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Off the Record: Italienische Intrigen


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Herausgeber: BigFish Games
Entwickler: Eipix

Download (Normal): BigFish Games.de
Download (Sammler): BigFish Games.de

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Autor: Claudia K.
Datum: 24.04.2014
Deutsch (Normal): 01.08.2014

Schlampig gemachtes Wimmelbild-Puzzle-Abenteuer, das nur durch Spiellänge und die Wimmelbilder überzeugen kann
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Gerade willst du zu deinem Urlaub in Venedig aufbrechen, als dein Verleger anruft und dich beauftragt, statt dessen beruflich nach Venedig zu reisen. Denn obwohl er doch eigentlich zugesagt hatte, sich nun in den Ruhestand zu begeben, hat der Meisterdieb "La Volpe" (Der Fuchs) wieder zugeschlagen. Ein wertvoller Dolch von Marco Polo wurde gestohlen und ein Informant hat exklusive Informationen versprochen. Keine Frage, diesen Auftrag lässt du dir nicht entgehen.

Kurz nach dem ersten Treffen mit einem Handlanger des Informanten, triffst du auf eine geheimnisvolle Frau, die dich warnt. Und kurz darauf erfährst du, wer dein Informant wirklich ist und was es mit der Frau auf sich hat. Handelt es sich nun um eine tragisch-verworrene Liebesgeschichte oder steckt mehr dahinter?

Visuell enttäuscht Eixpix mit Off the Record: The Italien Affair nur diejenigen, die sich etwas von der Pracht und Schönheit Venedigs erhofft haben. Die Bilder sind schön anzusehen, wenn auch nicht übermäßig attraktiv. Kleinere Animationen erfreuen das Auge, alles ist klar und deutlich. Zumindest wenn man alles sehen kann, denn der erste große Glitch in diesem Spiel liegt darin, dass viele Spieler bei den beteiligten Personen keine Köpfe sehen. Auch mir ist das passiert, erst nach einer De- und Neuinstallation durfte ich dann auch sehen, wie die Charaktere gezeichnet sind. Nur um im Verlauf des Spieles festzustellen, dass der Künstler, der sich um die Herren im Spiel gekümmert hat, nur wenig Fantasie besitzt. Es ist gar nicht so einfach, die Männer der Handlung auseinander zu halten, so ähnlich sehen sich alle.

Viel Aufwand hat Eipix in die Wimmelbilder gelegt. So gibt es einfache Umriss-Suchen, Puzzle-Umriss-Suchen, Wort-Suchlisten mit Interaktionen und Minispielen und kleine Umrisssuchen, in denen du nur wenige Objekte suchen musst und dann weitergeführt wirst. Es wäre fast perfekt, wenn Eipix dem Spieler etwas zutrauen würde. Denn auch wer sich bei der Wahl der Schwierigkeitsgrade für den schwersten der insgesamt vier Modi entscheidet (oder im personalisierten Modus für die niedrigste Glitzerstufe): Selbst in Wimmelbildern bleibt man von diesem funkelnden Elend nicht verschont. Auch im Verlauf glitzert es weiter an allen Ecken und Kanten; besonders irritierend: auch an den Stellen, die man schon längst erledigt hat. Doch wer das übersieht, hat in den Wimmelbildern eine abwechslungsreiche Suche, die bis zum Ende des Spieles anhält und nicht nach der Probestunde beendet wird. Leider auch hier: viele Spieler können in Wimmelbilder Dinge nicht nehmen. Ein neues Profil löst diesen Fehler meist auf.

Als Hilfe dient die Karte, sie hat eine Springfunktion, welche Details sie allerdings anzeigt, liegt an der Moduswahl. Wer sich aktuell interessante Orte anzeigen lässt, muss aber damit rechnen, dass die Karte manchmal behauptet, es gäbe nirgendwo etwas zu tun oder dich zu einem Ort schickt, an dem du nur ein Inventarobjekt los wirst, ohne dass dies ein Spielfortschritt wäre. Auch der Tipp dient als Richtungsanzeiger zum nächsten Ort, ist dieser weiter entfernt, wird dir eine "Geh direkt dorthin"-Bildblase angeboten. Zumindest wenn du einen Tipp hast. Unabhängig von der Moduswahl haben viele Spieler leider keinen Tipp. Er wird einfach nicht aktiviert. Auch hier hilft manchmal ein neues Profil (wirklich angenehm, wenn man schon einen der vorherigen Fehler hatte), aber nicht immer, für manche Spieler gilt: Entweder ohne Tipp durch das Spiel oder gar nicht spielen. Da aber Logik in den Abläufen und ein oft sehr volles Inventar nicht unbedingt zum Verständnis des Spielgeschehens beitragen bedeutet kein Tipp für viele Spieler sicherlich eine endlose Rennerei.

Von den Puzzles braucht man bei Eipix, wie so oft, nicht zu reden. Der Großteil beleidigt die Intelligenz eines Dreijährigen. Einige lösen sich auf, bevor man die korrekte Lösung eingegeben hat und nur sehr wenige benötigen etwas Geduld und/oder Logik, um sie zu lösen. Nicht bei allen Spielern wird die überspringfunktion regelmäßig aktiviert. Und bei vielen Dingen, wo man glaubt: Ha, hier kommt jetzt ein Puzzle, reicht es, ein Objekt einzusetzen - die "Spannung" des Puzzles hat man sich gleich gespart.

Als Extra, unabhängig von der Sammleredition, gibt es eine Kamera. Mit dieser kannst du bestimmte Dinge fotografieren und erhältst dadurch Fotos mit benötigten Codes. Leider ist auch die Kamera für viele ein ärgernis. Wenn du sie benutzen musst, erscheint eine Kamera am Cursor. Anschließende musst du die Kamera aus der Leiste unten nehmen und nur wenn dies gelingt und du dann ein anderes Kamerabild mit Zahnrädern am Mauszeiger hast, kannst du weiter machen. So mancher Spieler stand kurz vor dem Wahnsinn, bevor dies dann irgendwann mal klappte. Da die Kameramomente nicht als Puzzle deklariert sind, haben sie auch keine überspringfunktion, sondern müssen gespielt werden.

Gern genommen wird bei Off the Record: Italienische Intrigen auch die Tatsache, dass man Dinge benutzt und sie gleich wieder wegwirft, nur um etwas ähnliches sofort wieder zu brauchen. Kleines, aber feines Beispiel: mit einem langen Bootshaken schlägst du Nägel in eine Steinwand. Daneben steht ein Regal, von dem du etwas nicht nehmen kannst, es ist zu weit oben. Der Bootshaken? Weit gefehlt; den schmeissen wir weg, suchen anschließend drei Anker, setzen diese in ein Steuerrad ein und können dann ein Paddel nehmen, mit dem man dann das Objekt vom Regal fegen kann. Dass man zwischendurch auch ohne Leiter oder andere Hilfsmittel bis an die Decke greifen kann, versteht sich vermutlich von selbst.

Gepriesen seien im übrigen die Glücklichen, die auf die Sammleredition verzichten. Denn nicht nur vier unterschiedliche Sammlerkollektionen (Wolffiguren, Buchstaben, Schriftrollen und veränderliche Objekte) werden dir eine Benachrichtigung ins Bild schieben, sondern auch jede der unzähligen Auszeichnungen, die du im Verlauf des Spieles automatisch bekommst oder die du dir "aus Versehen" erarbeitet hast (keine Tipps benutzen, nicht überspringen und das alles in mehrfacher Ausführung) sind einfach nur lästig. Man muss aber zugeben: Es gibt viele Extras in der Sammleredition, das Bonusspiel dauert ca. 45 Minuten. Und vieles aus dem Bonusinhalt ist für zusätzliches Spiel gedacht, so können noch Souvenirs gesammelt und Puzzles und Wimmelbildszenen nachgespielt werden. Trotzdem, diese Benachrichtigungen während des Spieles sind schlimmer als die häufigen Werbepausen im TV. Da kann man wenigsten zappen.

Eipix wollte mit Off the Record: Italienische Intrigen offensichtlich viel. Ob nun die abwechslungsreichen Wimmelbilder, Inventarobjekte, die man öffnen oder vervollständigen kann, ein Spiel, dass (wenn du es denn dann unbeschwert von Fehlern durchsspielen kannst) ca. 4-4,5 Stunden dauert und viele Extras für die Sammleredition sind sicherlich gut gemeint und gemacht. Aber die vielen Schlampigkeiten sind auffällig (ebenfalls auffällig: BFG bietet fast sofort einen Gutscheincode für das Spiel an, ein Update für die diversen Glitches wird nicht in Aussicht gestellt) und ruinieren vielen Spielern das Spielvergnügen. Die gleich aussehenden Charaktere, die eher langweilige und schnell durchschaubare Geschichte, die Sinnlosigkeit vieler Aktionen (und die Benachrichtigungsbelästigung), das Glitzern, wenn man es gar nicht will, all das und mehr sorgt dafür, dass man nicht in das Spiel hinein findet.

Off the Record: Italienische Intrigen ist nett, vor allem für die, die es spielen können. Es zeigt viel Potential, schöpft sein Budget aber eher in der Sammleredition aus, als im eigentlichen Spiel. Schade.


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