Myths of the World: Aus Ton und Feuer geboren


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Herausgeber: BigFish Games
Entwickler: Eipix

Download (normal): BigFish Games.de
Download (Sammler): BigFish Games.de

Autor: Claudia K.
Datum: 17.06.2016


Grafisch schön, mit einer eher nicht vorhandenen Geschichte
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Dein Vater glaubt, die Lösung für die Unruhen in der Stadt gefunden zu haben. Doch der von deinem Vater zum Schutz der Stadt erschaffene Golem hat sich gegen die Stadt gewandt und dein Vater verhaftet und zum Tode verurteilt. Deine Aufgabe ist es, Prag zu retten, deinen Vater vor dem Tod zu bewahren und herauszufinden, was eigentlich schief gegangen ist.

Es gibt 4 Modis zur Auswahl, einer davon mit individuellen Auswahlmöglichkeiten. Der Tipp bietet neben Objekt- und Richtungsanzeigen auch eine Reisemöglichkeit; dabei ist zu beachten, dass hier nicht zwangsläufig die nächstlogische Aktion genutzt wird, sondern die Entscheidung oftmals eher willkürlich erscheint. Die Karte ist nett gestaltet und gibt, je nach Modus nicht nur eine Transportmöglichkeit, sondern auch Auskunft über mögliche Aktionen. Als "Helfer" erhalten wir ein Puder, das verzauberte Bereiche entzaubert. Damit verbunden ist ein Minispiel (immer das Gleiche, es wird im Verlauf etwas schwieriger, aber, in diesem Fall, auch nicht weniger uninteressant und sinnlos).

Die Wimmelbilder entsprechen dem grundsätzlichen Vorgehen des Entwicklers. Sehr viel Abwechslung (für Spieler der Sammleredition gibt es in jedem großen Wimmelbild ein Chamäleon-Objekt) im scheinbar unvermeidlichen Chaos und es bleibt die Frage, warum ich nicht nehme, was ich brauche, sondern erst noch Nutzloses durch die Gegend räume. Wortsuchlisten, Textsuchen, Bilderrätsel, suche-x-von, setze ein ... die meisten bekannten Varianten wurden in den 13 Suchszenen zumindest einmal genutzt und jede Szene wird nur einmal bespielt. Alternativ wird ein 3-Gewinnt-Spiel angeboten.

Eine kleine Überraschung bieten die Puzzles, denn die kommen diesmal tatsächlich nicht ausschließlich aus der untersten Anspruchschublade. Sie sind gut gemacht, auch optisch ansprechend, haben aber teilweise so umständliche Beschreibungen, dass Spieler mit wenig Erfahrung maximal erahnen können, was eventuell getan werden muss. Es gibt nichts, was noch nicht x-mal gemacht wurde, doch die Verpackung passt und passionierte Minispielfreunde kommen hier zumindest ab und an mal auf ihre Kosten.

Grafisch beschert uns Eipix mit "Myths of the World: Aus Ton und Feuer geboren" eine schöne Umgebung, die allerdings auch an jedem anderen Ort der Welt sein könnte. Und vermutlich ist das auch so, denn immer wieder beschleicht den Vielspieler ein kleines "Deja Vu". Den Raum, den Ort, die Straße, das hat man doch schon mal gesehen? Ja, vermutlich schon. Niemand kann Fließbandarbeit produzieren und sich dabei immer wieder selbst erfinden. Mit anderen Farben versehen, können Elemente aus diversen vorherigen Spielen eingesetzt werden, ohne dass der Spieler so genau den Finger drauf legen kann, wo genau man schon exakt den gleichen Raum gesehen. Was der Tatsache aber keinen Abbruch tut, dass man hier klare, meist helle, gut gemachte Bilder betrachtet, die durch Details ein visuell angenehmes Spiel erlauben.

Die Sammleredition bietet dem Sammler Flammen-Symbole und Tier-Puzzlezeichen, ausserdem die bereits erwähnten veränderlichen Objekte in den Wimmelbildern. Das Bonusspiel basiert auf dem Hauptspiel, ist aber grundsätzlich für sich allein stehend. Wimmelbilder und Puzzles können nachgespielt werden, dazu kommen Hintergründe, Konzeptkunst, Videos, Musik, Auszeichnungen und die Souvenirsuche. Wie üblich ist also die Sammleredition keine Empfehlung wert, das Preis-/Leistungsverhältnis stimmt einfach nicht.

Geschichtlich zeigt Eipix hier erneut was sie können. Nämlich nichts. Wer glaubt, dass es nach der Probestunde auch nur irgendeinen geschichtlichen Fortgang gibt, der irrt. Und das führt dazu, dass man während der angemessenen Spielzeit Dinge sucht, findet, einsetzt. Puzzle löst. Wimmelbilder beackert. Sucht, findet, einsetzt. Weder erfährt man etwas über den Golem, noch gibt es sonst wie geschichtliche Anreize, die "Myths of the World: Aus Ton und Feuer geboren" zu einem Gesamtpaket machen.

Die Aneinanderreihung einzelner, gut gemachter Spielelemente ist hier gelungen. Was aber nicht gelang: ein Spiel zu kreieren. Die Geschichte hätte das Potential dazu gehabt. Die Bilder haben das Potenial, ebenso die Minispiele und Wimmelbilder. Das alles aber hat eine so lose Verbindung, dass es nur die ansprechen kann, die eben kein Interesse an einem Gesamtpaket haben. "Myths of the World: Aus Ton und Feuer geboren" hat keine Längen. Es ist eine durchgehend flache Linie.