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Mystic Diary: Die fehlenden Seiten


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Herausgeber: Bigfish Games
Entwickler: Sunray Games

Download: BigFish Games.de

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Autor: Claudia K.
Datum: 19.07.2012
Deutsch: 25.11.2012


Deine Kristallkugel macht sich bemerkbar und du erkennst, dass dein Bruder, der sich ein einem Schloss versteckt hat, ein magisches Tagebuch benutzt. Um sich zu schützen, hat das Tagebuch einige lose Seiten entfernt. Denn dein Bruder hat keine Zauberfähigkeiten, kann mit ihnen zumindest nicht umgehen und gehört außerdem nicht auf die Seite der Guten. Kannst du die fehlenden Seiten finden und Gustav davon abhalten, seine bösen Pläne, mit denen er die Welt unter seine Kontrolle bringen will, auszuführen?

Es ist so eine Sache mit Nachfolgern. Will man im Stil der ersten Spiele bleiben (und kann einfach nicht anders, weil die Fähigkeiten oder Ressourcen fehlen), dann kann es sein, dass die Qualität vom Fortschritt überrannt wird. Und genau das ist hier passiert. Was 2009 (Mystic Diary: Lost Brother) und 2010 (Mystic Diary 2: Haunted Island) noch gut war, ist heute überholt, wirkt altbacken und eher unkreativ gemacht. In größtenteils dunklen Grafiken wirken viele Gegenstände ein wenig unscharf, nicht immer ist genau zu erkennen, was es eigentlich ist, was da liegt.

Von Beginn an wirst du in Mystic Diary: Missing Pages einiges an Laufarbeit hinlegen müssen. Schon deshalb, weil relativ unmotiviert irgendwo die zweite der beiden an einem Ort jeweils zu spielenden Wimmelbildszenen aktiviert ist. Dabei wird das erste Wimmelbild stets ein interaktives Objekt haben, im zweiten dagegen wirst du 12 gleiche Dinge suchen müssen. Von Zeit zu Zeit spielst du diese beiden Wimmelbildszenen auch innerhalb von nur einer Minute. Die Bilder sind übersichtlich, allerdings so unkreativ mit den Objekten der Suchlisten bestückt, dass man nicht länger als maximal eine Minute benötigt. Der Tipp zeigt hier einen willkürlichen Gegenstand von der Liste.

Außerhalb der Wimmelbilder wirst du einen Inventargegenstand auf den Hinweis ziehen müssen - dir wird dann ein Bild vom Einsatzort angezeigt. Das allerdings ist nur bedingt hilfreich, denn obwohl ca. 70% des Spieles sehr direkt sind, hast du immer wieder Momente, wo dein Inventar auch Gegenstände beherbergt, die an noch nicht zugänglichen Orten benutzt werden müssen. In dem Fall hilft der Tipp natürlich nicht. Wenn du in Szenen noch etwas zu tun hast, was kein Inventarobjekt benötigt, bist du also auf dich allein gestellt. In diesem Spiel, das keine Modus-Wahl hat, ist das ein Vorteil, weil der Ablauf in Mystic Diary: Missing Pages ansonsten sehr zum Händchenhalten neigt.

Die Puzzles sind visuell nett gemacht, aber nichts Besonderes und in der Regel reine Logik-/Geduldspiele. Nichts ist wirklich attraktiv, aber halt auch nicht grundweg schlecht. Gleiches gilt für die Musik. Sie stört nicht, schafft aber auch keine Atmosphäre. Die Geschichte ist nicht interessant, aber auch nicht ausgebreitet, so dass man sie geflissentlich ignorieren kann, ohne etwas zu verpassen. Neu ist daran auch absolut nichts. Rette die Welt vor dem Bösen und hilf auf dem Weg ein paar Seelen, damit sie dir helfen. Eine Hand wäscht halt die andere, auch wenn die eine davon nur noch aus Knochen besteht.

Und das ist das eigentliche Problem mit Mystic Diary: Missing Pages. Es macht nichts wirklich gut. Atmosphäre schafft man nicht, in dem man alles im Halbdunkeln hält (abgesehen von den Unfeinheiten der Grafik sind die Lichtverhältnisse aber so, dass du alles gut erkennen kannst). Der dunkle Geist, der herum läuft, ist auch nicht sonderlich spannend, sondern eher lästig, weil man immer warten muss, bis er mit seinem Sabotageakt fertig ist. Das Spiel hat keinerlei Höhepunkte, aber auch keine absoluten Tiefpunkte. Anfänger werden es vielleicht unterhaltsam finden, sollten allerdings nicht glauben, dass dies ein "übliches" Spiel der heutigen Zeit ist. Vielspieler, die eine Abwechslung im Anspruch suchen, sind hier eventuell auch noch ganz gut bedient. Dann aber kommt der nächste Rückfall, das Spiel ist sehr kurz. Nach 2-3 Stunden siehst du das Ende (und es bleibt zu hoffen, dass Sunray Games die Geschichte damit auch wirklich enden lässt).

Mystic Diary: Missing Pages ist ein kleines Wimmelbildspiel, das hält, was es in der Probezeit verspricht. Es wird nicht besser, es wird nicht schlechter, es schleicht vor sich hin. Es ist wie der Typ in der Straßenbahn, den du jeden Morgen siehst, aber am Mittag nicht einmal genug Angaben machen könntest, um ein Phantombild zu zeichnen. Wer die beiden Vorgänger mochte, sollte es dabei belassen. Mystic Diary: Missing Pages kann dann nur eine Enttäuschung sein.


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