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Nachlese
Our Worst Fears: Blumen des Todes


tassentassen
Herausgeber: BigFish Games
Entwickler: Puzzle Lab

Download: Deutschland-Spielt
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Wenn Du Our Worst Fears: Blumen des Todes auch bewerten oder die Meinung anderer Spieler lesen möchtest, dann geht es hier lang

Autor: Sonja R.
Datum: 13.06.2011


Der Polizeibeamte Victor öffnet die Augen, sieht eine Küste und einen Leuchtturm. Jedoch kann er sich nicht erinnern, wie er dorthin gekommen ist. Da sein rechter Oberarm brennt, krempelt er den Ärmel hoch und sieht nach: Eine wunderschöne Tätowierung mit drei Blumen verursacht dieses Brennen. Aber wie ist die dahin gekommen? Auch daran kann er sich nicht erinnern. Das ist aber zunächst unwichtig, erstmal muss er sehen, dass er von dieser Küste weg kommt. Das alles geschah vor einem Monat und damit beginnt das Spiel.

Einen Monat später wiederum wird der Schmerz in seinem Arm immer schlimmer. Der Gute denkt sogar an Selbstmord, wobei unsereins vermutlich erstmal den Arzt seines Vertrauens aufsuchen würde. Es hält ihn in dem Moment lediglich ein Anruf von Mary davon ab, in dem er erfährt, dass sich der Polizeipsychologe erhängt hat. Der hatte eine ganz ähnliche Tätowierung wie Victor. Mit Kollegin und Freundin Mary macht er sich auf den Weg.

Während des Spiels sollst du dem dunklen Geheimnis der Blumentätowierungen auf den Grund kommen. Irgendwie tust du das auch, aber nicht mit einer wirklich logischen Erklärung. Natürlich sind mystische oder spirtituelle Vorgänge nie logisch erklärbar, aber sie sollten zumindest Sinn machen und nachvollziehbar sein. Das war hier in weiten Teilen nicht der Fall. Lediglich die Bedeutung und Wirkung der Tätowierungen wird aufgeklärt, aber nicht so wirklich, was dahinter steckt.

Bis dahin ist es aber ein weiter Weg, den du oft gehst. Solltest du dich für die normale Variante des Spiels entscheiden, brauchst du nur dem ganzen Glitzern zu folgen bzw. es immer anklicken. Es leitet dich durch das Spiel, ohne, dass du allzu viel mitdenken musst. Wählst du den Expertenmodus, musst du genauer hinsehen, denn es gibt kein aufdringliches Glitzern. Wer wirklich spielen und nicht nur reagieren möchte, sollte sich für den entscheiden, auch wenn der Tipp und die Überspringen-Schaltfläche dann langesamer aufladen.

Die Orte sind ansich dicht beieinander, der Weg wird jedoch weit, weil du ihn so oft gehen musst. Du siehst eine Schaufel und möchtest sie ins Inventar nehmen? Pustekuchen! Erst, wenn du irgendwo anders die entsprechende aktive Stelle angeklickt hast, an der du sie benutzen musst, geht ein Umriss davon ins Inventar. Daraufhin erst kannst du hingehen und die Schaufel auch aufnehmen. Oder du rennst gefühlte 20 Mal an einem offensichtlich da liegenden Brecheisen vorbei, kannst es aber erst beim 21. Mal nehmen, da du dann erst den Einsatzort zuvor anklicken konntest. Da dir das mit allen Inventarobjekten so geht, läufst du Furchen. Ausserdem nimmt dir das jegliche Chance auf die Überlegung: Was mache ich mit dem Inventarobjekt eigentlich, wofür kann ich es gebrauchen?

Aber es gibt auch Inventargegenstände in Wimmelbildern. Diese Wimmelbilder wiederum allerdings auch erst nach Aktivierung des Einsatzortes. Du suchst z.B. nach 20 Waffen, Umrissen oder Einzelteilen von Objekten. Überwiegend sind es aber Listen, die dir aufgetischt werden. Darin befinden sich immer wieder Begriffe, die mit einem Zahnrad gekennzeichnet sind. Diese musst du dir erarbeiten, indem du beispielsweise ein Messer findest, mit dem du die Muschel anhebst, um darunter den Angelhaken zu finden. Der Klickradius ist viel zu groß, es reicht, wenn du einen Zentimeter neben einem Objekt klickst.

Es gibt aber noch etwas Besonderes in den Wimmelbildern: Den Rätselmodus. Warum der so heisst, entzieht sich meiner Kenntnis, denn das Prinzip ist nicht neu und besteht aus dem Platzieren von Bildausschnitten an der richtigen Stelle. Du kannst in der Suchszene jederzeit in den Rätselmodus und zurück schalten. Der Sinn des Ganzen ist, dir das Suchen der Objekte durch das Einfügen der Bildausschnitte zu erleichtern. Diese sind immer an Stellen einzusetzen, wo sich im Wimmelbild auch ein oder mehrere Objekte befinden. Legst du also alle Bildauschnitte richtig hin, wird automatisch wieder in die Suchszene gewechselt. Dort siehst du es aber überall glitzern und funkeln, wo die Objekte deiner Liste liegen. Du kannst sie einfach nacheinander anklicken. Wechselt du vorher manuell zurück in das Wimmelbild, siehst du dieses Funkeln nur in Ausschnitten, die du im Rätselmodus eingefügt hast.

Es gibt viele Suchszenen, aber sie überzeugen nicht. Davon abgesehen, dass die Grafik wesentlich besser sein könnte und nicht diesen Hang zur Undeutlichkeit haben sollte, schweben Objekte, sind im Hintergrund zu finden, zu klein oder zu groß.

Deine Fortschritte im Spiel kannst du in einem Buch nachlesen, auch dein momentanes Ziel anzeigen lassen. Da dir das aber beispielsweise zu Beginn sagt, du sollst von der Küste verschwinden, ist das nicht sehr hilfreich. Orte, an denen du alles erledigt hast und nicht mehr dahin zurück musst, werden mit "Erledigt" am oberen Bildschirmrand gekennzeichnet.

Gut integriert sind die Minispiele, auch mit einiger Phantasie gemacht. Sie wiederholen sich aber in gleicher oder auch abgewandelter Form und sind nicht unbedingt dafür gedacht, dass sich ein fortgeschrittener Spieler den Kopf zerbrechen muss. Ein netter Einfall ist es, Bilder in die passenden Rahmen zu legen und dann die Gesamtstücke zu einem Ganzen zu sortieren. Bretter müssen in richtiger Reihenfolge aus einem Brunnen entfernt werden, das machst du später auch noch einmal mit Stromkabeln.

Durch das ganze Spiel hindurch sammelst du ausserdem Buchstaben. Diese gehören in eine Schriftrolle, die die verschiedenen Tätowierungen zeigt, an welcher Stelle des Körpers sie sich befinden und mit welcher Phobie sie in Zusammenhang stehen. Aus den Buchstaben setzt den Grund für die jeweilige Phobie zusammen. Wobei ich denke, dass hier sehr leichtfertig mit dem Begriff Phobie umgegangen wird. Es ist ein erheblicher Unterschied, ob jemand vor etwas Angst hat oder eine echte Phobie.

Positiv erwähnenswert ist diesmal die Übersetzung. Es ist schade, dass man es nun schon ausdrücklich positiv erwähnen muss, aber sie ist wirklich gut. Die Suchlisten sind korrekt, du hast tatsächlich einen Springer auf der Liste stehen zum Suchen, nicht wie oft sonst einen Ritter. Auch Einzelheiten in der Spielgrafik wurden übersetzt. Die Dialoge sind zwar häufig im Spiel, aber flüssig. Es gibt auch Wörterminispiele, die ausnahmslos gut gemacht sind.

Insgesamt kann Our Worst Fears: Blumen des Todes aber nicht mit anderen Spielen mithalten, noch nicht mal mit dem Durchschnitt. Dazu werden die 4 Kapitel mit unnötiger Beinarbeit zu sehr bis zu 4-5 Stunden Spielzeit in die Länge gezogen, die Grafiken sind nicht gut genug, die Technik mit zu großem Klickradius in den Suchbildern nicht ausgefeilt. Die Geschichte ist in weiten Teilen nicht schlüssig, auch die angenehme Musik und passende Hintergrundgeräusche vermögen daran nichts mehr zu ändern. Der Probedownload ist okay, alles andere sollte man sich gut überlegen.


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