Phantasmat: Der Schrecken von Oakville


tassentassentassen
Herausgeber: BigFish Games
Entwickler: Eipix

Download (Sammler): BigFish Games.de
Download (Normal): BigFish Games.de

Autor: Claudia K.
Datum: 29.07.2015
Deutsch (Sammler): 10.09.2015


Ein Wimmelbild-Puzzle-Abenteuer, dass sich im Mittelmaß eingerichtet hat.
~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~

Auf der Suche nach dem Ort, an dem deine Signierstunde als erfolgreiche Buchautorin stattfinden soll, kollabiert ein Tunnel direkt hinter dir. Kaum bist du dem Tunnel entkommen, triffst du ein seltsames, kleines Mädchen und hast Vision über das, was an dem Ort, wo du dich befindest, einmal geschehen ist und findest viele Vermisstenmeldungen. Du triffst auf Josie Grimes, die ihre Tante Mae für alles, was in Oakville geschieht, verantwortlich macht.

Kannst du ihr trauen, könnt ihr euch gegenseitig helfen? Oder bist du an diesem gruseligen Ort, wo nicht jeder ist, was er scheint, ganz auf dich allein gestellt? Wer oder was hat die Katastrophe ausgelöst und ist Tante Mae die einzige Schuldige? Und wer ist Mr. Nightingale? Anfänglich drängen sich viele Fragen auf, doch im Verlauf verliert man gern mal das Interesse an deren Antworten. Geschichtlich hat man hier zwar eine nachvollziehbare Linie, aber der entscheidende Funke springt nicht über.

Unter 4 Modi kannst du dir deinen gewünschten Schwierigkeitsgrad selbst aussuchen. Während die Variablen in den ersten Drei festgelegt sind, hast du im vierten diverse Einstellungen, die nach deinem Gusto verändert werden können. Als Helfer steht dir neben dem Tipp, der auch als Richtungsanzeiger und ggfs. als Transportmittel dient, eine Karte zur Verfügung. Die ist grafisch absolut minimalistisch, aber mit allen Anzeigen ausgestattet, inklusive aktueller Aufgaben und langfristiger Ziele.

Insgesamt erwarten dich 13 "große" Wimmelbildszenen (dazu kommen einige in kleinen Nahansichtsfenstern). Manchmal muss die Suchliste, gleich ob Umriss- oder Wortuschliste, zunächst "erarbeitet" werden. Das geschieht durch finden von vorgegebenen Gegenständen, die dann dazu dienen, durch Interaktion den Rest der Liste sichtbar zu machen. Ab Mitte des Spieles sind es dann veränderliche Objekte, die gesucht werden müssen. Grundsätzlich gibt es Wortsuchlisten, Umriss-Suchen und zwei Einzelteilsuchen, alle mit einigen wenigen kleinen Interaktionen ausgestattet. Für Suchfreunde erweist sich höchstens die Anzahl der Wimmelbilder als Freude, denn in Phantasmat: Der Schrecken von Oakville "versagt" Eipix quasi auf ganzer Linie, selbst in ihrer Paradedisziplin "Wimmelbild". Der Variantenreichtum ist nur scheinbar, dazu springen einem die gesuchten Gegenstände förmlich ins Gesicht. Die 3 Sterne der Auszeichnung aus der Sammlerediton, "Beende Wimmelbilder ohne Hinweis in 60 Sekunden", sind leicht verdient. Alternativ gibt es ein 3-Gewinnt-Spiel.

Auch die 17 Puzzles werden keine Begeisterungsstürme auslösen. Grafisch nett gemacht, sind die Überzahl Kandidaten für die Auszeichnung "Löse ein Minispiel in unter 30 Sekunden". Die, die dann länger dauern, tun das nicht, weil sie anspruchsvoller sind, sondern weil sie ein wenig Geduld erfordern. Doch sowohl hier als auch in den Wimmelbildern: Grafisch kann man sich nicht beschweren; wie immer bietet Eipix hier solide Qualität, nicht atmosphärisch, nicht spielunterstützend, aber technisch gut gemacht.

Wer die Sammleredition sein Eigen nennt, kann in jeder Szene noch ein veränderliches Objekt suchen- unten am Bildschirmrand gibt es ein Symbol, welches anzeigt, ob oder ob man es nicht gefunden hat. Wurde eines übersehen, kann man dies nach Absolvierung von Haupt- und Bonusspiel noch suchen, um so eine Souvenirsuche freizuschalten (in jeder Szene muss ein Objekt gefunden werden). Außerdem gibt es die Möglichkeit alle großen Wimmelbilder und alle Puzzle erneut zu spielen, ein 45-Sekunden-Make-off anzuschauen, seine Auszeichnungen oder Videos anzusehen. Die 3-Gewinnt-Alternative, Musik und Bilder vervollständigen die Extras. Das (zeitlich ebenfalls im Mittelfeld liegende) Bonusspiel ist eine Fortsetzung des Hauptspiels.

Grafisch eigentlich gelungen, bietet das Spiel nur in den letzten beiden Minispielen "Horror". Und mit "eigentlich" ist hier gemeint, dass Eipix es in Teil 4 der Serie "gelungen" ist, endgültig jedes Leben aus den Charakteren zu verbannen. Ganz gleich, ob sie nun, erzählerisch gesehen, leben oder tot sind. Wirklich absolut nichts erinnert mehr an die fantastischen Bilder aus Teil 1, an ausdrucksstarke und erinnerungswürdige Figuren, die das Spiel bestimmt haben. Das ist besonders ärgerlich, weil sie damit auch den roten Faden der Serie - die Figuren wissen eigentlich nicht, dass sie tot sind - durchschnitten haben.

Ob nun die Spielzeit, die Wimmelbilder, die Puzzles, die Atmosphäre, die Geschichte - Phantasmat: Der Schrecken von Oakville hat sich als Einzelspiel im Mittelmaß eingerichtet. Nicht gut, nicht schlecht. Im Hinblick auf die Serie ist es mies, aber das kennen wir ja schon - Serien sollen in der Regel nur den Namen verkaufen, dann braucht man sich mit dem Spiel nicht sonderlich zu bemühen. Die Normalversion ist Standardkost, die Sammleredition bietet mehr Extras als andere Anbieter hinpacken, wenn auch selbstverständlich kein gutes Preis-Leistungsverhältnis. Das Spiel ist nicht langweilig, aber eben auch nicht spannend. Die Demostunde ist empfehlenswert und gibt einen guten Einblick.