun, nachdem das Feld wieder verschwunden ist, diese Kombination eingeben und zwar in dem wir auf einem gleichen Feld die eben gesehenen Ziffern erneut anklicken. Beim ersten Mal ist dieses Vorhaben unmöglich zu schaffen. Aber schlau wie wir sind, notieren wir uns pro Versuch eine Reihe. Leider wird uns hier ein Strich durch die Rechnung gemacht, weil sich bei jedem erneuten Versuch die Plätze der gekennzeichneten Zahlen ändern. Ansonsten bestehen unsere Aufgaben darin, mit Schiebereglern gleichmäßige Spannung herzustellen, Uhrzeiger einzustellen, Unterschiede oder gleiche Paare zu finden, Leuchtkäfer einzusammeln und Bakterien mit Hilfe einer Flüssigkeit zu neutralisieren. Zumindest wurde auch hier an eine überspringen-Funktion gedacht.

Wir werden gleich anfangs darüber informiert, dass sich 36 Kristalle überall, also auch in den Wimmelbildern und Rätseln verstecken. Ihre Bedeutung bleibt für uns allerdings für immer ungeklärt, nach Abschluss erhalten wir lediglich die lapidare Information, wie viele wir davon gefunden haben.

Das Ende kommt urplötzlich und ohne Vorwarnung bereits nach weniger als zwei Stunden. Freundlicherweise werden wir schriftlich darüber informiert. Auch der Zusatz, dass wir uns jetzt das Zusatzkapitel, bestehend aus 6 Bildern mit Sprechblasen, ansehen dürfen, fehlt nicht. Darin wird uns die im Ankündigungstext so großartige Love-Story präsentiert. Spätestens hier treibt es uns ein zweites Mal die Tränen in die Augen (erstes Mal war aufgrund der Wimmelbilder), entweder vor Wut über den unnützen Kauf oder vor Lachen.

Selbst wer ein Freund dieses Cartoon-artigen Stils ist, sollte bei „Plagiarii“ trotzdem unbedingt die Probestunde nutzen. Eine Geschichte wäre hier überhaupt nicht notwendig gewesen, weil die sture und einfallslose Aneinanderreihung von Spielelementen diese komplett im Hintergrund verschwinden lässt. Den Wimmelbildern fehlt es an Darstellungskraft und  Pfiff, den Rätseln an Erklärungen und Nachvollziehbarkeit. Geschenkt ist da noch zu teuer.


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