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Phenomenon: Die Stadt Zyan
(Stadt der Angst)


tassentassentassen
Herausgeber: BigFish Games
Entwickler: Puzzle Lab

Download: Deutschland-Spielt
Download: BigFish Games.de

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Autor: Claudia K.
Datum: 27.03.2012
Deutsch: 21.07.2012


Vor zwanzig Jahren ging ein Experiment in Cyan City schief und verwandelte die Menschen in der Stadt in seltsame Kreaturen. Monicas Mutter gehörte zu Wissenschaftlern, die dieses Experiment ausführten. Monica selber überlebte, offensichtlich durch ein Amulett, dass ihre Mutter ihr gegeben hat. Wo Monica dann in den nächsten zwanzig Jahren bleibt, wird nicht weiter erwähnt, sie erhält aber dann einen Brief, der impliziert, dass ihre Eltern noch leben. Monica macht sich auf den Weg nach Cyan City.

Dort begegnet Sie einem seltsamen Mann, der behauptet, ihr Vater zu sein und ihr erklärt, dass sie das damalige Experiment rückgängig machen könne und damit die Mutter retten. Monica glaubt ihm zwar nicht, dass er der Vater sei, betritt die Stadt aber trotzdem und stellt schnell fest, dass ihr Amulett eine wichtige Rolle spielt. Nicht nur, weil es sie weiterhin beschützt.

Frei in deinen Bewegungen läufst du als Monica durch die Stadt. Anfänglich erlebst du interessante Puzzle, so wie gleich zu Beginn die Öffnung des Stadttores, bei dem diverse Schalter, Knöpfe und Anzeigen geändert werden müssen; sehr schön gemacht. Im Verlauf des Spieles allerdings werden die Puzzle dann größtenteils nicht nur recht einfach, sondern auch eher simpel in der Ausführung.

Nicht alles macht immer Sinn, manches Puzzle schließt sich nicht, wenn du fertig bist und so weißt du nicht recht, ob du nun fertig bist oder nicht. Verlässt du das Puzzle dann, wirst du sehen, ob du richtig lagst oder nicht. Neustartfunktion ist nicht gegeben, wird aber bei den Puzzlen ansich auch nicht gebraucht. Ansonsten bewegen sich die Puzzle im mehr oder weniger üblichen Bereich. Es gibt, wie zu Beginn immer mal wieder Ansätze von Kreativität und Originalität, doch nach etwa der Hälfte der Spielzeit lässt dies sehr nach.

Eine Karte hast du nicht sofort, doch immer wieder mal bekommst du Einzelteile, mit denen du die Karte zusammensetzen kannst. Und das musst du auch, da diese Zusammensetzungen dir ab und an einen wichtigen Gegenstand geben. Auf der Karte wirst du sehen können, wo du bist, wo es aktiv etwas zu tun gibt und wohin du zwar nicht sofort, aber doch irgendwann noch mal hin musst.

Wimmelbilder beinhalten oft ein zweites Wimmelbild. Eine Uhr zeigt an, dass an jener Stelle eine Kindheitserinnerung ist, klickst du, findest du eine weitere Wimmelbildszene. Hast du diese gelöst, kommst du automatisch wieder zurück und der Gegenstand deiner Kindheitserinnerung verschiebt sich oder gibt auf andere Weise ein Suchobjekt deiner Liste frei. Was das Ganze soll, bleibt unaufgeklärt.

Wimmelbildszenen sind meist gewöhnliche Suchwortlisten, aber gerade in den Erinnerungen kommen auch einmal andere Varianten vor, so wie nach Umrissen oder mehrere einer Sorte suchen. Die Grafiken sind leidlich. Nicht alles ist immer gut zu erkennen, auch sind nicht alle Bezeichnungen immer korrekt oder deutlich. Ein Gegenstand geht am Ende in dein Inventar.

Die beiden Modi, die dir zu Beginn zur Auswahl stehen, unterscheiden sich nur im Glitzer und den Aufladezeiten von Tipp und Überspringfunktion. Der Tipps ist zwar in Wimmelbildern hilfreich, nicht aber ausserhalb. Dort wird er dir mit Freuden anzeigen, womit du noch nichts anfangen kannst oder schickt dich einfach in die nächstgelegene Richtung, ohne dass es dort etwas zu tun gibt.

Bei den (vielen) Rätseln, die du größtenteils mit deinen Inventargegenständen, die du auch ausserhalb von Wimmelbildern findest, zu lösen hast, findet sich der Mangel an Sorgfalt. Mindestens zwei der Rätsel haben offensichtlich überhaupt keinen Sinn. Sie geben dir nicht, sie öffnen nichts, es passiert nichts und wenn du sie machst um etwas zu aktivieren, dann wird es dir zumindest nicht mitgeteilt.

Die Geschichte von Phenomenon: Die Stadt Zyan zieht sich dahin, ist nur halb ausgegoren, es ist nicht immer leicht, alle Zusammenhänge zu verstehen. Und die Logik in der Sache fehlt ebenfalls des öfteren Mal. Je weiter man an das ca. 3 Stunden entfernte Ende kommt, desto mehr hat man das Gefühl, man wird durch den Rest der Story gehetzt und vermutlich ist genau das auch der Fall.

Phenomenon: Die Stadt Zyan war Anfang Februar noch in der Beta-Phase. Es ist eher ungewöhnlich, dass ein solches Spiel dann anderthalb Monate später bereits veröffentlicht wird. Es ist anzunehmen, dass Phenomenon: Die Stadt Zyan als Sammleredition geplant, von den Beta-Testern aber nicht gut genug bewertet wurde. Dafür spricht auch der Strategy Guide, der über das Hauptmenü zu erreichen (und der relativ gut ) ist. Es macht den Eindruck, als habe man, in aller Eile und enttäuscht, das Spiel kurzerhand noch umfunktioniert in eine Normalversion und dann auf den Markt geworfen. Und vermutlich macht deshalb auch das Ende nur sehr begrenzt Sinn.

Die Balance zwischen Puzzle, Rätsel und Wimmelbilder ist relativ gut. Egal, welchen Teil der Wimmelbild-Puzzle-Abenteuer man bevorzugt, von allem ist ausreichend da. Wer die Karte benutzt, wird zwar immer noch viel laufen, aber zumindest nicht sinnlos, wer die Karte nicht benutzt, sondern sich selber seinen Weg sucht, der wird einen Schuster benötigen.

Phenomenon: Die Stadt Zyan ist ein Spiel, dass gut gemeint ist. Es ist deutlich besser als Faded Reality und Our Worst Fears: Blumen des Todes, die beiden ersten Wimmelbilder vom Entwickler Puzzle Lab. Um aber ein gutes Wimmelbild-Puzzle-Abenteuer zu werden, braucht es mehr Politur, mehr Aufmerksamkeit für Details, sei es in Bezug auf Technik, Puzzle, Rätsel, Geschichte oder auch Grafiken. Dann klappt es vielleicht irgendwann auch mit der offensichtlich gewünschten Sammler-Edition. So wie es ist, ist das Spiel keine komplette Enttäuschung. Was aber bleibt, ist die Ahnung, dass es hätte so viel besser sein können.


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