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New York Mysteries: Ausbruch des Virus


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Herausgeber:BigFish GamesE
Entwickler: Five-BN

Download (Sammler): BigFish Games.de

Autor: Andreas
Datum: 26.08.2019


Schön gestaltetes Wimmelbild-Abenteuer, lang und fast durchweg über dem Durchschnitt
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Ein tödlicher Virus scheint über New York City ausgebrochen zu sein. Die Umstände sind unklar, ebenso der oder die Verursacher und wie er zu stoppen ist. All dies haben wir zu ermitteln.

Fallen wir gleich mit der Tür ins Haus: Es geht also doch!
Abseits vom üblichen durchschnittlichen Einheitsbrei findet tatsächlich mal wieder ein anspruchsvolleres Spiel auf den Markt. Wenig verwunderlich, dass es von den Entwicklern von Five-BN stammt, die immer wieder für positive Ausrutscher verantwortlich zeichneten, vor allem mit ihrer Reihe der Lost Lands.

Zwei Dinge fallen gleich zu Anfang positiv ins Auge: Zum einen können wir unter den Optionen die Einblendung der unsäglichen Ziele abwählen. Zum anderen ist die Grafik in der Spitzenklasse angesiedelt. Dies betrifft sowohl die Darstellung der Szenen, als auch die der Personen und ihrer Bewegungen. Selbst die üblichen teils etwas lang geratenen Einspieler stören da nicht.

Die Geschichte wird eher gemächlich voran getrieben, mit einer Wendung, die wahrscheinlich erfahrene Spieler nicht allzu sehr überraschen wird, aber zur Spannung beiträgt. Wir wollen hier Spoiler vermeiden und also nicht mehr dazu schreiben. Das Ende schließt die Geschichte vollkommen ab und kommt nach für heutige Verhältnisse erfreulich langer Spielzeit.

Ein kleiner Wermutstropfen besteht darin, dass nicht alles logisch überzeugend und stimmig ist, aber auch hierzu wollen wir aus den nämlichen Gründen nichts weiter bemerken. Überhaupt bemerkt man das erst, wenn man sich alles noch einmal durch den Kopf gehen lässt, dem Spielspaß tut es keinen Abbruch.

Die Wimmelbilder sind abwechslungsreich und gut gemacht, grafisch ohnehin, aber auch was die Schwierigkeit angeht. Nichts löst sich hier von selbst, dennoch bleibt es fair.

Die Minispiele liegen ebenfalls über dem Durchschnitt. Es finden sich so gut wie keine lächerlichen Pausenfüller, hier und da ist strategisches Vorgehen angesagt, ein wenig Logik ist auch im Spiel. Alles ist machbar, ohne die Intelligenz der Spieler zu beleidigen.

Die Karte ist wie bei Five-BN üblich vorbildlich, aufgeteilt in Sektionen und mit Transportfunktion versehen. Auch der Tipp arbeitet zuverlässig.

Nun können wir allerdings nicht verschweigen, dass zwei Mängel zu beobachten sind. Einer davon wird viele womöglich nicht stören, es handelt sich um die deutsche Übersetzung. Mehrere Objekte sind entweder gar nicht, falsch oder ungenau übersetzt. Die Sprache stößt zumindest denjenigen sauer auf, die Wert auf gutes sauberes Deutsch legen. Ein krasses Beispiel für schlampige Übersetzung: Eine Sektion der Karte ist bezeichnet mit "Bestellen". Das ergibt natürlich überhaupt keinen Sinn. Dem vermutlichen Grund für diesen Unfug kommt man auf die Spur, wenn man probeweise versucht, rückwärts zu übersetzen: Bestellung heißt im Englischen order, und das wiederum bedeutet auch Orden. Und das allerdings ist die Organisation für die wir arbeiten.

Der zweite Mangel besteht in folgendem: Zwar hat man dankenswerter Weise darauf verzichtet, auf die langweilig gewordenen Standards wie Bienen durch Räuchern entfernen, Rezepte für Tränke anwenden, Leitern reparieren zu strapazieren, vom Reißverschluss zu schweigen. Auch Pseudo-Schlüssel wie Embleme und ihre Artverwandten kommen sparsam vor. Nur leider werden sie ersetzt durch echte Schlüssel in deutlich zweistelliger Anzahl. Die meistgenannte Mitteilung im Spiel lautet wohl: "Abgeschlossen, ich brauche einen Schlüssel."

In der Sammlerausgabe finden wir ein Bonuskapitel, das die Vorgeschichte erzählt und in der Machart nicht gegenüber dem Hauptspiel zurück bleibt. In fast jeder Szene können wir ein Sammelobjekt und ein Chamäleonobjekt finden, beide sind oft genug sehr ordentlich versteckt. Übersehenes kann leider nicht nachträglich gesucht werden. Einige Minispiele können nach gespielt werden, Wimmelbilder nicht. Dazu gesellt sich abgesehen vom üblichen Material eine kleine Reihe von Puzzles. Ob das die Mehrausgabe rechtfertigt, mag jede(r) für sich entscheiden.

Fazit:
Die jüngste Ausgabe der New York Mysteries punktet bei nur kleinen Schwächen auf der ganzen Linie und kann jederzeit empfohlen werden.