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Oddly Enough: Pied Piper


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Herausgeber: Alawar
Entwickler: GO! Games

Download: Deutschland-Spielt
Download: Alawar.de (Entwicklerseite)
Download: BigFish Games.de

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Autor: Claudia K.
Datum: 15.10.2011

Die meisten von uns werden es kennen, das Märchen vom Rattenfänger von Hameln. Ein ganz besonderer Rattenfänger bietet im Mittelalter der Stadt Hameln seine Dienste an. Er will die von den Nagern verseuchte Stadt befreien. Als alle Ratten erfolgreich verjagt sind, verweigern ihm die Bürger (hier im Spiel nur der gierige Bürgermeister) den ausgehandelten Lohnvon 10 Goldtalern. Der Rattenfänger sinnt auf Rache und mit der gleichen Methode, mit der er schon die Ratten aus der Stadt gelockt hat, nämlich dem Flötenspiel, holt er nun alle Kinder der Stadt. Hier endet das Märchen und das Spiel beginnt.

In GO! Games und Alawar's neuestem Wimmelbildspiel, Oddly Enough: Pied Piper, wirst du zunächst zum Schuldeneintreiber. Beauftragt von den Bürgern der Stadt, die sich wohl nicht in die Nähe des Rattenfängers trauen, sollst du herausfinden, wo die Kinder hingebracht wurden, die Schulden bezahlen und die Kinder zurück bringen. Offensichtlich war man der Ansicht, du bringest das Lösegeld gleich mit, denn keiner der Bürger hat das Geld zur Hand. Und so wirst du erst die verschiedensten Aufgaben erledigen müssen, um die 10 Goldtaler aus den zugeknöpften Brieftaschen der Dorfbewohner zu ziehen. Du wanderst also von Haus zu Haus, baust Dinge zusammen, suchst andere und löst Puzzle.

Da hat ein etwas gelangweilter Wasserspeier auf dem Dach des Bäckers Platz genommen und wird nicht wanken noch weichen, bevor er nicht seine Taschenuhr wieder gefunden hat. Der Wasserspeier aber muss gehen, denn der ängstliche Bäcker wird die Türe nicht vorher aufmachen. Und ist es endlich vollbracht, findest du eine sprechende Registrierkasse, die sich nicht öffnen lässt, bevor nicht der augenscheinlich schlecht gelaunte Kamin besänftigt wurde. Und da wir gerade von "besänftigen" sprechen: Die Katze eines anderen Dorfbewohners solltest du ebenfalls in gute Laune versetzen, ihre Krallen sind scharf und sie nicht gewillt, dich an die Schublade mit dem Gold zu lassen.

Das "Wimmel" aus Wimmelbildspiel vollzieht sich hier nicht nach Wortlisten in vollgemüllten Szene, sondern um Einzelteile, deren Umrisse du in der Suchleiste siehst. Alle Einzelteile zusammen ergeben einen hilfreichen Gegenstand, den du für deine verschiedenen Aufträge gebrauchen kannst. Anderes findest du in den Szenen oder durch Puzzle. Um zu erfahren, was du wo zu tun hast, werden dir die Aufgaben in dein Buch eingetragen, sobald du etwas angeklickt hast, dass eine Aktion erfordert. Wie es sich für einen coolen und tüchtigen Privatdetektiv gehört, hast du manchmal bis zu einem Dutzend Aufgaben in deinem Buch stehen. Weißt du mal nicht weiter, wird dir der sich zügig wieder aufladende Hinweis helfen, aber ein Blick ins Buch oder auch ein suchendes Klicken kann durchaus schon weiter helfen.

Oddly Enough: Pied Piper ist ein hübsches, schon fast schrulliges Spiel, dass den Übergang vom Märchen zum Geldeintreiber und später Kinderbefreier mühelos, mit Humor und fröhlichen Grafiken schafft. Es mag dunkel sein, im mittelalterlichen Hameln, aber es ist auch bunt, die Charaktere wunderlich im positiven Sinne. Es macht Spaß und du wirst selten einmal wirklich ratlos da stehen, ohne Ahnung wie es nun weitergehen soll.

Die Schwäche in diesem Spiel liegt zum einen im Anspruch; dein Händchen wird so oft gehalten, dass einem die Frage in den Sinn kommt, ob je geplant war, dich die Puzzle selber lösen zu lassen. Schwierig sind da eher die machmal nicht sehr deutlichen Umrisse in den Wimmelbildszenen. Was genau es ist, kann man oft nicht erkennen und der Umriss selber lässt auch keine exakten Rückschlüsse zu, welches der 20 runden Dinge in der Szene denn jetzt dein rundes Ding ist. Da huscht die Maus ab und an schon mal fast selbstständig auf den Hinweis-Knopf.

Ca. 3-3,5 Stunden, die schon fast üblich kurze Spielzeit erwarten dich und dann ein Ende, dass auch Fragezeichen hinterlässt. Es scheint, als habe das Entwicklerteam am Ende an kollektiver Demenz gelitten; es scheint etwas zu fehlen, nicht fertig zu sein.

Davon aber abgesehen erwartet dich ein schönes, gut gemachtes Wimmelbild-Abenteuer. Schrullig, skuril, märchenhaft, fröhlich. Wer das Händchen-halten und das abrupte Ende verzeiht, der wird ein Spiel finden, das nicht gruselt und trotzdem spannend ist. Ein Spiel, dass dich lächeln lässt und dir eine unterhaltsame Zeit beschert.


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