Mystery Tales: Durch ihre Augen


tassentassentassen
Herausgeber: BigFish Games
Entwickler: Domini Games

Download (Normal): BigFish Games.com
Download (Sammler): BigFish Games.de

Autor: Claudia K.
Datum: 29.04.2016


Schlecht erzählte Geschichte in mittelmäßigem Spiel ohne Herausforderung
~~~~~~~~~~~~~~~

Als du nach einer Augentransplantation endlich wieder sehen kannst, bist du unendlich glücklich. Doch dann scheint es, als sähest du Geister. Und dieser Geist sieht einem Mordopfer aus Österreich sehr ähnlich. Du beschließt, der Sache nachzugehen und buchst einen Flug nach Hallstatt in Österreich. Und schnell findest du heraus: viele Mädchen sind in Hallstatt verschwunden. Warum musste Freya sterben? Und wo sind die entführten Mädchen?

Dir stehen während des gesamten Spieles 4 Modi zur Verfügung, einer davon mit Wahlmöglichkeiten. Über die Optionen kann die gemachte Wahl jederzeit aufgehoben werden. Es gibt eine Karte - in der Sammleredition zeigt diese auf Wunsch auch Orte an, an denen noch Sammelobjekte zu finden sind. Der Tipp dient, wie auch die Karte, als Transportmittel. Als zusätzlicher Helfer dient die Brille der Verstorbenen. An bestimmten Stellen kann man damit die Vergangenheit sehen und Geisterobjekte nehmen, die dann ganz normal im Spiel eingesetzt werden. In einem Buch kannst du Aufgaben und Notizen nachlesen.

Rein geschichtlich gesehen übersteht man in Mystery Tales: Durch ihre Augen nicht mal die Demozeit (die wahrlich keine 90 Minuten dauert, sondern rund 30-40 Minuten), um den Täter zu kennen. Das nimmt natürlich viel Spannung aus dem Spiel. Kurze Zeit später bekommt man dann die Bestätigung und erfährt, dass sich alles um eine schon vielfach gespielte Geschichte handelt und der Täter einfach nur ein gnadenloser Egoist ist. Nach knapp einer Stunde kennt man die gesamte Geschichte, es geht nur noch darum, den Täter dingfest zu machen *gääääähn*. Domini Games hat wahrlich keinen gesegneten Geschichtenerzähler im Team; doch als Pluspunkt kann man ansehen, dass die Geschichte ein Ende hat.

Grafisch gesehen sind außer den gewollt verschwommenen Geisterstellen die Bilder sehr klar und deutlich, kräftig in den Farben, aber nicht kunterbunt, sondern den Situationen angemessen. Bei den Wimmelbildern ist dies nicht mehr ganz so sehr der Fall, aber nicht ist so schlecht, dass man etwas nicht erkennen könnte. Gleiches gilt für die Puzzles. Sie sind grafisch gut gemacht, das ein oder andere sogar aufwändig gestaltet.

Bei den Wimmelbildern gibt es Abwechslung ohne Herausforderung. In einigen Szenen hat es vielmehr den Anschein, als seien die gesuchten Gegenstände bewußt herausgestellt. Vielleicht damit die Auszeichnungsjäger ja die Auszeichnung "ohne Tipp" bekommen können? Wir finden viele Wortsuchlisten mit Klick-Interaktionen, ein Bilderrätsel, eine mit einer Wortsuchliste kombinierte Umriss-Suche, eine Puzzle-Suche, eine kombinierte "veränderliche Objekte/ Umriss"-Suche und drei Texträtsel. Alternativ kann jede Wimmelbildszene auch mit einem 3-Gewinnt-Spiel ausgetauscht werden.

Bei den Puzzles gibt es nur 2 Kategorien. Gelangweilt mit drei Klicks gelöst oder gelangweilt Geduld an den Tag gelegt. Nichts wurde wirklich aufgearbeitet, alles war schon viele Male da und alles davon besser gemacht.

Nicht nur, dass wir zu pingelig sind, einen Haufen Blätter mit der Hand beiseite zu schieben, nein, wir sind auch unfähig wegen dieses, ganz seitlich liegenen Blätterhaufens an einen einfach zu erreichenden Knopf zu kommen. Ein kleiner Handstaubsauger saugt die Glasscherben weg, deren Menge locker von zwei großen Fenstern stammen können. Was wo gefunden wird, macht, über die übliche Wimmelbildlogik hinweg, oftmals keinen Sinn. Ein oder zwei Objekte werden zweimal benutzt; warum man aber ein hilfreiches Schweizer Messer wegwirft, wird mir persönlich immer unbegreiflich sein. Und so sucht und findet man ständig etwas, was schneidet, um es sofort wieder wegzuwerfen - selbst wenn man es an gleicher Stelle nutzen kann. Einmal passiert dies gar innerhalb von 30 Sekunden. Und mit einer solchen Hauptfigur soll man sich identifizieren, sich ins Spiel mitnehmen lassen können? Wohl eher nicht.

In der Sammleredition sammelst du zusätzlich veränderliche Objekte, Akten mit verrückten Todesarten, Fotos und Notizen. Die Gegenstände kannst du in den Extras ansehen, die Akten lesen, aber wenn du etwas übersehen hast, wirst du erneut spielen müssen, um es zu finden. Das Bonuskapitel ist ein weitere Fall. Offensichtlich kannst du jetzt auch Dinge sehen, die nicht mit Freya und ihren Augen in Verbindung stehen. Dazu kommen Hintergründe, Konzeptkunst, Musik und Auszeichnungen

Mystery Tales: Durch ihre Augen hat, außer dem visuellen Aspekt, keinerlei Höhepunkte. Alles ist voraussehbar, die Puzzles witzlos, die Geschichte verhunzt, die Aktionen zum Teil schreiend dumm. Die Wimmelbilder sind aber abwechslungsreich und zumindest bietet das Spiel eine Spielzeit, die über 3 Stunden hinaus geht. Für Einsteiger sicherlich nicht ungeeignet, hat Domini Games mit Mystery Tales: Durch ihre Augen für Vielspieler nicht viel zu bieten. Die Sammleredition kann getrost vermieden werden und die Standardversion ist dann auch maximal den Freicode wert.