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Off the Record: Die Kunst der Verführung


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Herausgeber: BigFish GamesE
Entwickler: Eipix

Download (Normal): BigFish Games.de
Download (Sammler): BigFish Games.de

Autor: Elke M.
Datum: 17.02.2015
Deutsch (Normal): 26.05.2015


Dritter und unterhaltsamster Teil einer fast schon abgeschriebenen Reihe
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Ein lange verschollenes Meisterwerk wurde restauriert und soll nun in einer mit Spannung erwarteten Versteigerung unter den Hammer kommen. Die Restaurateurin des Bildes, Lisa Steiner, erweist sich mehr als medienscheu und deshalb freuen wir uns besonders, dass sie ausschließlich uns ein Interview geben will. Die Reise zu ihr führt uns in ein kleines beschauliches Bergdorf. Als wir sie endlich ausfindig machen, verschwindet sie ohne jegliche Erklärung. Wir wittern nun die ganz große Story und machen uns flugs auf die Suche nach ihr und dem großen Geheimnis hinter all dem.

Die Geschichte ist bei weitem nicht so spannend, wie uns der Klappentext weis machen will. Allerdings sind einige witzige Elemente eingebaut worden, die teilweise hohen Unterhaltungswert besitzen. Besonders sticht da die grauenvolle englische Aussprache des einen oder anderen Gesprächspartners ins Auge bzw. Ohr, die gewollt übertrieben so klingen soll. Und während wir also noch raten, was es damit auf sich hat, erfahren wir erst zu einem viel späteren Zeitpunkt, dass wir uns in österreich befinden und damit diese Landsleute auf die Schippe genommen werden sollen. Leider misslingt dieses Experiment völlig, da die Entwickler wohl wenig Ahnung vom landestypischen Dialekt besitzen, lustig ist es aber allemal. Auch die Spielidee mit den schwarzen Schafen spiegelt zumindest die Laune am programmieren wider. Ausstaffiert mit knallbunten Farben bewegen wir uns also durchs Alpenland, krempeln die ärmel hoch und überspringen gekonnt die uns in den weg gestellten Hürden.

Neben vier Schwierigkeitsstufen, die jederzeit änderbar sind, schleppen wir noch einen Kassettenrekorder mit uns herum. Insgesamt vier Abspielbänder finden wir im Laufe der Zeit und erfahren so mehr über die Hintergründe. Eine Karte mit Transportfunktion zeigt uns zuverlässig die Orte an, an denen wir im Moment aktiv werden können. Da der Spielverlauf aber sehr geradlinig ist, bewegen wir uns pro Abschnitt immer nur in einem bestimmten Radius und kehren auch nicht mehr zu den bereits erledigten Bereichen zurück. Für das Inventar erhalten wir gelegentlich Gegenstände, die mit einem Pluszeichen gekennzeichnet sind. Leuchtet es heller, können wir dort eine Sache hinzufügen, um sie zu vervollständigen.

Die Wimmelbilder sind gerade zu Beginn voll mit wunderbaren Ideen. Um das Haus der Malerin zu finden, bekommen wir ein paar Hinweise. Als wir dann vor der Häuserfront stehen, gelingt es uns an Hand dieser Hinweise im Ausschlussverfahren, ihr Domizil ausfindig zu machen. Beispielsweise suchen wir auch Objekte, die in einer Geschichte markiert sind. Die Variante, bei der wir einen Gegenstand aufnehmen, um damit ein anderes Utensil freizuschalten, fehlt ebenfalls nicht. Erst in der zweiten Hälfte haben wir es dann zunehmend mit Wortsuchlisten und Umriss-Suchen zu tun. Kleine Wimmelbilder, die nur im Fenstermodus spielbar sind, sind ebenfalls eingebaut. Im übrigen wiederholt sich keines dieser Wimmelbilder. Wer im Besitz der Sammlerediton ist findet nur hier Chamäleonobjekte vor. Im rechten unteren Bildrand zeigen ein Einhorn und ein Tiger an, wann sich das Teil verändert. Sehen wir dort ein Häkchen, haben wir es bereits gefunden.

Zahlreich vertreten sind Rätsel. Vieles ist Standard und dazu simpel gestrickt. Auch hier fällt auf, dass die Minispiele am Anfang um einiges kreativer sind, als die gegen Ende. Bei den bereits erwähnten schwarzen Schafen müssen wir die Sachen ausfindig machen, die sie freudig stimmen. Ein anderes Mal falten wir ein Papier so, um eine Route zu erhalten. Dazu gesellen sich Sachen, wie gleiche Paare finden, Kisten verschieben, Rohre bzw. Drähte drehen, um eine Verbindung zu erstellen, zwei Skifahrer gleichzeitig ins Ziel bringen, einen Weg beleuchten, indem wir alle Punkte abfahren und Bilderrahmen mit den richtigen Gemälden bestücken. Nicht nur bei „Off the Record: The Art of Deception“ fällt auf, dass Eipix selbst interessantere Rätsel so weit vereinfachen, bis selbst der untalentierteste Ratefuchs die Lösung vor Augen hat. Dies geschieht in Form von Tönen, Rahmen oder Beleuchtungen, die des öfteren die richtig erstellte Kombination anzeigen. Bei einigen Puzzeln, die etwas mehr Geduld benötigen, wäre eine Neustart-Funktion schön gewesen.

Die Spiellänge befindet sich mindestens im durchschnittlichen Bereich, das Ende ist zudem zufriedenstellend. Im ca. 45-minütigen Bonuskapitel erfahren wir zwar, was es tatsächlich mit dem Gemälde auf sich hat und warum es für Bösewichte so interessant ist, für den eigenen Seelenfrieden spielt es aber keine Rolle. Die Extras beinhalten 42 Farbtuben und 17 Buchstabenfetzen zum einsammeln. Die fehlenden Farbtuben können wir im Nachhinein noch suchen, die Lettern tauchen allerdings nirgends mehr auf. Außerdem gibt es wieder einen Souvenirraum, der uns erneut durch alle Schauplätze führt und uns von jedem Ort ein Objekt mitnehmen lässt. Einige Rätsel sind wiederspielbar und zusätzlich alle Wimmelbilder, dort ist es auch möglich, die übersehenen Chamäleonobjekte noch zu ergattern. Ein Making Of fehlt, dafür gibt es einen kurzen Einblick hinter die Kulissen.

„Off the Record: Die Kunst der Verführung“ ist bereits der dritte Teil dieser Reihe und mit Abstand der beste. Hier merken wir von Beginn an, dass es den Entwicklern tatsächlich Spaß gemacht hat, sich die verschiedenen Dinge einfallen zu lassen und sie auch dementsprechend umzusetzen. Probestundenspieler müssen allerdings damit rechnen, dass sich die unterhaltsamsten Sachen wie so oft am Anfang befinden. Danach fällt es zwar nicht extrem ab, aber vieles bewegt sich ab einem gewissen Zeitpunkt einfach wieder nur auf durchschnittlichem Niveau, jedoch ohne zu langweilen.


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