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Phantasmat - Die Herrschaft der Schatten


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Herausgeber: BigFish Games
Entwickler: Eipix

Download (Sammler): BigFish Games.de

Autor: Andreas
Datum: xx.xx.xxxx


Gelungenes Spiel, das im Abenteuerteil und bei Minispielen punktet
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Nachdem dein Vater verstorben ist, machst du dich auf den Weg zu deiner Schwester, um das Testament zu überbringen. Diese soll in einem Resort residieren, das sich sehr schnell als Horroreinrichtung erweist.

Fallen wir gleich mit der Tür ins Haus: Das ärgerlichste an diesem Spiel ist die Tatsache, dass der Entwickler Eipix hier zeigt, wie gut er sein könnte, was den üblichen Fließbandausstoß nur umso unerfreulicher erscheinen lässt.

Nichts überraschendes bei den heute üblichen Modi, von denen einer weitgehend nach Wunsch gestaltet werden kann. Der Tipp arbeitet zuverlässig und hält eine Transportfunktion bereit. Die Karte ist übersichtlich gestaltet und ebenfalls mit Teleportfunktion ausgestattet. Was Eipix allerdings wohl nie mehr lernen wird, ist die Tatsache, dass bei der Anwahl des aktuellen Ortes in der Karte diese einfach geschlossen werden sollte. Wie immer erfahren wir stattdessen, dass wir hier bereits sind und müssen dann die Karte extra schließen – überflüssig.
Ein weiteres Manko, das allerdings viele nicht berühren wird, liegt darin begründet, dass sich das Inventar andauernd mit hartnäckiger Bosheit von selbst in den fest gestellten Zustand begibt, auch wenn man dies ausgeschaltet hat.

Dies ist alles Jammern auf höchstem Niveau, kommen wir zum positiven: Nach mehreren Fehlgriffen in der Reihe Phantasmat wird hier endlich wieder an die Qualität des besten Teils 1 angeknüpft. Die Atmosphäre wird gut getroffen und auch die Grundidee, dass eigentlich gestorbene Protagonisten munter mit spielen, weil sie nicht wissen, dass sie tot sind, wird aufgegriffen. Diesmal allerdings mit der Abwandlung, dass sie über ihren Tod sehr wohl informiert sind, aber dennoch weiterhin missbraucht werden.

Die bekannte Schwäche von Eipix ist die Entwicklung und Fortführung der Geschichte. Und siehe da – o Wunder – diesmal gelingt es ihnen erheblich besser. Am Ende gibt es da Schwächen, aber bis da hin haben wir ein überzeugend durch gezogenes Spiel.

Die Wimmelbilder sind standardmäßig eine Stärke des Entwicklers, auch hier haben wir eine schöne Mischung. Zum Teil sind sie auch durchaus anspruchsvoll, ohne unfair zu werden. Es gibt eingebettete Minispiele und auch die Variante des Zurücklegens kommt vor.

Die Minispiele sind um Größenordnungen besser als von Eipix gewohnt. Sie sind fast durchgängig gut eingebettet in die Geschichte und bieten neben einfachen auch einige selten gesehene Exemplare mit erfreulichem Anspruch. Diejenigen Spieler allerdings, die Minispiele eher als notwendiges Übel ansehen, werden hier ihre Probleme bekommen.
Eine kleine Schwäche können wir bei den Beschreibungen ausmachen, die nicht durchgängig gelungen sind.
Leider wurde versehentlich bei einem Minispiel eine Übersetzung vergessen, was des Englischen nicht mächtige Spieler vor ein echtes Problem stellt.

Überraschend gut ist der Abenteuerteil. Werden wir ansonsten routinemäßig mit hunderten von Schlüsseln und Emblemen konfrontiert, die in der Hauptsache auch nur Schlüssel sind, kommt dergleichen hier nur sparsam vor. Stattdessen werden wir eher an echte Adventures erinnert, wenn auch auf das Niveau eines Casual Games herunter gebracht.

Die Länge ist durchaus angemessen, das Ende zufriedenstellend, da abgeschlossen.

In der Sammlerausgabe haben wir in vielen Szenen Chamäleonobjekte zu finden, ansonsten wird neben dem durchweg üblichen die Möglichkeit gegeben, Minispiele und Wimmelbilder nach zu spielen.

Fazit:
Nach einer ermüdenden Reihe von mittelmäßigen Spielen zeigt Eipix, dass sie sehr wohl anspruchsvolle, gut erzählte Spiele produzieren können. Lediglich Spieler mit einer Abneigung gegenüber Minispielen werden sich schwer tun mit diesem Spiel, allen anderen kann es wärmstens empfohlen werden.