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Mystery Case Files: Flucht aus Ravenhearst


tassentassen ( Für die Sammleredition allerdings gibt es nur: tassentassen )
Herausgeber: BigFish Games
Entwickler: BigFish Games Studio

Download (Sammler): BigFish Games.de
Download (Normal): BigFish Games.de

Wenn Du Mystery Case Files: Flucht aus Ravenhearst auch bewerten oder die Meinung anderer Spieler lesen möchtest, dann geht es hier lang

Autor: Claudia K.
Datum: 24.11.2011


Mystery Case Files und Ravenhearst, die offensichtlich unendliche Geschichte. Der unbekannte Detektiv erfährt, dass in der Nähe von Ravenhearst plötzlich Menschen verschwinden, und kehrt an den Ort zurück, den zu vergessen er bereits zweimal geschworen hat. Schnell trifft er auf Emma, die ihn beschwört, Ravenhearst zu verlassen. Da der Detektiv offenbar nicht will, bietet sie ihm Hilfe an. Veränderliche Objekte, die er finden muss, werden dafür sorgen, dass die befreiten Seelen von Ravenhearst ihm wichtige Hinweise und Gegenstände geben können.

Ganz bescheiden fragt BigFish Games auf seiner Startseite: Unser bestes Spiel? Ich nehme die Antwort mal vorweg: nein.

Die Geschichte entwickelt sich, hat durchaus Spannung und gehört, vom "literarischen Anspruch her" definitiv zu den besseren Spielen in diesem Jahr. Man darf nur nicht vergessen, dass gut geschriebene Geschichten nicht unbedingt ästhetisch oder geschmackvoll sind. Die Grafiken sind gut, wir haben schon erheblich bessere gesehen und das ganze Spiel ist dunkel gehalten, aber trotzdem, sie sind gut und oft auch atmosphärisch. Ob man von einem psychologischen Thriller sprechen kann; ich halte das für überzogen, aber die Warnung für Kinder und sensible Erwachsene ist ganz sicher angebracht. Nicht jeder kann gut damit umgehen, wenn er eine Kinderpuppe schlagen oder anderen Puppen Schmerzen zufügen muss, zumal die Geräuschkulisse im gesamten Spiel sehr eindringlich ist. Musik, Nebengeräusche, alles passt und auch die Stimmen der Akteure passen zur repräsentierten Figur.

Veränderliche Objekte, das ist das ganz Besondere in diesem Spiel. Es gibt nur eine Wimmelbildszene, in der du nach einer Wortliste suchst, ansonsten bestehen deine Suchszenen aus veränderlichen Objekten. Du sitzt also da und wartest, dass dein Auge einen Gegenstand erspäht, der sich kurz verändert oder verschwindet. Oftmals sehr kleine Gegenstände. Manchmal wechselt nur die Farbe. Animationen in den Szenen machen es zusätzlich schwierig. Du starrst auf den Bildschirm, bis dir die Augen tränen. Und benutzt den Tipp (der sich extrem schnell wieder auflädt; man begreift sehr schnell, warum diese Geschwindigkeit).

Puzzle sind vielfältig, einiges sogar neu. Es wäre nur extrem hilfreich, wenn zumindest mit einem halben Satz gesagt wird, was überhaupt zu tun ist. Aber es gibt keinerlei Erklärung. Nichts. Dazu kommt: Codes oder die Reihenfolge bestimmter Gegenstände findest du im Laufe des Spieles. Und durchaus reichlich davon. Nur, in dein Buch werden sie nicht kopiert. Entweder notierst du alles, was wichtig sein könnte (und vieles wirst du dann notieren, was nicht gebraucht wird) oder du erinnerst dich (hoffentlich) daran, wo du das gesehen haben könntest, was du brauchst, rennst zurück (und ja, es sind oftmals lange Wege), notierst und wieder zurück zum Puzzle - und schwupp wieder fünf Minuten Spielzeit weg. Nicht alle Puzzles und Rätsel lassen sich überspringen, aber wenn die Möglichkeit da ist, wird diese ebenfalls innerhalb weniger Sekunden aktiv. Ach...

Nun ist gerade die Collector-Edition erschienen. Diese hat eine Lösungshilfe. Die in den meisten Fällen so hilfreich ist wie ein Kühlschrank am Nordpol. Es sind ausschließlich Bilder, oft nicht wirklich nachvollziehbar, Puzzle werden dort ebenso wenig erklärt und das, was man sieht, ist eben nur bedingt hilfreich, weil einige der Puzzles willkürlich sind. Der einzige Vorteil: Du kannst sehen, wo du als Nächstes hin musst.

Und das möchtest du sehen. Da nämlich kaum Logik im Spielverlauf steckt, rennst du dir ansonsten die Füße ab. Es gibt nur einen Spielmodus und kein Glitzern, was erst mal schön ist. Aber wie soll ein Mensch darauf kommen, dass er einen Stein zwar nicht selbst beiseiteschieben kann, der Dosenöffner im Inventar es aber mühelos schafft? Wenn man endlich herausbekommen hat, wo man als Nächstes etwas tun kann, dann schüttelt sich der Kopf ganz von selbst verständnislos. Der Tipp übrigens ist nur für Suchszenen. Außerhalb oder in den Puzzlen gibt es keinen.

Eine Collector Edition beinhaltet Extra-Spielzeit - deshalb bezahlt man sehr viel Geld dafür. Ich weiß nicht genau, wie viel Extraspielzeit es gibt. Aber ich habe durch Zufall herausgefunden, wie ich zwei zusätzliche Wimmelbildszenen (die mit dem Spiel nicht viel zu tun haben) freischalten kann (wer wissen möchte wie, bitte per Email melden (claudia@gamesetter.com); ich möchte das hier natürlich nicht verraten. Außerdem werden innerhalb des Spieles 3 Türen nicht nur mit Schlüssel, sondern auch kleinen Bildausschnitten, die zunächst gefunden werden müssen, geöffnet. Wahrlich ein "Vergnügen“, auf das man gern verzichtet. Denn diese Ausschnitte suchst du grundsätzlich in weit abgelegenen Szenen (der Schuster lässt grüßen). Falls du überhaupt erkennst, wo das entsprechende Stück auftauchen könnte. Es sei angeraten: Wenn es die Sammler sein muss, dann warte, bis auf der Seite deines Vertrauens eine Lösungshilfe erscheint! Allerdings gilt der Rat ebenfalls für die Normalversion.

Kann man die Collector ohne den Strategy Guide spielen? Ich bezweifle das für die meisten Spieler. Und wenn es einer tut, dann wird das Spiel vermutlich Tage dauern, weil du auf Grund fehlender Logik nicht wissen kannst, was wo zu finden ist. Ich bin auch fest davon überzeugt, dass mindestens 90% der Spieler für die Normalversion eine komplette Lösungshilfe brauchen (mit Worten, die all das erklären, was Spiel und Strategy Guide nicht sagen), wenn sie das Spiel ohne viel "überspringen" und ohne Frustration spielen wollen. In einem Forum sagte gestern ein Spieler: "Ich arbeite genau nach Strategy Guide.“ Andere Spieler haben bestätigt, dass sie das ebenfalls tun. Das kann nicht der Sinn eines Spieles sein.

"Vielleicht unser bestes Spiel?" Nein. Ganz sicher nicht. Ein "bestes Spiel" sollte eine faire Herausforderung für den Spieler sein. Er sollte für die Masse der Spieler ohne Strategy Guide, bzw. Lösungshilfe spielbar sein. MCF: Escape von Ravenhearst ist das nicht. 1501 MB - für was? Für schaurige, qualitativ gut gemachte, aber menschlich abstoßende Bilder und eine recht spannende, ebenfalls abstoßende Geschichte? Für ein Spiel, das nur bedingt wirklich befriedigend spielbar ist? Das ist einfach nicht genug.

Extra Info: Drei der Gamesetter-Autoren haben Mystery Case Files: Rückkehr nach Ravenhearst in die Liste der Flop-Spiele 2011 gewählt. Auch andere Spieler haben im Forum ihre Meinung gesagt.


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