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Mystery Trackers: Das Geheimnis der Blackrows


tassen tassen
Herausgeber: BigFish Games
Entwickler: Elephant Games

Download (Normal): BigFish Games.com
Download (Sammler): BigFish Games.de

Autor: Claudia K.
Datum: 01.09.2014
Deutsch (Normal): 09.01.2015


Wirklich bemerkenswert - wie ein guter Entwickler zum unterdurchschnittlichen Fließbandarbeiter mutiert
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Eine Schauspielerin wird bedroht und flieht, du wirst gebeten, sie zu beschützen. Doch der Geist einer Frau verursacht einen Unfall (nein, wie innovativ) und dein Schützling ist in Gefahr. Du erfährst, dass der Ort, an den sie gebracht wird, eine verbotene Zone ist. Vor langer Zeit war dort die Pest ausgebrochen, der Ort unter Quarantäne gesetzt und niemals wieder geöffnet.

Du beginnst mit der Wahl eines Schwierigkeitsgrad-Modus und hast die Auswahl unter vieren, die sich ausschließlich darauf beziehen, ob und wie viel Hilfe du möchtest. Eine benutzerdefinierte Wahl ist nicht möglich.

Werbung verspricht immer viel, sollte aber doch ein Körnchen Wahrheit erhalten. In der Werbung für dieses Spiel lesen wir etwas von neuen, innovativen Minispielen und wunderschönen Wimmelbild-Puzzles. Um niemanden der Lüge zu bezichtigen, nehmen wir der Einfachheithalber an, dass man versehentlich den Text für ein anderes Spiel in diesen Werbetext gesetzt hat. Denn nichts könnte weiter entfernt sein von den altbekannten und mit bemerkenswert niedrigem Schwierigkeitsgrad versehenen Minispielen, die sich nur allzu häufig in das herausfinden oder Wiederholen von Sequenzen erschöpfen. Mit den dunkel gehaltenen, langweiligen Wimmelbildszenen, die sich meist mit einer kleinen Interaktion zufrieden geben und deren Wortlisten-Objekte förmlich ins Auge springen, wollen wir erst gar keinen Vergleich anstellen. Wer Geld für die Sammleredition ausgegeben hat, bekommt so allerdings die Auszeichnung für "Wimmelbild unter einer Minute" auf jeden Fall sehr zügig zugesprochen. Und bekäme sie für so ziemlich jede Szene.

Fans der Serie dürfen als eine der ersten Handlungen Elf, den ständigen Begleiter des Detectives, retten, der es vorgezogen hat, im Wagen zu bleiben. Warum der Hund allerdings nicht herauskommt, sondern höflich wartet, bis Benzin vergossen und der Wagen angezündet wird, bleibt wohl ein Geheimnis der Entwickler. Wie gewohnt wird er im weiteren Verlauf überall da hin kriechen, wo der Detective nicht hinkommt und auch andere, hundegeeignete Aufgaben erledigen. Als weiteres Spielelement gibt es das Pluszeichen bei manchen Inventargegenständen, die noch geöffnet oder durch andere Inventargegenstände ergänzt werden müssen. Außerdem steht dir ein Gerät zur Verfügung, welches, nachdem du eine Einsatzstelle gefunden hast, einen Teil der Geschichte erzählen wird.

Aber Elephant Games haben so manche Geheimnisse. Warum man zum Beispiel das benötigte Kleingeld nicht aus der ersten Wimmelbildszene nehmen darf, sondern erst später mühsam finden muss. Warum ein Detective schonmal grundsätzlich kein Messer hat und wenn er dann eines findet, selbiges anschließend wegwirft. Obwohl er in der gleichen Szene wieder eines benötigt. Das Scherchen, das man später findet, kann dann wundersamerweise starke Lederbänder durchschneiden, obwohl es aussieht, als wäre es selbst für einen Einsatz als Kinderschere zu schwächlich. Warum man die 3 Dinge aus dem Inventar, die sich hervoragend zum "Schlüssel aus dem Loch schubsen" geeignet wären, nicht benutzen kann, dafür dann aber eine Pistole auseinander nehmen und deren "Rammbock" benutzen muss. Oder warum es in einer Gegend, die seit langer Zeit abgeschlossen ist, Batterien gibt, die in ein Gerät passen, das gerade erst für dich entwickelt worden und noch in der Testphase ist. Fragen über Fragen, aber Geheimnisse wären ja keine Geheimnisse, wenn jeder die Antworten kennt....

Um noch einmal auf die Puzzles bzw. Minispiele zurück zu kommen: Zum einen ist es sicherlich nicht einfach, überhaupt etwas gänzlich Neues zu "erfinden". Und das ist nicht mal unbedingt nötig, viele Entwickler (einschließlich Elephant Games in anderen Spielen) haben gezeigt, dass kleine Erweiterungen oft schon reichen, zum Beispiel aus einem einfachen Memory ein interessantes Paare-Suchen zu schaffen. Zum anderen gehören in Mystery Trackers: Das Geheimnis der Blackrows die Puzzles zum besten Teil des Spieles. Und das schon deshalb, weil sie nicht so dunkel sind, wie der Rest der Spiele und auch ansonsten grafisch zumindest ansprechend sind. Nur neu sind sie nicht. Im Gegenteil.

Dies ist das siebte Spiel in der Reihe. Es ist mit Abstand das Kürzeste. Es ist mit Abstand das Dunkelste. Es ist mit Abstand auch das Langweiligste. Denn während uns in den anderen Teilen zumindest die Geschichte oder die Grafiken oder der Spielablauf unterhalten haben (und nicht selten mehrere oder gar alle Elemente gleichzeitig) fehlt hier einfach überall auch nur der Schritt zu echter Mittelmäßigkeit. Zwar bieten Karte und Tipp (soweit gewünscht) Springmöglichkeiten und sind korrekt, es ist aber auch nur schwer vorstellbar, dass man eines von Beiden oft brauchen sollte (außer vielleicht, weil die nicht vorhandene Logik bei vielen Dingen dazu verleiten, etwas erst gar nicht auszuprobieren). Es ist geradezu sicher, dass man etwas, was man braucht, in Kürze findet und nur eine Sache schleppt man länger mit sich rum, findet es also und kann sich lange nicht erklären warum.

Die Sammleredition bietet mit dem Bonusspiel eine Zusatzstory, die an das vorher Geschehene anknüpft, aber eine in sich abgeschlossene Geschichte ist. Mit deinem Gerät kannst du im Hauptspiel Vasen aufspüren und überall liegen Buntglasscheiben, die du sammeln und später als Puzzle zusammen setzen kannst. Ansonsten gibt es ausser den üblichen Verdächtigen wie Konzeptkunst, Musik etc. keine Extras. Wie so oft ist die Sammleredition rausgeschmissenes Geld. Die Qualität und der Zeitaufwand des Bonusspieles entsprechen dem Hauptspiel, sind also enttäuschend.

Mystery Trackers: Das Geheimnis der Blackrows dürfte nur die begeistern, die als Fans unverbrüchlich zu Elephant Games oder der Serie stehen. Für jemanden, der noch nicht viele der heutigen Standard-Wimmelbild-Puzzle-Abenteuer gespielt hat, ist es sicherlich eine Bereicherung. Ansonsten ist Elephant Games offensichtlich mit ihrem "Ruhm" und/oder den vielen Spielen aus ihrer Produktion überfordert. Vielleicht gibt es in dem großen Team auch Anfänger und man hat die ran gelassen (dann wäre das ein guter Start, der aber noch sehr viel Luft nach oben lässt), weil der Name des Teams Käufe garantiert. Der Autor dieser Zeilen weiß es nicht, hofft aber, niemals wieder einen Teil dieser ehemals guten Serie spielen zu müssen. Zumindest nicht, wenn sie nicht zur gewohnten Qualität zurück findet.


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