A | B | C | D | E | F | G | H | I | J | K | L | M | N | O | P | Q | R | S | T | U | V | W | X | Y | Z | 0-9
links to Forum/Spenden/Facebook Spenden forum facebook

  • Nachlese
  • Tips&Tricks
  • Lösung
  • Direkt download


Phenomenon: Der goldene Homunkulus


tassen tassen
Herausgeber: BigFish Games.com
Entwickler: Puzzle Lab

Download (Normal): BigFish Games.de
Download (Sammler): BigFish Games.de

Wenn Du Phenomenon: Der goldene Homunkulus auch bewerten oder die Meinung anderer Spieler lesen möchtest, dann geht es hier lang

Autor: Elke M.
Datum: 28.05.2014
Deutsch (Normal): 12.09.2014

Wenn es jemals ein Spiel gegeben hat, das niemals hätte entwickelt werden soll, dann ist dieses hier ein erstklassiger Kandidat
~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~

Als wir fünf Jahre alt sind, müssen wir mit ansehen, wie unsere Eltern von einem Blitz getötet werden. Alles was sie uns hinterlassen, ist eine Art Amulett, ein goldenes Homunkulus. Jahre später haben wir immer und immer wieder den gleichen Alptraum. Auch der Anhänger verändert sich und beginnt, uns zu leiten. Es scheint so, als würde uns Etwas rufen. Unsere Reise startet in einem Sperrgebiet, in dem alles fremd aussieht, wie von einer anderen Welt.

So beginnt „Phenomenon: Der goldene Homunkulus“. Was allerdings als andere Welt beschrieben wird, ist ein undefinierbarer Mix aus Runen, Inka-Kultur, Mittelalter oder vielleicht doch Außerirdischen? Die Grafik ist hell und freundlich, selbst der böse Geist, den wir nur mit unserem Homunkulus vertreiben können, jagt uns keinen Schrecken ein. Die Stimmen der Protagonisten sind gänzlich unpassend ausgewählt und klingen so, als ob man das Audio-Band eines Englisch-Kurses abspielen würde. Dazu plätschert in Dauerschleife einschläfernde Musik vor sich hin, die indirekt darum fleht, abgestellt zu werden. Vorkenntnisse zu den anderen beiden Teilen sind nicht notwendig, obwohl etliche Elemente daraus übernommen oder in abgeänderter Form wieder eingefügt worden sind.

Wichtigstes Element ist die Karte mit Springfunktion. Zwar werden auch hierauf Orte markiert, an denen angeblich noch Aktionen auszuführen sind, obwohl das nicht der Fall ist, aber für die Orientierung ist sie unverzichtbar. Und das liegt am unausgegorenen Spielprinzip. Den größten Teil unserer Zeit verbringen wir damit, Gegenstände aufzunehmen, diese irgendwo einzusetzen, damit sich wiederum ein Türchen öffnet oder eine Steinplatte verschiebt. Dahinter verbergen sich neue Objekte, die andere Truhen, Schubladen oder Mauernischen entriegeln. Mit einem proppenvollen Inventar eilen wir also Ort zu Ort, versuchen es händeringend loszuwerden, nur um mit der Bewältigung einer Aufgabe noch mehr frische Gegenstände zu erhalten. Dazu sind einige dieser Dinge optisch so unbeholfen dargestellt, dass es uns nicht immer gelingt, auf den ersten Blick zu erkennen, um was es sich dabei überhaupt handelt. Aber eigentlich spielt das keine große Rolle mehr, da wir nach kürzester Zeit schon nicht mehr wissen, was wir eigentlich tun sollen und vor allen Dingen warum. Planlos setzen wir Bilder von Pfauen ein, stellen Inka-Statuen zurück, entsperren einen Ritterhelm und plagen uns mit allerlei Apparaturen herum, nur um danach noch mehr Utensilien im Gepäck zu haben. Stundenlang ist das unser Programm ohne der Lösung auch nur einen Schritt näher gekommen zu sein.

Zwei der drei Schwierigkeitsgrade unterscheiden sich nur in der Aufladegeschwindigkeit von Tipp und überspringen und ob interessante Bereiche glitzern. Im schwersten Modus stehen uns der Hinweisgeber und die Skip-Funktion gar nicht zur Verfügung. über das Menü können wir jederzeit zu einer anderen Stufe wechseln.

Bevor wir ein Wimmelbild spielen können, ist es notwendig, mit unserem Amulett einen Geist zu vertreiben. Dieses muss aber zuvor in einer Ladestation aufgeladen worden sein, sonst funktioniert es nicht. Haben wir den Dämon schließlich verjagt, werden uns Wortsuchlisten mit kleinen Interaktionen angeboten. In jeder Szene versteckt sich eine Sphäre, durch die wir zu einem zweiten Wimmelbild gelangen. Haben wir darin alle Gegenstände gefunden, werden wir automatisch zum ersten Wimmelbild zurückgebracht, in dem sich die Sphäre dann in den roten Begriff verwandelt hat. Leider sind viele Dinge entweder sehr klein oder Ton in Ton dargestellt und dadurch kaum erkennbar. Glücklicherweise treffen wir insgesamt nur auf neun Wimmelbilder.

Noch sparsamer wurden Rätsel eingearbeitet. Sieben Stück, die ohne großen Aufwand lösbar sind, hat man für uns bereit gestellt. Die letzten beiden wiederholen sich zudem noch. Wir mischen einen Trank nach Anweisung, basteln ein Glasfenster zusammen und müssen ein Bild mit Lampen ausleuchten. Wer sich für die Sammleredition entschieden hat, wird dort sogar nur ein Minispiel finden und das ist aus dem Hauptteil übernommen.

Die Spiellänge ist mit 4,5 bis 5 Stunden eigentlich vollkommen in Ordnung, da sich aber kaum Rätsel und Wimmelbilder zur Auflockerung darin befinden, kommt es uns mindestens doppelt so lange vor. Das Ende ist zu kurz, das liegt daran, dass es im Bonuskapitel nahtlos weitergeht. Gute dreißig Minuten verbringen wir nochmal an denselben Schauplätzen, mit denselben Personen, denselben Wimmelbildern und dem einen selben Rätsel. Die Sammlerausgabe lässt uns noch nach 35 blauen Zylindern suchen und hält einige wenige Auszeichnungen bereit. Dazu können wir uns nochmal die Musik anhören und Wallpapers und Konzeptkunst ansehen.

„Phenomenon: Der goldene Homunkulus“ ist eines der langweiligsten Spiele, das ich je zwischen den Fingern gehalten habe. Es scheint kein Ende nehmen zu wollen, besteht es doch hauptsächlich aus dem Aufnehmen und Einsetzen von Gegenständen jeglicher Art. Die Geschichte ist so weit von  gut oder interessant entfernt, dass nicht mal der Duden ein Wort dafür parat hat. Selbst die Probestunde ist nur denjenigen zu empfehlen, die tatsächlich nichts anderes möchten, als Szene um Szene abzusuchen und Objekte wieder irgendwo sinnlos unterzubringen. Rätsel- und Wimmelbildfreunde kommen hier nicht auf ihre Kosten, weil beide Bereiche stark vernachlässigt wurden. Ich für meinen Teil habe jedenfalls schon einen heißen Anwärter für den Flop des Jahres gefunden.


Copyright © 2008- 2017 Gamesetter.com

Go to top