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Mystery Trackers: Silent Hollow


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Herausgeber: BigFish Games.com
Entwickler: Elephant Games

Download (Normal): BigFish Games.de
Download (Sammler): BigFish Games.de

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Autor: Elke M.
Datum: 20.07.2013
Deutsch (Normal): 29.11.2013
Wimmelbild-Puzzle-Abenteuer ohne Höhepunkte
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Wir werden als Detective der Mystery Trackers dieses Mal direkt ins Hauptquartier beordert, da unheimliche Geschehnisse vor sich gehen. Bevor wir dort per Eisenbahn anreisen können, finden wir unseren Kollegen, Agent Clyde, bewusstlos auf dem Boden liegend. Im benachbarten Postamt schnappen wir uns den Erste-Hilfe-Kasten und wecken durch eine Injektion Agent Clyde auf, der sich umgehend in Luft auflöst und vor unseren Augen verschwindet. Wir machen den Zug wieder flott, der uns ins Hauptquartier bringen soll, und stellen, dort angekommen fest, dass Geschöpfe, die nur aus fliegenden Masken bestehen, dieses schon eingenommen haben. Nach und nach befreien wir unsere teilweise ohnmächtigen, teilweise hypnotisierten Kollegen und schaffen es, uns einige ihrer Fähigkeiten anzueignen.

Das Intro ist eine gut gemachte Videosequenz, kombiniert aus gezeichneten Elementen und echten Schauspielern. Im weiteren Spielverlauf bleiben die Schauspieler zwar bestehen, verwandeln sich aber in gezeichnete Figuren, sobald sie mit uns sprechen. Es gibt keine Mundbewegungen und sie starren uns entweder direkt an oder schauen ignorierend an uns vorbei, was sehr befremdlich wirkt und uns von Anfang an so gar nicht ins Geschehen einbindet.

Als erster Inventargegenstand wandert unser treuer Hund und Gefährte Elf ins Inventar. Er kann laut Beschreibung an schwer zu erreichende Plätze gelangen oder seine typischen Hundefähigkeiten wie schnüffeln, buddeln und beißen einsetzen. Außerdem beschützt er uns vor anderen Tieren. Wir merken allerdings schnell, dass diese Aussage etwas übertrieben ist, denn weder bei einem Bären oder einem zähnefletschenden Schäferhund ist er uns keine große Hilfe, lediglich eine Katze vertreibt er, das aber nur, wenn wir sein Kläffen durch ein Megafon verstärken. Auch sonst hat Elf so einige Schwächen. Mal kann er in ein Fass, in eine Schublade oder durch einen Zaun klettern, ein andermal dagegen ist das unverständlicherweise nicht möglich. Dasselbe ist dann auch beim Buddeln so, mal bekommen wir ihn dazu, etwas auszugraben, ein andermal suchen wir dafür nach einer Harke.

Die meisten Inventargegenstände, wie z. B. diese Harke, finden wir im Spielverlauf, einige Wenige auch über 12 klassische Wimmelbilder, die einfache Interaktionen beinhalten und alle nur einmal aufgesucht werden. Grafisch sind sie toll anzusehen und nicht allzu sehr überladen. Bei den Minispielen hat sich Elephant Games in diesem Teil der Serie nicht mal bemüht, einen Aha-Effekt zu erzeugen. Rätsel 2, 3 und 4 sind beispielsweise alles Schlösser, die wir zu knacken haben. Der Unterschied besteht darin, dass es sich beim ersten Mal um ein dreistelliges Zahlenschloss zum Drehen handelt, beim zweiten Mal um ein Nummernschloss zum Eintippen und beim dritten Mal um ein elektronisches Schloss, bei dem wir uns einmal eine 5-stellige Zahlenfrequenz merken müssen. Bei den beiden zuerst genannten „Rätseln“ steht freundlicherweise der Zahlencode auf einem Zettel daneben, damit keine Gehirnzelle bemühen muss. Und dieses Schema zieht sich wie ein roter Faden durch alle 31 Minispiele. Bei vielen hat man sich nicht einmal die Mühe gemacht, sie nach dem Anklicken in ein großes Spiele-Fenster zu verlegen, sondern sie starten gleich im kleinen Pop-Up, das sich als erstes öffnet. Das Wort Minispiel wurde hier tatsächlich wörtlich genommen. Bei den großflächigeren Spielen gibt es dann aber eine Restart- und eine überspringen-Funktion, letztere aber nur, wenn man sich für den entsprechenden Modus entschieden hat.

Bei den Schwierigkeitsgraden stehen uns vier zur Auswahl. Wir können uns zwischen „Entspannt“ (Hinweisglitzern, schneller aufgeladener Tipp), „Fortgeschritten“ (keine Extra-Hilfe, längeres Hinweisladen, kein Glitzern), „Schwer“ (kein Hinweis, keine überspringen-Funktion, kein Glitzern) und „Detektiv-Modus“ (keine Tipps, kein überspringen oder Glitzern, der Mauszeiger verändert sich nicht über aktiven Bereichen)entscheiden, unsere Wahl aber jederzeit über die Optionen revidieren.

Beim Tippgeber hat sich Elephant Games ebenfalls nicht auf eine durchgängige Linie eingelassen. Verrät der Hinweis-Button an manchen Stellen nicht zu viel und teilt uns höchstens mit, was wir brauchen, aber nicht wo wir es finden, so steht an anderen Stellen geschrieben, wo wir was finden, um weiter zu kommen. Die von Anfang an zur Verfügung stehende Karte zeigt zwar zuverlässig die Orte an, an denen wir jetzt im Moment aktiv werden können, doch gerade da hat man den Schwierigkeitsgrad etwas angehoben und Inventargegenstände wirklich gut versteckt. Einige sind nur mit Hilfe der magischen Linse, die ebenfalls fast von Beginn an unser Inventar bereichert, erreichbar. Außerdem finden wir durch das Vergrößerungsglas auch Botschaften oder Dukaten, die wir vermutlich nur in der Sammleredition in einem Hundeshop für Elfs Hundefamilie ausgeben können. Vollkommen ungruselige Gegenstände wie einen Bällepool oder ein Futterstation erwerben wir damit, die natürlich alle keinen Einfluss auf das Spielgeschehen haben. Wer das Geld lieber in neue Klamotten für die Tippgeber-Kröte investiert oder in eine aufwendigere Umrahmung für die Inventarleiste steckt, wird auch das finden.

Noch unerwähnt sind die drei Spezialfähigkeiten, die wir von einigen unserer Agenten-Kollegen übertragen bekommen haben. Wir beherrschen danach Pyrokinese, Hypnose und Einfrieren, was uns im ersteren Punkt das ewige Suchen nach einer Feuerquelle erspart. Außerdem werden alle Agenten bildlich in einem Dossier festgehalten, inklusive ihrer besonderen Eigenschaften. Zudem gibt es noch ein Nachschlagewerk zu den Mystery Trackers-Haustieren. Wie wir als Begleiter Elf haben, so besitzen auch alle anderen Kollegen spezielle Tiere. Diese finden wir nach und nach und bekommen auch deren Fähigkeiten erklärt. Da sich die Suche nach Kollegen und Tieren auch über das Bonuskapitel erstreckt, ist es wahrscheinlich, dass auch dieses Special nur in der Sammleredition zum Vorschein kommt. Und so ist es dann auch mit dem geheimen Zimmer das sich in den Extras öffnet, und über das man nochmal einige Minispiele und Wimmelbilder wiederholen kann.

Bei „Mystery Trackers: Silent Hollow“ gibt es viel zu tun, ganz gleich, ob es für den Verlauf wichtig ist oder nicht. Geübte Spieler werden trotzdem in ca. 3,5 Stunden bis zum Hauptquartier vordringen,  unermüdlich den Kampf gegen das Böse aus den eigenen Reihen aufnehmen, um es letztendlich zu besiegen. Die Geschichte dazu ist nur mäßig spannend und ohne Wendungen, für sich abgeschlossen und nicht auf den Vorgängern dieser Reihe basierend. Das einstündige Bonuskapitel spielt zwar größtenteils an denselben Schauplätzen, gehört aber nicht mehr zur Haupthandlung und verfolgt einen ganz anderen Inhalt, der noch um ein vielfaches langweiliger ist, als der Rest. Wer also nicht zwingend einen Elf-Familienshop, Wallpapers, Musik und Konzeptkunst benötigt, ist mit der Normalversion besser bedient.

Als ausgemachter Fan von „Mystery Trackers: The Void“ und „Mystery Trackers: Raincliff“ kam für mich bei diesem Spiel leider so gar keine Euphorie auf. Wie schön hätte es werden können, endlich mal in der Zentrale zu sein, die Kollegen kennenzulernen und dazu noch gegen das Böse zu kämpfen. Aber der Entwickler kann nicht erwarten, dass bei grottenschlechten Minispielen, einfallslosen Wimmelbildern und einer grafisch aufwendigen aber inhaltlich zu vernachlässigenden Handlung Freudenstürme auftreten. Die Zeit für diese einst spannende und ausgeklügelte Reihe ist anscheinend abgelaufen und bedarf auf diesem Niveau keiner weiteren Teile.


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