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Path of Sin - Gier


tassentassen
Herausgeber: Artifex Mundi
Entwickler: Cordelia Games

Download (Sammler): BigFish Games.de

Autor: Andreas
Datum: 09.11.2018


Vielversprechende Kriminal-Geschichte, aber langatmig und dazu schwach umgesetzt
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Eir spielen als einer von zwei Inspektoren, die einen Mord auf einer abgelegenen Insel aufzuklären haben.

Die Geschichte an sich ist zunächst mal durchaus interessant und vor allem eine willkomene Abwechslung, endlich haben wir niemanden in einer Parallelwelt zu retten, kommen ohne Dämonen und böse Geister mit Weltherrschaftsambitionen aus und dürfen uns in einer realistischen Umgebung bewegen.

Die Grafik zeichnet sich durch Klarheit aus, macht aber insgesamt eher den Eindruck, auf dem Stand von vor 10 Jahren stehen geblieben zu sein. Das muss nicht unbedingt schlecht sein, fällt aber insbesondere bei den schwachen Animationen vor allem der Personen auf.

Leider sind wir damit schon am Ende, was die positiven Eindrücke betrifft.

Die Wimmelbilder sind mehrheitlich durch Standard-Wortlisten realisiert, ohne nennenswerte Interaktionen und ebenso ohne das gewisse Etwas.

Die Minispiele sind überwiegend einfach, ebenfalls ohne originelle Ideen.

Der Abenteuerteil ist besonders schwach ausgefallen. Wir haben ein endloses Hin-und-Her zu bewältigen, sehr häufig springen wir von Ort zu Ort, um jeweils nur eine einige Aktion auszuführen. Pausenlos fehlt irgendwo etwas zum Einsetzen. Ebenso pausenlos haben wir Fotos von Szenen zu schießen, was nur aufhält und auf die Dauer nur noch nervt. Dasselbe gilt für die Befragungen von Personen, die stets und ständig nach demselben langweiligen Muster verlaufen. Dazu müssen wir immer wieder unsere Beweise anordnen, auch wieder nach dem immer gleichen Schema. Da man recht zügig die Übersicht über die beteiligten Personen verliert, ist man hier mit sinnlosem Raten noch am besten bedient.

Dazu kommen noch teilweise sehr schlechte Bezeichnungen, dies war schon in der englischen Ausgabe so, und ist in der deutschen Fassung eher schlechter geworden. Auch technische Mängel treten auf: Gegen Ende sind die ohne erkennbaren Sinn eingeblendeten Zeitangaben nicht korrekt umgesetzt und die riesigen Textmitteilungen verdecken auch noch manchmal wesentliche Teile der Szenen.

Die Sammlerausgabe ist ein Witz, allerdings kein guter. Wir haben Sammelobjekte zu suchen (oder besser gesagt: anzuklicken), die als riesige Chamäleonobkete realisiert sind und nur wahlweise bei verlegter Brille oder der falschen Brille nicht sofort zu sehen sind. Ihr Auffinden ist ohne Konsequenz, wir werden durch ihr vollständiges Auffinden nicht belohnt. Das Bonuskapitel ist sehr kurz.

Fazit:
Nach vielversprechendem Beginn werden wir mit einem langatmigen Sammelsurium des immer gleichen belästigt. Der einzige Lichtpunkt ist die Geschichte selbst. Wo sind nur die Zeiten hin, da Artifex Mundi so tolle Spiele veröffentlicht hat?