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Mystery Legends: The Phantom of the Opera


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Herausgeber: BigFish Games
Entwickler: Pixelstorm

Download: Zylom.de
Download bei BigFish Games.de

Wenn Du Mystery Legends: The Phantom of the Opera auch bewerten oder die Meinung anderer Spieler lesen möchtest, dann geht es hier lang

Autor: Claudia K
Datum: 29.10.2010


Liebe, wahnsinnige, tiefe, alles verzehrende Liebe - und dann stellt der Liebende fest: Diese Liebe wird nicht erwidert. Der Engel der Liebe. Das war Christine. Doch am Ende hat sie sich gegen ihn gewandt. So endet das weltberühmte Musical und das Spiel beginnt in etwa 20 Jahre später. Das Phantom hat den schmale Grat zwischen Liebe und Hass überschritten, entführt Evelina, die Tochter von Christine und Raouls Tochter in die Ruinen der ehemals wundervollen Pariser Oper. Aber Keine Angst, auch wenn du das Musical nicht kennst, kannst du dieses durchaus hochklassige, dunkle, Spiel spielen. Mit einem hohen Produktionsaufwand und dem Schwerpunkt auf die Geschichte ist es so, wie so manch andere Spiel aus diesem Genre sich zu sein wünscht.

Evelina findet sich in der alten, heruntergekommenen Oper wieder, in der ihre Mutter einst der Star war. Und steht immer wieder einem geheimnisvollen Phantom gegenüber. Doch er scheint sie für Christine zu halten und zu glauben, dass sie ihn betrogen hat. Du als Evelina, durchsuchst das Opernhaus, in der Hoffnung darauf, Hinweise zu finden, die dich wieder hinaus führen. Je nach Modus werden interessante Punkte glitzern, so dass du weißt, dass du dort klicken musst, spielst du im Expertenmodus wird sich nur der Mauszeiger ändern, wenn du mit einem Object interagieren oder es aufnehmen kannst. Wie in Wimmelbild-Abenteuern üblich suchst du in erster Linie nach Objekte, die du benötigst um Puzzle zu lösen. In den Wimmelbildszenen kannst du auf die Objekte in der Liste klicken um dir einen Umriss anzeigen zu lassen, hilft das nicht, zeigt ein sich wieder aufladender Spiegel das genau Objekt an. Der Spiegel wird dir auch ausserhalb der Wimmelbildszenen behilflich sein. Rätsel und Puzzle können übersprungen werden, aber auf deinem Weg gehen viele Informationen in dein Buch, die dir bei der Lösung helfen können.

Auf deinem Weg wird das Phantom dir die alte Geschichte in groben Abschnitten erzählen, während gleichzeitig klar wird, dass eine neue Geschichte beginnen soll. Mehr und mehr verliert Evelina ihr eigentliches Ziel, diesen unheimlichen Ort zu verlassen, aus den Augen und folgt dem Phantom in seine dunkle Welt. Im Gegensatz zu vielen anderen Spielen, die mit dem Mysterium, dem Geheimnis und dem Gruselaspekt kokettieren, macht Mystery Legends: Phantom of the Opera an diesem Punkt durchaus ernst. Auch hier haben wir, ähnlich wie in Twisted Lands: Schattenstadt einen eher subtilen Horror, der uns langsam in seinen Bann zieht.

Die gesamte Oper ist ausgezeichnet designed und die Grafiken wirklich hervorragend. Alles ist stimmungsvoll, die Farben hervorragend gewählt. Die Stimme des Phantoms, die dich begleitet und Evelina's Kommentare perfektionieren die Atmosphäre.

Es gibt nur wenig zu meckern. Zum einen findest du in Evelina's Buch eine Karte, die dir anzeigt, was du wo zu tun hast und wo du dich gerade befindest, aber vermutlich würdest du dich auch ohne diese zurechtfinden, trotz der Größe der Oper. Aber du wirst dir die Hacken abrennen in diesem Spiel. Zwar kannst du die meisten freiliegenden Objekte jeder Zeit nehmen, auch wenn du sie lange noch nicht brauchen wirst, viele Dinge werden aber erst durch Wimmelbildszenen freigeschaltet und die liegen meist am anderen Ende des Gebäudes, einem anderen Flügel oder einer anderen Etage. Und so tust du gut daran, wann immer du durch die Flure wanderst, in jeden einzelnen Raum hineinzuschauen, um sicher zu gehen, dass dort keine neue Suchszene aktiviert wurde.

Die Musik ist für Fans der Musicals eine herbe Enttäuschung. Es ist sicherlich verständlich, dass Entwickler nicht die Gema-Kosten für die Originalmusik bezahlen möchten, stattdessen aber eine flaue Orchestermusik zu wählen, die man in so ziemlich jedem der gängigen Spiele hört, ist dann bei einem eher hochrangingen Spiel ein Minus. Und so sollte man die Musik einfach ausmachen und sich während des Spieles das Original anhören - wer das tut, wird feststellen, dass passende Musik tatsächlich noch tiefer in ein Spiel ziehen kann.

Auch wirken hier die Wimmelbildszenen mit den willkürlich zu findenden Objekten besonders negativ. Während das Spiel es schafft, eine starke Atmosphäre zu schaffen, landest du dann in Suchszenen und denkst: "Wow, das Phantom ist hinter mir her und ich, ich suche hier nach einem Hamster, einer Wäscheklammer und einem Sonnenschirmchen!" Die Wimmelbilder ernüchtern und da es zum Ende hin immer mehr werden und die auch immer weiter auseinander liegen, ernüchtert es ausreichend um dann am Ende durchaus nicht unfroh zu sein.

Auf der anderen Seite sind die Puzzle durchaus anspruchsvoll, nicht nur weil der Hinweis/die Überspringfunktion einige Zeit zum aufladen braucht. Du kannst sie lösen, entweder weil sie altbekannt sind oder weil du aufmerksam die Hinweise in deinem Buch verfolgst. Ohne die allerdings sind manche Puzzle nicht zu lösen, weil zum Beispiel richtig positionierte Teile sich nicht festsetzen, was du aber nicht weißt, weil sie es in anderen Puzzle durchaus mal tun. Trotzdem: Mystery Legends: The Phantom of the Opera behandelt dich, vor allem was die Puzzle angeht, endlich mal nicht wie jemanden, der noch Mami braucht um ihm zu sagen, wie rum er seine Hose morgens anziehen muss. Dazu kommt eine durchaus ordentliche Spielzeit von vier bis fünf Stunden. Das Ende ist nicht sonderlich zufrieden stellend und zeigt deutlich, dass es einen zweiten Teil geben wird.

Nachdem nun die deutsche Version veröffentlicht wurde, ist der Enthusiasmus doch ein wenig gedämpft, weil die Übersetzung der Erzähltexte zwar weitesgehend ok ist, die der Objekte vor allem aber nicht nur in den Wimmelbildszene dagegen jegliche Sorgfalt fehlen lässt. Einige Begriffe ergeben keine oder nur bei zur Rateziehung eines Dudens einen Sinn, einige sind schlichtweg falsch. Nicht immer, aber oft genug, dass man glaubt, man müsse zum Hinweis greifen, weil man es nicht findet um dann festzustellen, dass es nicht daran liegt, sondern an der Bezeichnung. Gerade bei einem langsam aufladenden Hinweis ist dies unangenehm und, wie so oft, schlampig.

Visuell auf jeden Fall ein Erlebnis und in großen Teilen spannend und atmosphäerisch mitreissend gehört Mystery Legends: Phantom of the Opera auf jeden Fall zu den besten Spielen, die ich in der letzten Zeit gespielt habe. Die Collector-Edition ist nicht das Geld wert, weder von der zusätzlichen Spielzeit von etwa 15 Minuten noch von den sonstigen Beigaben. Das Normalspiel aber sollte ein Muß sein für alle, die sich an großartigen Bildern in Kombination mit anspruchsvollen und intelligenten Puzzle und einem spannenden Spiel erfreuen.


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