Mystery Trackers: Der Rächer von Paxton Creek


tassen tassen
Herausgeber: Bigfish Games
Entwickler: Elephant Games

Download (Normal): BigFish Games.de
Download (Sammler): BigFish Games.de

Autor: Uschi W.
Datum: 24.02.2016


Einfach gestrickte Geschichte ohne Höhepunkte
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„Herzlich willkommen“ zu Folge 10 der Mystery-Trackers-Serie aus dem Hause Elephant Games. Der Geist des Paxton Creek Avenger soll auferstanden sein und sein Unwesen in einem Opernhaus treiben. Ausgerechnet die Tochter des Mystery Trackers Boss hat er entführt, der Rüpel. Natürlich wirst du sofort an den Ort des Geschehens zitiert, um dem unheimlichen Treiben ein Ende zu setzen und das Töchterchen zu befreien.

Zu Anfang stehen dir 4 Schwierigkeitsmodi zur Verfügung, der Vierte ist benutzerdefiniert. Sowohl Tipp als auch Karte sind zuverlässig, allerdings wirst du sie nicht oft brauchen. Da immer nur Teilbereiche zur Verfügung stehen, hält sich das Herumlaufen in Grenzen. Grafik und Sound sind sehr schön, bewegen aber auch nicht zu Begeisterungsstürmen. Die Animation unserer Gesprächspartner ist ebenfalls gelungen; heutzutage gilt das ja schon als Pluspunkt.

Gleich zu Beginn findest du einen thermischen Detektor; mit ihm kannst du herausfinden, wo die letzte Person im Raum sich aufgehalten hat bzw. hingegangen ist. Aktiviert wird das Gerät jedes Mal durch das gleiche Minispiel und zwar eines, das unbeschreiblich lahm und einfach ist. Und auch ansonsten macht das Ding nicht viel Sinn, weil du fast immer siehst, wo genau der Bösewicht hinmarschiert ist. Vielleicht siehst du später die Spuren deshalb auch ohne das Ding überhaupt zu benutzen.

Die Story ist so dünn, dass jedes Wort darüber einem Spoiler Alarm gleich käme. Ich werde es trotzdem versuchen:
Die entführte und recht flott befreite Tocher war nur ein Ablenkungsmanöver des Schurken, um etwas von den Mystery Trackers zu stehlen. In Wahrheit ist der Paxton Creek Avenger .... Und hier hört alles auf, was man sagen könnte, ohne den kläglichen Rest der Geschichte preis zu geben.

Schon in der Probezeit zeichnet sich ab, dass Unsinn hier Methode hat. Beispiele gefällig? Im Theater bricht ein Brand aus und der einzige Feuerlöscher ist festgeschraubt. Ich würde gerne wissen, in wie vielen Ländern dies gegen wie viele Gesetze verstößt. Mal abgesehen davon, dass es vollkommen sinnfrei ist. Weiter geht es mit einem glühend heißen, da aufgedrehten, Scheinwerfer. Nicht genug damit, dass du ohne Schutz die Abdeckung brandwundenfrei abschrauben kannst, nein, du kannst auch, ohne im Krankenhaus zu landen, mit einem Tüchlein (!) den Scheinwerfer herausschrauben. Es geht aber noch besser: die Abdeckung wird als Linse in ein Gerät eingesetzt; der Scheinwerfer dagegen hat bei Alice im Wunderland am Schrumpftrank genascht und sich flink in ein Taschenlampenbirnchen verwandelt. Tja, Logik ist hier offensichtlich nicht Trumpf. Überraschend ist auch, dass in den meisten Fällen dein Gegner grundlos schneller vorankommt, während du endlos Schlossteile und Geheimfächer suchen musst. Ansonsten ist zum Ablauf nur noch zu bemerken, dass auch in Mystery Trackers: Paxton Creek Avenger die Aussparungen nicht fehlen (ich konnte alleine in einer Nahansicht 5 zählen).

Bei den Wimmelbildern findest du das Übliche; Umrisse, Wortlisten, Einsetzen, 2 Begriffe ergeben einen Gegenstand, Chamäleonobjekte. Alle sind mal mehr, mal weniger interaktiv. Es gibt keine Alternative zu den Wimmelbildern. Auch bei den Minispielen gibt es keine Überraschungen. Wir tüfteln an altbekannten Rätseln herum, wir verschieben viel, aber es gibt auch Matherätsel, einsetzen, drehen, etc… Die meisten Minispiele sind sehr einfach, nur einige haben ein annehmbares Niveau. Die Mehrzahl der Rätsel öffnet Geheimfächer und Türen.

Wer die Sammleredition unnützerweise sein Eigen nennt, spielt anschließend noch eine Geschichte des wahren Paxton Creek Avenger. Gesammelt werden Fotoschnipsel von vier Bildern, die du dir hinterher ansehen kannst und Musiker, deren einziger Bezug zum Spiel die Anfangsszenen sind. Daneben gibt es Hintergründe, Konzeptkunst, Musik, Auszeichnungen.

FAZIT: Die Story zu diesem neuesten Mytery Trackers Abenteuer ist wirklich dünn, den roten Faden verlieren wird wohl keiner. Gespickt ist das Ganze mit einfachen Rätseln und abwechslungsreichen, aber trotzdem nicht bemerkenswerten Wimmelbildern, gewürzt mit Unlogik und garniert mit einem Schuss Auswechselbarkeit. Und um dem Ganzen dann noch den Extraschuss Gewöhnlichkeit zu verleihen, liegt die Länge auch noch unter dem Durchschnitt. Letzteres ja etwas, womit gerade die Top-Entwickler inzwischen gerne glänzen. Mit einem Wort: Wimmelbild-Fastfood! Und dafür gibt es 1,5 Tassen.