Persian Nights: Sand der Wunder


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Herausgeber: Artifex Mundi
Entwickler: So Digital_

Download: Deutschland-Spielt

Autor: Claudia K.
Datum: 10.10.2017


Wimmelbildspiel mit viel Potential aber wenig Nutzung desselbigen
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Werbetext: Dunkle Wolken hüllen das einst blühende Persien in einen dunklen Schatten, als der blutrünstige Großwesir Zaved die Herrschaft übernimmt. Gerade in diesen düsteren Zeiten kommt es noch schlimmer: Eine tödliche Krankheit breitet sich aus und droht ganze Siedlungen zu zerstören! Hilf der begabten Apothekerin Tara, die Gefahr zu stoppen!

Schöne Grafiken begleiten ein recht geradeaus gerichtetes Spiel. Als Tara ist der Spieler eigentlich die Hauptperson, doch der "ständige Begleiter" Darius wird immer wieder auch zum Protagonisten. Mehr oder weniger zumindest. Denn hier wird gleich 2x Potential verschenkt, aus diesem mittelmäßigen Spiel ein gutes Spiel zu machen.

Zum einen ist Darius der eigentliche Geschichtenerzähler. Du kannst ihm immer wieder viele Fragen stellen, deren Antworten dir Hintergrundwissen geben oder einfach nur den Teil der Geschichte vertiefen, den du gerade durch Dialoge zwischen anderen "Darstellern" gehört hast. Nur: weder sind in diesen Antworten Hinweise versteckt, die dich weiterbringen, noch wirst du das Wissen brauchen. Mehr noch, du kannst die Antworten überspringen. Hier wäre so viel möglich gewesen, zum Beispiel dass man die Informationen aus den Antworten benötigt, um dem Bösewicht Zaved etwas entgegenzusetzen oder sie hätten als Rätselgrundlage dienen können. Nichts von dem geschieht. Spielst du gegen Zaved wirst du immer nur die gleichen 3 Minispiele spielen, deren Schwierigkeitsgrad gegen 0 geht. Fast im Gegenteil ist es auch immer wieder Darius, der durch Kurzbemerkungen verhindert, dass der Spieler selbst etwas entdecken, herausfinden muss. Darius sagt, was zu tun ist und dem Spieler wurde wieder ein Stück Spiel genommen.

Zum anderen ist es nur in Nahansichten überhaupt "sichtbar", dass du als Darius spielst, dort sieht man dann Darius Augen. Da Tara und Darius sich ein Inventar teilen und es nur eine Interaktion zwischen diesen beiden Protagonisten gibt, ist er im Grunde für das Spiel unerheblich. Da ist Minu, ein Flaschengeist, der sich als Tipp verdingt, schon hilfreicher, auch weil sie die Verbindung zwischen den verschiedenen Welten ist.

Die Wimmelbilder bestehen aus Wort- oder Einzelteillisten und sind unspektakulär, es gibt auch nur 7 davon. Die Puzzles, von denen es 12 gibt, sind ebenfalls nicht sonderlich spannend. Auch hier hätte es Potential gegeben, das Spiel zu verbessern. Ein höhere Schwierigkeitsgrad, zumindest so weit, dass ein "Neustart" von Zeit zu Zeit nötig gewesen wäre. So aber hat man auf die Neustartfunktion verzichtet.

Am Ende bleibt ein "Premium"-Spiel, dessen Extras aus den Wimmelbildern und Mini-Spielen bestehen, dazu Errungenschaften, Videosequenzen, Konzeptkunst, Hintergründen und Musik, sowie einer Spielzeit, die gerade so eben am Standard kratzt. Schade, denn grafisch, geschichtlich und spielerisch steckt so viel mehr dahinter.