Myths of the World: Das flüsternde Moor


tassentassen
Herausgeber: BigFish Games
Entwickler: Eipix

Download (Normal): BigFish Games.de
Download (Sammler): BigFish Games.de

Autor: Claudia K.
Datum: 05.10.2015
Deutsch (Normal): 18.12.2015


Abwechslungsreiche Wimmelbilder und trotzdem nicht anregend
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Auf dem Weg nach Kaltendorf hat deine Kutsche einen Unfall. Dein Kutscher wird anschließend von seltsamen Lichtern in die kalten Fluten eines Sees gelockt. Und am anderen Ufer scheint wer zu stehen, der die Seelen der Toten einsammelt. Du machst dich auf den Weg nach Kaltenburg und erfährst, dass es dort zu mysteriösen Verschwinden von Beweohnern gekommen ist. Und kurz nach deiner Ankunft siehst du die seltsamen Lichter wieder. Welches Geheimnis birgt Kaltendorf? Ist all das wirklich auf eine alte Legende zurückzuführen? Oder steckt böses menschliches Tun dahinter?

Als erstes musst du dich zwischen den vier Modi für den Schwierigkeitsgrad entscheiden. Der vierte Modus erlaubt individuelle Einstellungen. Es sei allerdings gesagt: selbst mit ausstellen der "Hilfstexte" wirst du ständig von Text gestört. Aber vermutlich ist mein Gedankengang ein falscher, ich habe ja nur "hilfreichen Text" ausgeschaltet, nicht unsinnigen, nervtötenden, nutzlosen Text. Neben Karte und Tipp erhältst du eine Laterne, zum Vertreiben von Seelenfängern. Karte und Tipp haben beide Transportfunktion - wie gewöhnlich bei Eipix muss darauf geachtet werden, dass der Transport auf der Karte nicht per Klick auf den Ort funktioniert. Vielmehr geht oben links ein umnebelter Kreis mit dem Bild des Ortes auf und dort muss dann erneut geklickt werden. Beim Tipp erscheint der gleiche Kreis direkt über der Hinweisfunktion.

Neben den Grafiken sind sicherlich die variantenreichen Wimmelbilder das Positivste am gesamten Spiel. Allerdings bezieht sich dies darauf, dass es eben Abwechslung gibt und man nicht eine Variante immer und immer wieder spielt, nicht auf den Spaßfaktor der Szenen selbst. Denn gerade die Suchbilder mit verschiedenen Varianten langweilen; der der Aufwand für zwei oder drei Varianten (+ des veränderlichen Objektes für die Sammleredition) fordern ihren Tribut in der Ausführung - alles ist schon fast "übersichtlich" geordnet und die Suche somit eine Farce.

Viele Puzzles kann man mit dem Wort "Wiederholung" bezeichnen; einige Varianten, z.B. finde die Reihenfolge heraus spielst du mehrfach. Das gilt auch für das Laternenpuzzle - hier musst du Symbole in der richtigen Reihenfolge verbinden und zwar immer 3x hintereinander. Zwar haben erhöhen sie ihren Schwierigkeitsgrad, aber nach dem zweiten und damit sechsten Mal ist das auch spaßbefreit. Zwar haben alle Puzzles einen Neustart, doch ziemlich zu Beginn gibt es eines, bei dem du diesen Neustart hassen wirst. 21 Felder müssen mit Symbolen bestückt werden, Farben dürfen sich nicht aneinander anschließen. Doch machst du einen Fehler - sei es aus Unachtsamkeit oder einfach nur verklickt, musst du den Neustart benutzen, die Teile setzen sich nämlich sofort unveränderlich fest. Ein "tolles Featurer", vor allem, wenn der Fehler nach der Hälfte oder später geschieht.

Hast du gefundenen Text zu schnell weggeklickt - wen interessiert es schon? Bei Eipix jedenfalls niemand. Ein Buch, wo Dinge zum Nachlesen hinein kopiert werden, gibt es in Myth of the World: Das flüsternde Moorgenauso wenig, wie bei den meisten anderen Eipix-Spielen. Da Eipix grundsätzlich keine großen Erzähler sind, ist das ansich auch nicht so schlimm - nur merkt dort offensichtlich niemand, wann es nötig wäre, weil das Spiel, vermutlich versehentlich, sehr geschichtsorientiert ist. Dazu kommen viele völlig unsinnige Handlungen und Abläufe, die, kombiniert mit sehr viel vor- und zurücklaufen und dem Dauerbeschuss mit unsinnigen Texten des Protagonisten bei jedem Text und dem Einblenden von Zielvorgaben, die eh noch in der Ferne liegen, einen unharmonischen, wenig attraktiven Spielverlauf bescheren. Am Ende spielt man nicht, sondern erledigt; aber immerhin dürfen wir Eipix für grafische Leistungen bewundern.

Die überteuerte Sammleredition beschert die zusätzliche Suche nach einer Eichel in jeder Szene; außerdem verfügen die Wimmelbilder über ein veränderliches Objekt. Die Extras erlauben die Wiederholung einiger (aber nicht aller) Puzzle und Wimmelbilder, die Suche nach eventuell übersehenen Eicheln, einen Souvenir-Raum (pro Szene ein Objekt finden), Bilder, Musik, Einspieler und ein Geschichtenbuch, über das Hauptmenü sind auch die Auszeichnungen noch mal einzusehen. Das Bonusspiel spielt erneut in Kaltenburg, diesmal gibt es Kreaturen zu jagen, die die Bewohner angreifen.

Das Hauptspiel hat, ebenso wie das Bonusspiel eine akzeptabele Spielzeit, die aber auch den langweiligen und oft auf Geduld ausgelegten Puzzlen und natürlich den Einspielern geschuldet ist. Selbst das Ende ist ein langweiliges, sich mehrfach wiederholendes Puzzles. Die hier vorliegende Geschichte ist nicht neu, natürlich nicht, aber eigentlich gut erzählt - nur dass das den Wenigsten auffallen wird, weil viele Texte zu schnell weg sind und nicht erneut gelesen werden können. Gute Grafiken und variantenreiche Wimmelbilder mögen den unverdrossenen Spielern ausreichen, doch wer ein gutes Spiel sucht, das spielerisch und geschichtlich ebenso überzeugt, wie in den Bereichen Spieldauer, Logik, Kreativität, Liebe zum Detail und zum Spiel, der bleibt mal wieder auf der Strecke.