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Mystery Case Files: Fate's Carnival


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Herausgeber: BigFish Games
Entwickler: Elephant Games

Download (Sammler): BigFish Games.de
Download (Normal): BigFish Games.com

Wenn Du Mystery Case Files: Fate's Carnival auch bewerten oder die Meinung anderer Spieler lesen möchtest, dann geht es hier lang

Autor: Elke M.
Datum: 27.11.2013

Sensationelles Wimmelbildspiel mit hohem Schwierigkeitsgrad
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Zur Info: Dies ist eine Nachlese speziell für die Sammleredition. Entgegen unserer sonstigen Gepflogenheiten, reine Sammlerbestandteile nur zu erwähnen, aber nicht zu bewerten, war es uns dieses Mal unmöglich, herauszufiltern, welche Elemente letztendlich in der Normalversion verbleiben werden. Aus diesem Grund erfolgt nach dem Erscheinen der kürzeren Fassung eine gesonderte Nachlese dazu.

über unsere Zentrale erfahren wir, dass im ländlichen England Anomalien geortet wurden. Per Auto kehren wir an den Ort zurück, an dem wir bereits einen anderen Fall gelöst haben. Verwundert stellen wir fest, dass dort Madame Fates Jahrmarkt aufgebaut ist. Prompt erscheint sie uns, um uns mitzuteilen, dass ihr alter Fluch nun auf uns lastet. Freundlicherweise überlässt sie uns ihre Katze Isis, die ab jetzt zu unserem treuen Begleiter wird.

Die Grafik des Jahrmarkts ist fantastisch. Prächtige, detailgenaue Gebäude in kräftigen Farben lassen unser Spielerherz höher schlagen. Das Fähnchen auf dem Eingangstor bewegt sich lautlos im Wind, Vierbeiner Isis miaut nach Katzenmanier vor sich hin und die Textpassagen, die am oberen Rand eingeblendet werden, sind wirklich witzig. Dazu stellen wir im weiteren Spielverlauf fest, dass die Stimmen der Mitwirkenden toll ausgesucht wurden und auch auf die Geräuschkulisse viel Wert gelegt wurde.

Um es gleich vorweg zu nehmen. „Mystery Case Files: Fates Carnival“ ist ein außergewöhnlich komplexes Spiel. Wir haben eine Unmenge an Aufgaben zu erledigen, Dinge einzusammeln und Rätsel zu lösen. Allein deshalb ist es wichtig, dass wir uns Zeit nehmen und nicht im Sprint-Tempo durch das Geschehen eilen. Jeden Schritt müssen wir aufmerksam verfolgen, jede Notiz lesen und jede sich öffnende Szene studieren. Isis klettert für uns auf Bäume oder in dunkle Löcher, um von dort Gegenstände herbei  zu holen, an die wir selbst nicht herankommen können. Außerdem verjagt sie gelegentlich lästiges Getier. Zudem erhalten wir ziemlich am Anfang, ein schwarzes Notizbuch, das sein eigenes Innenleben besitzt. Nicht nur, dass darin wichtige Codes oder Informationen mitgeschrieben werden, nein, es verbirgt auch Rätsel, die wir zu lösen haben und dafür mit Geld und Figuren belohnt werden.

Bei den 12 Figürchen handelt es sich um Wackelkopf-Gestalten, die in einen Ausstellungsraum wandern. Sie befinden sich, wie bereits erwähnt, im schwarzen Notizbuch oder in den Szenen selbst, dort als Chamäleonobjekte. Das Geld, insgesamt 320 Pfund, kann sich dagegen überall befinden, außer in den Wimmelbildszenen. Manchmal ist es notwendig einen Ort ein zweites Mal aufzusuchen, weil wir erst dann auf die Währung stoßen. In gezoomten Bereichen macht es durchaus Sinn, erst auf das Geld und dann auf die Gegenstände zu klicken, weil sie sich oft schneller wieder schließen als wir reagieren können. Mit dem Geld können wir Isis im Shop eine luxuriöse Ausstattung ihres Eigenheimes kaufen. Dann gibt es noch 20 Geheimkarten, die dagegen fast nur in den Wimmelbildern auftreten, und sich erst bei genauerem Hinsehen in die gesuchte Karte verwandeln. Mit ihnen können wir in den Extras um weiteres Geld Solitär spielen. Zu guter Letzt befindet sich im Bonusinhalt noch eine Posterwand mit Alister Dalimar’s Jahrmarkt-Gefangenen. Daran können wir ersehen, wen wir bereits befreit haben und wie viele arme Seelen noch von uns gerettet werden wollen. Natürlich haben die meisten dieser Besonderheiten nichts mit dem eigentlichen Spiel zu tun, aber sie sind in diesem Fall so wunderbar mit eingebaut worden, dass sie eine extra Erwähnung verdient haben.

Elephant Games hat gut daran getan, uns eine Karte zur Verfügung zu stellen, welche sich in unserer Tasche mit den Fallakten befindet. Denn spätestens nach einer halsbrecherischen Achterbahnfahrt, diversen Rolltreppen und dem Besuch des Riesenrads haben wir endgültig die Orientierung verloren.  Leider zeigt sie (in den ersten beiden Modi) nur anfänglich an, wo wir aktuell etwas erledigen können. Später dann sind diese Anzeigen eher auf „irgendwann mal erledigen“ ausgelegt.

In unserer Tasche können wir zudem direkt auf die Wand der Geretteten, den Shop, die Wackelkopfsammlung und die Mutoskop-Filme zugreifen, welche in einem speziellen Projektor angesehen werden müssen. Diese Filme sollten wir während des Spiels nicht verpassen, denn jeder wird uns eine Belohnung einbringen. Der Tipp ist uns ebenfalls eine große Hilfe, weil er als Bild direkt den Ort anzeigt, den wir aufsuchen sollen und uns auf Wunsch auch geradewegs dorthin transportiert.

Bevor wir aber unserem Spieltrieb freien Lauf lassen, müssen wir einen Schwierigkeitsgrad auswählen. Beim ersten Modus „Kinderleicht“ ist der Name nicht Programm. Zwar funkeln hier alle wichtigen Bereiche und der Tipp lädt schnell, trotzdem ist er immer noch tückisch genug, um selbst erfahrene Spieler in den Wahnsinn zu treiben. „Stahlhart“ verzichtet aufs Funkeln und der Hinweisgeber braucht länger, bis er sich wieder aktiviert. Eine Steigerung davon ist „Schwere Weisung“. Dort haben wir gar keine Hilfsmittel zur Verfügung, außer der Karte, die aber nur noch transportiert und den aktuellen Standort anzeigt. Wem das immer noch zu viel Hilfestellung ist, hat die Möglichkeit „Ungeheuer Schwierig“ anzuwählen. In diesem Modus verwandelt sich der Mauszeiger nicht über wichtigen Objekten oder Szenen in z. B. eine Lupe oder Hand, ansonsten gilt das gleiche wie für den Schwierigkeitsgrad „Schwere Weisung“. Nach Beendigung des Spiels wird ein fünfter Modus frei geschaltet, der sich „Alisters Zeitmodus“ nennt. Dort läuft von Beginn an ein sehr knapp bemessener Timer mit, Tipp und überspringen sind nicht verfügbar.

In das Hauptspiel sind 15 Wimmelbilder eingebaut worden. Alle spielen wir nur einmal. Viele große und kleine Interaktionen darin machen die sonst weniger attraktiven Wortsuchlisten zu einem großen Vergnügen. Gelegentlich haben sich kleine Spiele eingeschlichen, deren Lösung irgendwo in der Szene verborgen ist. Die Gegenstände sind klar und deutlich gezeichnet, trotzdem nicht immer auf den ersten Blick zu finden und optisch mehr als passend zum Thema Jahrmarkt gestaltet.

Das Non plus Ultra von „Mystery Case Files: Fates Carnival“ sind allerdings die Rätsel. Und hiermit sind nicht die 16 Minispiele gemeint, die überall verteilt sind, sondern 10 großen Superrätsel. Wer „Mystery Case Files: Madame Fate“ kennt, wird jetzt schon eine gewisse Ahnung haben, was ihn da erwarten könnte, aber in dieser Version werden unsere kühnsten Träume noch übertroffen. Bei diesen Mega-Rätseln sehen wir zuallererst ein Bild, das aus vielen kleinen Rätseln besteht. Mit Hilfe des Cursors können wir feststellen, welche Teile sich bereits bewegen lassen und welche wir noch freispielen müssen. Natürlich liegt es an uns herauszufinden, wo der Anfang dieses ganzen Spektakels ist. Und so arbeiten wir uns Punkt für Punkt durch das Rätsel, um schlussendlich ein Utensil für unser Inventar zu erhalten. In den einfacheren Schwierigkeitsgraden besteht die Möglichkeit, die Super-Rätsel zu überspringen, außerdem gibt es einen Knopf namens „Rätselhilfe“, der uns etwas auf die Sprünge hilft, damit wir nicht ganz so alleine im Regen stehen. Die kleineren Minispiele sind optisch toll aufgemotzt, aber im Gegensatz zu den Mega-Rätseln relativ leicht zu lösen, was in diesem Fall tatsächlich für einen willkommene Abwechslung sorgt, damit sich die vorher überstrapazierten Gehirnzellen wieder erholen können.

Die Handlung ist grundsätzlich spannend, allerdings wird so viel Vorwissen aus den anderen Mystery Case Files -Spielen vorausgesetzt, dass sie in vielen Etappen mehr als verwirrend ist. Vor allen Dingen für die Spieler, die keinen Teil dieser Reihe kennen oder die anderen Stücke vor sehr langer Zeit gespielt haben und sich nicht mehr vollständig oder genau an die Geschichte erinnern können.  Der Spaßfaktor bleibt zwar erhalten, aber eine kurze Zusammenfassung der Ereignisse am Anfang z. B. als Prolog wäre schön gewesen. So beenden wir nach ca. 9 Stunden „Mystery Case Files: Fates Carnival“ erschöpft und glücklich, aber an der ein oder anderen Stelle doch mit einem Fragezeichen im Gesicht.

Der Bonuslevel knüpft nahtlos an den Hauptteil an, spielt teilweise an denselben Orten und dauert nochmal ca. 2,5 Stunden. Dort stehen uns zudem 3 Wimmelbilder und 14 Minispiele zur Verfügung, dazu ein Superrätsel, das wir allerdings dreimal aufsuchen müssen. Auch bei den kleineren Rätseln fällt uns auf, dass sich etliche öfters wiederholen und so vermutlich etwas an der Länge des Bonuskapitels getrickst wurde. Nach Beendigung des kompletten Spiels entriegelt sich für uns ein Geheimraum, in dem wir viele der Puzzle und Wimmelbilder noch einmal spielen können. Zu erlangen gibt’s insgesamt 17 Auszeichnungen, die gut gewählt wurden. Dazu Hintergrundbilder, Musik, Videoszenen und ein paar Entwürfe. 

Mit „Mystery Case Files: Fates Carnival“ ist Elephant Games der ganz große Coup gelungen. Es beinhaltet alles, was ein Wimmelbildabenteuer zu einem solchen macht. Es ist das Goldnugget unter  dem Kies und der Diamant zwischen Glassteinen. Es richtet sich in erster Linie an geübte Spieler, an geduldige Puzzler und Querdenker. Hier wird nicht gekleckert, hier wird rangeklotzt, was das Zeug hält. Weihnachtsmuffel können im schwierigen Modus locker die Feiertage überbrücken, ohne einmal um den Baum tanzen zu müssen. Allen anderen sei geraten, sich die notwendige Zeit zu nehmen, die dieses Spiel unbedingt braucht. Ich empfehle hier dringend den Griff zur Sammleredition, da der Wiederspielwert enorm hoch ist und das Preis-Leistungs-Verhältnis endlich mal stimmt. Beide Daumen hoch, für den nächsten Anwärter zum Spiel des Jahres 2013.


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