Mystery Trackers: Der Zug nach Hellswich


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Herausgeber: BigFish Games
Entwickler: Elephant Games

Download (Sammler): BigFish Games.de

Autor: Claudia K.
Datum: 10.10.2016


Kurz, unglaublich schlecht - nur einige Puzzles sind empfehlenswert
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Eigentlich auf dem Weg in den Urlaub, erhältst du von einem ebenfalls im Zug fahrenden Agenten die Nachricht, dass sich seltsame Gestalten im Zug rumtreiben. Was der Kollege im Zug macht und warum du ihm ein Paket überreichen sollst (dass er nie von dir erhält), wenn er im gleichen Zug sitzt (man das Ding hätte also auch gleich in das Abteil des Kollegen hätte stellen können), bleibt ungeklärt. 5 Sekunden später machst du die Bekannschaft besagter Gestalten und du verbringst gut die Hälfte der kurzen Spielzeit damit, dich im Zug nach vorn, Richtung "Bösewichte" und Kollegen zu arbeiten. Hast du dieses Ziel erreicht, erfolgt eine Teleportation und der Zug landet in Hellswich. Schnell erfährst du, worum es geht und musst dann die Welt retten.

Machen wir es ebenso kurz wie das Spiel ist. Es gibt die üblichen 4 Modi. Und wer gehofft hat, im Individualmodus die lästigen und unsinnigen "Aufgabe/Aufgabe gelöst"-Benachrichtigungen ausgestellt zu haben, sieht sich enttäuscht. Damit wird man weiterhin belästigt. Diese Option bezieht sich nur darauf, ob man aktuelle Aufgaben auf der Karte ebenso angezeigt bekommt wie die (nicht zu entfernenden) in der Zukunft liegenden Aufgaben. Die Karte verfügt ebenso wie der Tipp über eine Transportmöglichkeit. Als Helfer gibt es den Mystery Tracker Hund Elf, der allerdings nur selten zum Einsatz kommt und dazu dann teilweise noch an Stellen, die absolut unmöglich für einen Hund wären. Als zusätzlichen Helfer bekommst du ein Gerät zum knacken von elektronischen Schlössern - versehen mit einem extremst langweiligem 3-Gewinnt, dass du jedes Mal wieder zu spielen hast.

Die Grafiken sind gut, die Wimmelbilder sind sehr einfach gestrickt; einzig einige wenige Puzzles zeigen zumindest einen Hauch von Biss. Viele Aktionen sind sinnbefreit, die Spielzeit für die 5 Kapitel unverschämt kurz. Selbst zusammen mit dem (ebenfalls kurzem) Bonusspiel ergibt das Ganze keine akzeptabele Spielzeit. Sammlerobjekte können anschließend nicht gesucht werden, die weiteren Extras sind ebenfalls im Bereich des Üblichen.

Kaum sind 3 Minuten Spielzeit vergangen, gibt es die ersten Fehler (und Übersetzungsfehler). Der Käfighebel ist nicht in der Tasche, sondern im Koffer. Feuerzeugbenzin gibt es überhaupt nicht. Weitere 2 Minuten später war das Spiel für mich schon nicht mehr spielenswert: ein Reißverschlusspinüppel wird benötigt. 10 Minuten später fehlt ein weiterer. Nun käme ein intelligenter Mensch auf die Idee, wenn man so was schon benötigt, weil man zu blöde ist zwei Finger zu benutzen, dann könnte man den vorher Gefundenen nehmen. Nicht so unser offensichtlich grenzdebiler Detektiv. Der will seine Reißverschlusspinüppel wohl neu und unverbraucht. Dass du diesen Pinüppel für DEINE Tasche brauchst, diesen aber in einer fremden Kabine wiederfindest, ist dann nur das Tüpfelchen auf dem i.
Kurz danach: der Taschenschlüssel wird als Kofferschlüssel bezeichnet. Selbst versteckte Dinge sind kaputt/unvollständig. Eine Frau taucht unverhofft in deinem Abteil auf, aber mit ihr reden willst du nicht. Ein Mann wird durch ein geschlossenes Fenster aus dem Zug geworfen, aber auf Einzelschicksale kann dieser Detektiv keine Rücksicht nehmen; so etwas interessiert ihn nicht. Warum man einen Kühlschrank in seinem Zugabteil hat, bleibt ebenso ein Rätsel, wie die Frage, warum der Schaffner Essen stehlen sollte. Und auch, warum in einem normalen Zugabteil plötzlich eine Leiter gebraucht wird, die dann auch noch zu kurz ist.

Das gesamte Spiel hat also nach 5 Minuten Spielzeit schon mehr Fehler und Unzulänglichkeiten, als man einem kompletten Spiel zugestehen dürfte. Nach zeht Minuten hat man begriffen, dass Mystery Trackers: Der Zug nach Hellswich scheinbar ein Experiment ist. 5-8 Leute haben völlig ohne jede Kommunikation an dem Spiel herumgedoktert, ein weiterer hat es ohne Rücksicht auf Verluste zusammengeklöppelt. Fertig.

Und außer: "Dieses Spiel ist nicht einmal einen Freicode wert" gibt es nichts weiter zu sagen.