Mystery Tales: Wild in Alaska


tassentassen
Herausgeber: Bigfish Games
Entwickler: Domini Games

Download (Normal): BigFish Games.de
Download (Sammler): BigFish Games.de

Autor: Claudia K.
Datum: 28.07.2015
Deutsch (Normal): 01.12.2015

Wimmelbild-Puzzle-Abenteuer, kurz, hübsch, belanglos, fehlerhaft
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Als deine Schwester dich nach Alaska einlädt, damit du ihren Verlobten Daniel kennenlernst, siehst du als Fotografin natürlich gerade im Hinblick auf die Naturschönheiten dieses Landes sehr positiv. Doch als ihr kurz nach deiner Ankunft zum Hause von Daniels Mutter kommt, lässt sich zweifelsfrei behaupten, dass diese von der Verlobung nicht begeistert ist. Sie sperrt den Sohn ins Haus und vereist es, kreiiert eine Eiswand vor dir, scheint deine Schwester Elli zu hypnotisieren und verschwindet mit ihr. Natürlich machst du dich, zum Teil mit Daniels Unterstützung auf den Weg, um Ellie zu suchen. Dabei erfährst du rasch, dass Daniels Mutter ein großes Geheimnis mit sich rumträgt. Ob wohl der alte Fall vom verschwinden von Claire Laken ebenfalls mit Daniels Mutter zusammen hängt?

Als Helfer stehen dir nach der Moduswahl (inklusive persönlich wählbarer Einstellungen) der Tipp, eine Karte und ein Amulett zur Verfügung. Die Karte ist optisch sehr hübsch gemacht und verfügt (je nach Modus) über alle wünschenswerten Eigenschaften, der Tipp dient auch als Transportmittel. Doch sind beide nicht immer zuverlässig. Die Karte zeigt zu dem nur "Hauptorte" an, klickst du dann dort, geht ein neues Fenster auf und du kannst wählen, welche der möglichen Örtlichkeiten du aufsuchen möchtest. Auch musst du durchklicken, die Karte zeigt nur einen kleinen Ausschnitt, es ist aber nicht gesagt, dass nur dort dein Einsatz gefordert ist. Wie auch die Karte, zeigt der Tipp ebenfalls "technische Fallen" an (Szenen aus denen du ohne Karte nicht wieder herauskommst). Außerdem gibt der Tipp falsche, nicht durchführbare Aktionen an (dir fehlt das Objekt, um das zu tun, was der Tipp sagt, der aber zeigt konsequent auf eine leere Stelle im Inventar).

Das magische Amulett, dir von einem Innuit überreicht, weil du wohl die Auserwählte bist, verwandelt ein Totem in ein Tier (du bist dann das Tier) und endet anschließend in eine WB-Szene oder ein Puzzle. Viel Sinn macht das nicht und ist vor allem auch nicht gut ausgearbeitet.

Technisch ist das Spiel teilweise schwerfällig bis fehlerhaft - umso ärgerlicher als das schon in der Beta-Version ein Thema war. So ist ein Puzzle schrecklich ungenau, ein anderes schließt nicht richtig, gehst du versehentlich noch mal in die Szene, kannst du nur über die Karte entkommen, manche Übergänge erfolgen mit schwarzem Bildschirm, Dinge, die du bereits genommen hast, liegen wieder in der Nahansicht, wenn du noch mal zurück kommst und bei allem Händchen-halten schaffen sie es dann auch noch, falsche Hinweise zu geben ( zb.: Flagge fehlt - Holzschild ist es aber), die Geräusche stimmen öfter mal nicht mit der Aktion überein, bzw. sind verzögert. Ein Update wird offensichtlich nicht vorgenommen.

Geschichtlich gesehen wird es nicht spannender, aber da auch Mystery Tales: Wild in Alaska sich rühmen kann, eine potentiell gute Geschichte in eine vorhersehbare, eigentlich mit drei Sätzen zu erzählende Kurz-Story verwandeln zu können, macht das absolut nichts. Immerhin teilt Domini Games diese "Fähigkeit" mit einem Großteil der Entwickler.

Bei den 10 Wimmelbildern (+ 6 im Bonusspiel) gibt es Abwechslung: Umriss-Wort-Suchlisten-Mix, Wortsuchlisten mit drei Einklick-Aktionen, veränderliche Objekte-Umriss-Mix. Doch so bunt und bemüht sie auch aussehen; alles wurde ohne jeglichen Anspruch gemacht, zumindest eine SUCHE vorzutäuschen. Die Gegenstände nicht auf Anhieb zu finden, ist schlicht unmöglich. Viele werden 2x gespielt und nicht jedes Mal wird Variante oder Suchliste komplett geändert. Als Alternative gibt es ein 3 Gewinnt; ebenso einfach und anspruchslos, dafür aber bunt.

Die Puzzles sind zum Teil sinn- und völlig belanglos. z.B. Quallen, Fische und Kraken aus dem Wasser entfernen, damit das Schiff fahren kann und dann auch noch ihre Tentakel sortieren. Sie sind einfach lausig, oft hübsch gemacht, aber in der Ausführung, wenn überhaupt, dann auf Geduld ausgelegt. Viele Dinge werden mit "Umrissen" angezeigt - damit der "Ich gebe jedem Spiel die volle Sternzahl, egal welcher Mist produziert wird"-Spieler ja nicht auf die Idee kommt, die letzte verbliebene Gehirnzelle anstrengen zu müssen. Und auch einen Orden gibt es: Stellvertretend für alle anderen Entwickler erhält Domini Games den Druckknopf-Orden am Klettband für den 1000sten Reißverschluss, der nicht am Nupsi aufgezogen werden kann, sondern nur mit einem dazugehörigen Anhänger. Und auch sie lassen es sich nicht nehmen, dümmliche Bemerkungen zu machen - gerade hast du z.B. eine Türe aufgeschlossen, da sagt die Protagonistin freudig "Jetzt kann ich rein gehen!" Na, wer ahnt denn so was? Man schließt eine Türe auf, um reinzugehen? Wow.

Grafisch ist Mystery Tales: Wild in Alaska schön, hell, strahlend ohne dabei kitschig oder überzogen zu wirken. Das Alaska-Thema findet sich im Spiel mehr oder weniger wieder und ist zumindest im Ansatz neu. Doch auch hier versagt der Entwickler. Denn denkt man sich Eis und Schnee weg, sind Landschaft und Geschichte problemlos zu den Ureinwohnern Amerikas zu verlegen.

Die sich mitnichten lohnende Sammleredition lässt den Spieler zusätzlich 11 Tiere fotografieren und 11 Statuen sammeln. Die Statuen können nix, die Tierfotos schalten zusätzlich zum alternativen 3-Gewinnt einen Murmelshooter zum endlos spielen frei. Selbstverständlich nur, wenn du alle Tiere fotografiert hast. Es gibt Auszeichnungen, Konzeptkunst, Puzzles und Wimmelbilder zum nachspielen, dazu ein "persönliches Quiz" - beantworte Fragen und am Ende wirst du die "psychologische Analyse" erhalten, welcher der fünf Protagonisten du ähnlich bist. Das Bonusspiel ist eine Fortsetzung und wirkt zwar nicht wie abgeschnitten vom Hauptspiel, ist ihm aber noch nah genug, um anzunehmen, dass man mal wieder das eigentliche Ende zur Sammleredition gemacht hat.

Mystery Tales: Wild in Alaska punktet im Grunde nur mit den Grafiken. Belanglose Puzzles und Wimmelbilder, eine ungehörige Spielzeit, eine schlecht gemachte Geschichte, ein mehr oder weniger abgeschnittenes Ende, technische Mängel und viele unendlich sinnlose Aktionen lassen nur eine Empfehlung zu: Nicht kaufen. Wer es dennoch tut, der sollte die Normalversion mit einem Freicode nehmen - denn warum sollte man viel Geld für ein unausgereiftes Spiel bezahlen?