A | B | C | D | E | F | G | H | I | J | K | L | M | N | O | P | Q | R | S | T | U | V | W | X | Y | Z | 0-9
links to Forum/Spenden/Facebook Spenden forum facebook

  • Nachlese
  • Tips&Tricks
  • Lösung
  • Direkt download


Otherworld: Schatten des Herbstes

tassentassentassentassen
Herausgeber: BigFish Games
Entwickler: BoomZap

Download (Normal): BigFish Games.de
Download (Sammler): BigFish Games.de

Wenn Du Otherworld: Schatten des Herbstes auch bewerten oder die Meinung anderer Spieler lesen möchtest, dann geht es hier lang


Autor: Claudia K.
Datum: 19.10.2013
Deutsch (Normal: 07.02.2014

Nettes Gesamtpaket, dem es an Feinheit mangelt
~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~

Ein Hinweis führt Fiona und dich weiter auf eurer Suche nach dem Schatten und einem Weg ihn zu besiegen. Sein Ziel ist der ewige Winter. Nach Otherworld: Frühling der Schatten und Otherworld: Omen des Summers habt ihr nun das Gefängnis entdeckt, dem der Schatten entkommen ist. Doch erneut kommt euch das Böse zuvor; er zerstört das Gefängnis und versteinert Fiona. Erneut bist du es, die in die andere Welt eintreten muss, die Welt hinter der unseren. Denn dort gibt es Wesen, die dir helfen können. Helfen, das Kind zu retten und den Schatten in die Dunkelheit zu zwingen.

Wer Teil 1 und 2 der Geschichte nicht kennt, wird im Intro erfahren, wie alles begann. Und die Kenner merken schnell: Obwohl Fiona immer wieder als Hauptfigur dargestellt wird: sie ist im Grunde völlig unwichtig und nur als Medallion-Geber nützlich. Denn es ist das Medallion, dass dir den Eintritt in die andere Welt erlaubt. Grafisch unterscheiden sich die beiden Welten - die "andere Welt" ist bunter und fantasievoller" - doch der Wechsel ist nicht oft nötig - dreimal wirst du das Medallion benutzen.

Nicht viel erzählen muss man in Otherworld: Schatten des Herbstes über die Puzzles. Die meisten sind innerhalb weniger Sekunden zu lösen, sie sind wenig einfallsreich, wenig kreativ, bewegen sich im üblichen Rahmen. Von den insgesamt 24 Puzzles gibt es höchstens zwei oder drei, bei denen man länger als eine Minute verweilt. Interessant dagegen und das einzige wirkliche Highlight dieses Spieles sind die Wimmelbilder. Hier kommt so ziemlich alles vor, was es als Varianten gibt, abgesehen von Worträtseln. Mehrfachsuche mit kleinen Hindernissen, Umriss- und Einzelteilsuche, Wortsuchlisten mit einem überproportionalen Anteil von unterhaltsamen und kreativen Interaktionen. Außerdem Puzzleszenen, in denen du jedes gefundene Objekt wieder verwendest um am Ende eines zu bekommen. 23 Wimmelbilder gibt es, keine Szene wird doppelt gespielt und verglichen mit dem Rest kann man nur sagen: Auch die doppelte Menge hätte nicht geschadet.

Die drei üblichen Modi stehen zur Auswahl und sind endgültig, bzw. können nur durch anlegen eines neuen Profiles geändert werden. Leider muss gesagt werden: Zwischen dem Experten- und dem Hardcore-Modus gibt es keinen nennenswerten Unterschied. Denn das, was sonst eine Moduswahl beeinflusst wird einfach nicht benötigt. Die Überspringfunktion für die Puzzles mag für einen, der nun überhaupt nicht puzzlen mag, attraktiv sein, der Tipp aber ist nicht nötig und Glitzerhinweise noch weniger. Selten war ein Spiel gradliniger, ohne Überraschungen und konnte problemlos ohne jede Hilfe gelöst werden.

Eine Karte zeigt in allen Modi an, wo du bist und lässt dich bequem zu dem einen Ort gehen, an dem es aktuell etwas zu tun gibt. Und genau da mangelt es - ab und an stellt sich raus: Gehst du zu Fuß, kannst du noch etwas tun, was auf der Karte nicht angezeigt ist, aber die Faustregel ist - du hast wenig bis keinen Freiraum zum erforschen, ausprobieren, selbst entdecken. Tue A um B erledigen zu können, erledige C, dann geht es bei D weiter, E ist dein nächstes Ziel, darauf folgt unweigerlich F. Ein um-die-Ecke-denken ist hier nicht nötig. Du weißt, was du zu tun hast, also tue es. Der Abenteuer- und Rätselteil ist vorhanden, aber es fühlt sich an, als würde uns eine unsichtbare Hand leiten, der wir einfach nicht entkommen können.

Vielspieler werden den Unterschied erkennen zwischen zwei Entwicklerteams, die gegensätzlicher nicht sein können: Elephant Games, bei denen man innerhalb weniger Minuten 20 offene Baustellen hat und BoomZap, die offensichtlich dazu neigen, erst eine Sache zu Ende zu bringen, bevor die Nächste geöffnet wird. Täten sich diese beiden Teams zusammen: man hätte die perfekte Mischung.

Eine Besonderheit birgt das Inventar. Da es kein Buch gibt, werden Codes und andere Notizen und Bilder in deinem Inventar gesammelt. Du wechselt dabei zwischen der Notizen- und der Gegenstandsleiste hin und her. Das ist gewöhnungsbedürftig und birgt einen Nachteil - denn sobald du etwas benutzt hast, ist es nicht mehr da, verlässt du einen Ort, verschwinden damit auch sämtliche Informationen, die du dort gesammelt hast. Noch mal nachschauen, weil man vielleicht eine Sache nachlesen möchte, ist nicht möglich. Und das ist unschön, weil es vieles zu lesen gibt, was durchaus wichtig für das Verständnis der Geschichte ist.

Überhaupt ist die Geschichte vielschichtig und geht tiefer, als wir das aus den meisten Spielen gewohnt sind. Aber BoomZap, die eigentlich für ihr Talent zum Geschichten erzählen bekannt sind, haben bei Otherworld: Schatten des Herbstes deutlich versagt. Trocken und uninteressant kommt es rüber und doch ist es wichtig, dass man liest. Denn was man zu tun hat, erfährt man oftmals nur aus den Texten. Von den Zusammenhängen ganz zu schweigen, aber die gehen eh verloren, sobald du deinen gegenwärtigen Ort verlassen hast.

Grafisch gesehen ist auch Otherworld: Schatten des Herbstes sehr schön anzusehen und nur wer genau hinschaut und vergleicht, der wird feststellen, dass es auch hier ein wenig mangelt. An Kreativität, an Liebe zum Detail, an Atmosphäre. Nicht, dass all das nicht vorhanden wäre - aber es ist weniger. Weniger als in den Vorgängerspielen, zu wenig um wirklich zu fesseln, mit zu reissen, mit zu nehmen, in diese andere Welt, gleich hinter der Unsrigen.

Deine Spielzeit wird dir beim Beenden des Spieles angezeigt und so blieb meine Uhr beim Hauptspiel bei 4:02 stehen, nach dem Bonusteil zeigte sie 4:52. In der Sammleredition gibt es 60 Feen-Kreaturen zu sammeln, du erhältst dafür insgesamt 7 der 20 Auszeichnungen, je nachdem wieviele du gefunden hast. Die im Extra angezeigten "Minispiele" beziehen sich auf alle Puzzles und Wimmelbilder, du kannst sie beliebig oft wiederholen. Außerdem gibt es Hintergründe, Videoszenenwiederholung, Musik und Konzeptkunst.

Das Fazit ist fast ein trauriges: BoomZap ist mit Otherworld: Schatten des Herbstes weder besser geworden, noch haben sie den Standard gehalten. Einzig die Wimmelbilder zeigen, was sie können. Das Gesamtpaket ist ein gutes Spiel. Aber es reicht weder an das heran, was BoomZap kann, noch an das, was Top-Spiele zeigen. Es liegt über dem Durchschnitt, aber unter dem, was die Entwickler selbst vorgelegt haben. Es ist flacher, dünner, weniger. Doch das, was es ist, ist unterhaltsam und auch empfehlenswert. Vor allem für Anfänger und all die, denen es nicht um die Feinheiten, sondern nur um das Gesamtpaket geht.


Copyright © 2008- 2017 Gamesetter.com

Go to top