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Paranormal Files: Per Anhalter durch den Albtraum


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Herausgeber: BigFish Games
Entwickler: Elephant Games

Download (Sammler): BigFish Games.de

Autor: Andreas
Datum: 26.11.2018


Gute Geschichte, etwas kurz, Standard-Abenteuerteil
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Mit dem Auto unterwegs nehmen wir eine Anhalterin auf. Sie möchte zu einem bestimmten Anwesen, löst sich aber plötzlich in Luft auf. Beim besagten Anwesen angekommen sehen wir eine ganze Reihe von verlassenen Autos mit verschmierten Scheiben. Unangenehmer weise taucht auch auf unserer Windschutzscheibe eine rote Schrift auf. Die informiert uns, dass wir noch drei Tage zu leben haben. Um es gleich vorweg zu nehmen: Drei Tage werden wir mit dem Spiel nicht zu tun haben, vermutlich nicht einmal drei Stunden, es ist dann doch wieder mal recht kurz geraten.

Um das Spiel einordnen zu können, lohnt vielleicht ein kleiner Blick zurück. Elephant Games waren vor etlichen Jahren führende Entwickler von Wimmelbild-Abenteuern. Die Spiele waren meist lang und eigentlich fast immer anspruchsvoll. In den letzten Jahren allerdings haben sie offenbar gemerkt, dass mit Schrott, dafür ohne Mühe genauso leicht Geld zu machen ist. Das erstaunliche ist nun, dass das vorliegende Spiel wenigstens ansatzweise an alte bessere Zeiten anzuknüpfen versucht.

Die Geschichte ist auf zweierlei Weisen zu sehen: Zum einen verbirgt sich hinter dem ganzen ein Kriminalfall, dessen Auflösung für den erfahrenen Spieler oder auch Krimifreund recht schnell klar sein dürfte. Wäre es dabei geblieben, hätten wir eine solide Story aus einem Guss gehabt. Aber andererseits gibt es diese zweite Ebene, in welcher zum wiederholten Male Geister von Verstorbenen auftreten. Und diese beiden Ebenen werden leider vermischt, so dass etwa eine der Hauptfiguren zum einen als reale Person, dann aber auch als Geist agiert. Das ist unerfreulich und führt zur Empfehlung, möglichst den Sinn für Logik außen vor zu lassen.

Positiv sind die Hilfen zu bewerten. Wir haben eine sehr übersichtliche Karte mit Transportfunktion zur Verfügung sowie einen zuverlässigen Tipp, der uns ebenfalls zu interessanten Szenen springen lässt. Der einzige, wenn auch kleine, Wermutstropfen liegt darin begründet, dass zu häufig Karte und Tipp auf Details verweisen, bei denen wir zwar etwas tun können, was uns aber nicht weiter bringt. Gemeint sind Situationen, in denen wir irgendwo mehrere Objekte benötigen, die aber nur teilweise in unserem Besitz sind. Aber das ist zugegebenermaßen Klagen auf hohem Niveau.

Die Grafik ist gut gelungen, wir haben klare Bilder mit Details.

Die Wimmelbilder sind vielfältig gestaltet. Neben klassischen Wortsuchlisten haben wir auch solche mit Fragmenten und Silhouetten sowie einige mit Zurücklegen, dazu die Variante, bei der ein Teil der Geschichte erzählt wird. Ergänzt werden sie durch Suchbilder im Fenster, die fast durchgängig nichts zum Suchen enthalten, sondern nur zum Anklicken, durchaus entbehrlich und langweilig.

Hinsichtlich Minispiele finden wir eine bunte Mischung vor. Neben sattsam bekannten wie eine Brücke bauen tauchen auch wenig gesehene, wenn nicht gar neue auf. Der Schwierigkeitsgrad reicht von lächerlich einfach (etwa einen Code eingeben) bis hin zu durchaus haarigen Kopfnüssen.

Die Hauptschwäche liegt wie fast immer heutzutage im Abenteuerteil. Zu Beginn lässt sich das Spiel noch erfreulich an. Dann jedoch, spätestens ab der Hälfte, haben die Entwickler Luft und Lust verloren. Es dominieren dann die üblichen langweiligen Standardaufgaben mit einer Unmenge von Schlüsseln und Emblemen. Natürlich darf ein Eichhörnchen nicht fehlen, dass gefüttert werden muss, Rezept, Sprengstoff, Seil mit Haken, eine Uhr ohne Gewicht und Zeiger – die ganze Litanei. Fast schon grenzt es an ein Wunder, dass kein kaputter Reißverschluss sein hässliches Haupt erhebt. Das Finale wird ausnahmsweise nicht durch ein schwachsinniges Minispiel bewältigt, bei dem wir vorzugsweise Symbole zu suchen haben. Aber nicht zu früh gefreut: Stattdessen gibt es ein Wimmelbild mit eben derselben Aufgabe.

In der deutschen Fassung gibt es bei einem Minispiel einen Fehler. Ein dort benötigter Buchstabe ist nicht vorhanden, sondern stattdessen ein anderer. Ein weiteres Manko ist die Tatsache, dass sich nicht aller Einspiler üebrspringen lassen, obwohl stets in großen Buchstaben eben dies angeboten wird.

Was die Sammlerausgabe betrifft, so werden wir zumindest nicht über den Tisch gezogen. Wir haben etliche Sammelobjekte und Chamäleonobjekte zu suchen. Letztere sind leicht zu sehen, erstere sind teilweise enorm versteckt. Einige Wimmelbilder und Minispiele können nach gespielt werden. Dazu gesellt sich das übliche Material.

Fazit:
Ausgestattet mit schöner Grafik wird uns eine recht gut erzählte Geschichte präsentiert. Gut gemischte Wimmelbilder und abwechslungsreiche Minispiele runden das ganze ab. Eine bessere Wertung verspielen die Entwickler durch den langweiligen Abenteuerteil.