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Nick Chase: A Detective Story
Nachlese
Herausgeber:BigFish Games
Entwickler:GestaltGames

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Autor: Sonja R.

Nick Chase ist ein unbezahlter Privatdetektiv ohne Freunde, mit unbezahlten Rechnungen und einem Goldfisch namens Felix. Glücklicherweise kommt ein Telefonanruf, in dem ihm ein Fremder einen gut bezahlten Auftrag anbietet. Er sagt weder seinen Namen, noch seine Adresse. Die soll in einem blauen Umschlag an Nick Chase geschickt worden sein.

Da es in seinem Büro viele blaue Umschläge gibt, ist die Suche nach dem richtigen Umschlag nach der Reinigung des Aquariums und der Fütterung von Felix die dritte Aufgabe, die es zu bewältigen gibt. Das Spiel besteht nur aus wenigen wirklichen Wimmelbildern, dafür aber aus vielen Minispielen und hauptsächlich Rätselaufgaben. Die sind alle logisch aufgebaut und mit Überlegung und etwas Kombinationsgabe auch zu bewältigen. Ein bisschen Geduld muss aber schon mitgebracht werden, denn die Lösungen der Aufgaben sind beileibe nicht auf den ersten Blick zu erkennen. Da muss ein Ausweis kopiert werden, wofür aber erst ein Layout erstellt werden muss oder anhand von dem Auffinden und richtigem Einsortieren von Büchern einen Code für den Safe erarbeitet werden. Die Aufgaben sind so vielfältig, dass das Spiel nie langweilig wird und der Spieler manchmal zeitweise wie der Ochs vorm Scheunentor steht. Hat man die Lösung dann gefunden, ist sie völlig logisch.

Es sind aber nicht nur die Rätsellevel, die Spaß machen. Zwischendurch ist das Spiel gespickt von Minispielen. Sie verteilen sich unregelmäßig in den Rätselaufgaben oder sind auch mal als alleiniges Minispiel eingebaut. Es gibt einfaches Memory, Rohre verbinden, eine Straße von A nach B bauen mit Teilen, die vorgegeben sind. So ein Minispiel wiederholt sich nur selten, es gibt sehr viele unterschiedliche Arten. Sie können übersprungen werden, aber es stehen keine Tipps zur Verfügung. Die gibt es lediglich bei reinenWimmelbildern. Deren Anteil ist aber eher klein.

Etwas irritierend ist es, dass man manchmal aus einer Nahansicht nicht heraus kann. Normalerweise ist oben rechts ein Kreuz, um das Fenster wieder schließen zu können. Das ist nicht immer so. Wenn das Rätsel der letzte Teil ist, den man noch erledigen muss, lässt das Spiel keine "weglaufen" zu. Ein Fehler wäre es, zum Hauptmenü zurück zu kehren, denn das Spiel speichert immer nur am Ende eines Kapitels. Steigt man mitten im Kapitel aus, muss man von vorn beginnen. Das hätte man besser gemacht werden können. Gerade im Hinblick darauf, dass es doch auch Zeit in Anspruch nimmt, so ein Kapitel durch zu spielen, denn die Rätsel müssen ja erstmal alle gelöst sein.

Etwas Besonderes, wenn auch etwas gewöhnungsbedürftig, ist die Grafik des Spiels. Nicht nur die Story wird zwischen den Kapiteln in Schwarz-Weiß-Comics erzählt, allerdings mit Textausgabe, nein, auch das ganze Spiel ist in Comic-Grafik gehalten - in farbiger, wohl bemerkt. Das ist eine ungewöhnliche, aber schöne Idee. Es tut dem Spielfluss keinen Abbruch und alles ist klar und deutlich zu erkennen. Als besondere Zugabe hat man vom Hauptbildschirm aus noch Minispiele wie das alte Telespiel-Tennis hinzugepackt, das man direkt von da aus erreichen kann. Bei einem Zweiten müssen mit einem Ball die Platten zerstört werden, die oben schweben. Eine nette Abwechslung für zwischendurch.

Der gesamte Stil der Grafiken und des Storyverlaufes sind deutlich eine Hommage an den "Film noir" Der Begriff „Film noir“ wurde von dem französischen Filmkritiker Nino Frank geprägt. In seinem 1946 erschienenen Artikel geht er auf US-amerikanische Filme der 40er-Jahre ein, die aufgrund eines Importverbots erst nach Kriegsende den Weg in die europäischen Kinos fanden. Darunter waren neben drei klassischen Hollywood-Filmen auch Frau ohne Gewissen (1944), Laura (1944), Die Spur des Falken (1941) und Leb wohl, Liebling (1944). In diesen vier Produktionen glaubte Frank eine neue Spielart des Kriminalfilms zu entdecken – eine, die grundsätzlich mehr Augenmerk auf die Charakterisierung der Figuren als auf die Handlung legte. Er wies auf den Einsatz von Off-Kommentaren hin, welche die Handlung fragmentierten und die „lebensechte“ Seite des Films hervorhoben(Quelle: Wikipedia).

In den 50igern wurde dieser Stil dann für viele Erwachsenen Comics übernommen (nein, nicht die xxx Dinger) In dieser Zeit hatten Comic's vor allem in den USA einen höheren Stellenwert hatte als in der heutigen Zeit. Damals war es eine Kunst, Comics in dieser Art zeichnen zu können, die später mehr und mehr von der "Disney-Generation" verdrängt wurde. Es ist ein wunderschönes Remake und während ältere Spieler sich vielleicht noch an solche Comics aus ihrer Kindheit erinnern werden, können sich die Jüngeren einfach an der Klarheit und Detailfreudigkeit dieser Kunst erfreuen

Sound und Hintergrundmusik sind okay. Nicht erschrecken, wenn ein Tipp benutzt wird: Das gibt nämlich einen lauten Pistolenschuss. Die Geschichte ist völlig gradlinig und logisch, sie macht einfach Sinn. Mit Nick Chase hat Gestalt Games einen interessanten Charakter geschaffen, von dem wir hoffentlich noch mehr hören werden. Nick Chase: A Detective Story ist kein Spiel für ungeduldige Spieler, sondern für Rätselkost-Liebhaber. Und die kommen voll auf ihre Kosten!

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