Mystery Trackers: Die Tragödie von Winterpoint


tassentassen
Herausgeber: BigFish Games
Entwickler: Elephant Games

Download (Normal): BigFish Games.de
Download (Sammler): BigFish Games.de

Autor: Claudia K.
Datum: 20.08.2015
Deutsch (Normal): 20.10.2015


Ohne Pepp, gradlinig und viel zu kurz
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Ein Mayday-Ruf erreicht die Mystery Trackers Zentrale von Winterpoint Station. Du übernimmst den Auftrag und willst zunächst mit Agent Shade Kontakt aufnehmen. Doch schon bei deiner Ankunft gehen im wahrsten Sinne überall die Lichter aus. Kälte-Wanderer haben Agent Shade in eine lebensbedrohliche Situation gebracht. Nachdem du sie befreit hast, erzählt sie dir mehr von den Wesen und dir wird schnell klar: Wenn du nicht rasch handelst, dann droht eine nicht wieder gutzumachende Katastrophe.

Die vier Modi beinhalten eine individuelle Auswahlmöglichkeit, die es dir erlaubt, einige Einstellungen nach persönlichen Vorlieben zu konfigurieren. Neben dem Hund Elf gibt es ein Fernglas, dass Energie-Quellen und anderes aufdeckt, wenn es benutzt wird. Ein Messer und ein Schraubenzieher sind ebenfalls zur Mehrfachbenutzung gedacht und kommen anfänglich mit deiner Ausrüstung. Sie bleiben aber nicht bis zum Ende und kurz nachdem du sie weggeworfen hast, benötigst du was? Natürlich: ein Messer und einen Schraubenzieher. Durchaus liebevoll gemacht: Die tippgebende Kröte, die auch als Teleporter dient, ist auch für den Norpol gekleidet. Die Karte lässt keine Wünsche offen, sieht man davon ab, dass sie eher einfach in der grafischen Ausstattung ist.

Die Wimmelbilder sind in der Hauptsache Wortsuchlisten mit mehr oder weniger Interaktion. Viel Abwechslung ist nicht gegeben, es gibt ein paar Umriss-Suchen und zwei "Finde die Paare durch verschieben der Gegenstände"-Suchen. Aber egal wie sie gestaltet sind, sie sind nicht sonderlich attraktiv oder spannend. Eine Alternative ist aber leider nicht vorgesehen.
Auch bei den Puzzles erwarten niemanden eine Offenbarung. Sie sind leicht und auch für Anfänger schnell lösbar. Die 3 Superpuzzles stehen dem in nichts nach; sind aber noch immer von völliger Unlogik geprägt.

Die Geschichte der Kälte-Wanderer ist eingängig und durchaus von einer kleinen Spannung geprägt. Schade ist, dass durch die Fähigkeit dieser Kreaturen, jede beliebige Gestalt anzunehmen, kurzfristig ein ungeheueres Geschichts-, Spannungs- und Spielpotential vorgegeben wird, das fast völlig ungenutzt verpufft. Das Spiel bleibt spielerisch gradlinig und lässt wenig Raum für eigene Ermittlungen, eigene Gedanken oder gar Höhepunkte

Grafisch bist du in der Arktis und es ist gut gemacht. Nur leider oft sehr dunkel, so dass eine gute Grafikkarte und/oder Monitoreinstellung dringend zu empfehlen ist. Zeitlich ist Mystery Trackers: Winterpoint Tragedy erstaunlich früh zu Ende. So früh, dass man sich mal wieder fragen muss, wie lange Spieler solche Unverschämtheiten noch hin nehmen. Offensichtlich gibt es noch immer zu viele, die Geld für einen Entwicklernamen und einen Spieltitel ausgegeben und nicht begreifen, dass dies dazu führt, dass die Spielzeiten bei meistgekauften Serien und Entwicklern immer weiter heruntergehen.

Technisch gesehen klagen viele Spieler, dass sie die Specialeffects ausschalten müssen, damit das Spiel gut läuft; mit den Effekten ist der Cursor verlangsamt, die Szenenwechsel dauern etc.. Es kam vereinzelt zu verschwindenen Gegenständen aus dem Inventar. Die Sammleredition hat einen Fehler: an einer bestimmten Stelle müsste der Spieler das gesamte Spiel komplett von vorn beginnen, wenn du ein Messer nicht findest, bevor ein Fenster sich schließt.

Für Spieler, die sich von der Sammleredition enttäuschen lassen, gibt es im Sammlerobjekte, veränderliche Objekte und Sterne zu finden. Das Bonusspiel ist eine Fortsetzung des Hauptspieles, die sich durch das Ende der Normalversion ankündigt. Trotzdem kann man sich als Spieler der Normalversion durchaus zurücklehnen und seinen Einsatz als "erfolgreich erledigt" bezeichnen. Erst nach Ende des Bonuskapitel öffnet sich in den Extras der "Geheimraum". Hier kannst du einige wenige, ausgewählte Wimmelbilder und Puzzles nachspielen. Ansonsten kannst du dir die Sammelobjekte ansehen, deine Auszeichnungen und Sternenbilder, die durch die gefundene Sterne erstellt wurden. Musik, Hintergründe und Konzeptkunst kommen dazu und das war es.

Alles in allem ist dies sicherlich das enttäuschendste Spiel der gesamten Mystery Trackers Serie. Es ist viel zu kurz und grafisch zwar gut, aber dennoch nicht detaiiliert und liebevoll. Wimmelbilder und Puzzles könnte man beiläufig nennen, sind aber definitiv ein guter Einstieg für Anfänger. Geschichtlich ist es ebenfalls nicht schlecht, bleibt aber an der Oberfläche und vergibt jedes Potential, das Mystery Trackers: Winterpoint Tragedy zu mehr als einer Tragödie hätte machen können. Das Spiel als Sammleredition anzubieten ist frech, die Normalversion ist mit einem Freicode nicht überbezahlt.