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Ritter Arthur IV


tassentassen
Herausgeber: Nevosoft
Entwickler: Nevosoft

Download: Deutschland-Spielt
Download: BigFish Games.com

Autor: Claudia K.
Datum: 10.02.2014


Die Zeitmanagement-Enttäuschung des Jahres
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Bitte beachten: Den voreingestellten Wackeleffekt bei Mausbewegungen kannst du in den Spieloptionen deaktivieren!

Auch Prinzen brauchen einen Job und so beschließt König Roland, seinen Sohn Arthur zum Chef des königlichen Suchservice für die Rettuing verschwundener und entführter Prinzessinnen zu machen. Arthur liebt Abenteuer und nach einiger Zeit wird sein Einsatz tatsächlich nötig - Prinzessin Fiona wurde von einem Drachen entführt. Deine Aufgabe ist es, Arthur dabei zu unterstützen, die Hindernisse auf seiner Reise aus dem Weg zu räumen.

Das erste, was wohl ein Großteil der Spieler tun werden, ist die Optionen aufsuchen. Denn dort lässt sich das gräßliche Geschwanke des Bildschirmes bei jeder Bewegung der Maus abstellen. Dann erst kann man spielen, ohne sofort seekrank zu werden. Dann beginnt der Punkt, an dem Kenner der Serie glauben, sich einfach nur durch das obligatorische und nicht zu vermeidende Tutorial spielen zu müssen. Und stellen zunächst fest: Es gibt eine änderung. Denn zu sammelnde Rohstoffe, die in Form von Hindernissen den Weg versperren, müssen nicht nur einmal, sondern zwei- bis dreimal eingesammelt werden. Erst dann ist ein Hindernis beseitigt.

Gesammelt werden wie üblich drei unterschiedliche Rohstoffe: Holz, Nahrung und Gold. Beseitigt werden Hindernisse in Form von Dornenbüschen, Felsen oder Schneeverwehungen, außerdem kaputte Brücken und übergänge, sowie sumpfige bzw. anderweitig unpassierbare Wege, je nachdem in welchem der fünf Gebiete (Kapitel) du dich befindest. Die Beseitigung von Hindernissen kostet Gold und Nahrung. Erschwerend kommen in manchen Leveln Drachen hinzu, die deine Arbeiter fürchten. So lange sie zu sehen sind, wird ein Arbeiter nicht zum angeklickten Rohstoff oder Hindernis laufen.

Neben dem Hauptquartier gibt es Farmen für Nahrung, Goldminen für Gold und Sägemühlen für Holz zu bauen oder zu reparieren. Und im Laufe des Spieles merkt man, welchen Stellenwert Gebäude und die Möglichkeit der Aufwertung in Zeitmanagement-Spielen hat. Hier sind sie eher spärlich und in sehr vielen Leveln ist man auf herumliegende und ganz besonders auf wiederkehrende Rohstoffe angewiesen. Wiederkehrende Rohstoffe sind ein Bonus, bei dem an einer bestimmten Stelle Gold, Holz oder Nahrung in regelmäßigen Abständen immer wieder auftauchen. Als zusätzliche Gebäude findest du einige Kasernen etc., aber nur in wenigen Leveln. Einzig der Markt, der zusätzlich Gold bringt, kommt im fünften Kapitel noch in ab und an dazu. Und wirkt zu dem Zeitpunkt wie: "Oh, könnte vielleicht doch ein bisschen wenig sein, was wir angeboten haben, schmeißen wir noch den Markt hinterher".

Konzipiert war Ritter Arthur IV für den Mobil-Sektor. Und wer es am PC spielt stellt fest: Man hat sich (bis auf drei bis vier Level) nicht die Mühe gemacht, die Zeitlimits auf PC-Spieler einzustellen. Und so wird der normale bis erfahrene Spieler sehr häufig kaum ein Drittel bis die Hälfte der vorgesehenen Zeit für den Gold-Abschluss benötigen, während Anfänger im Zeit-/Rohstoffmanagement die angenehme Erfahrung machen, wie es ist, ohne Probleme gleich Bestergebnisse zu erzielen. Kennern der Serie sei gesagt: Das beliebte Feature "Entwickler-Rekord brechen" gibt es nicht mehr.

Grafisch gesehen kommt es sehr auf den Blickwinkel an. Wer die reichen, humorvollen Grafiken aus den ersten drei Teilen erwartet, der wird die eher minimalistischen Bilder in Teil 4 wohl eher nicht mögen. Vieles wirkt flach, lieblos und oberflächlich. Auch hier ist zu vermuten: Auf einem Smartphone sieht alles warscheinlich besser aus, weil gedrängter und damit komplexer.

Ritter Arthur IV zeichnet sich vor allem durch eines aus: Durch Minuspunkte. Ob das nun Brücken sind, die man 2x bauen muss ohne dass ein wirklicher Unterschied zu erkennen ist oder auch ein Turm, der bei der Bekämpfung von Drachen helfen soll, es aber nur halbherzig tut. Oder die nicht eingepflegte Levelbalance, die für Langeweile sorgt oder die fehlenden Gebäude, die darauf hinauslaufen, dass man oft nur mit wiederkehrenden Boni arbeiten kann. Das aufzubauende Schloss entsteht durch Auszeichnungen, von denen du dir nicht alle verdienen musst, sondern viele automatisch bekommst, ein "Sprecher", der dich über erreichte Ziele und anderes aufklärt, verdeckt einen Teil des Spielfeldes und lässt sich nicht wegklicken. Um deine Ziele zu sehen, musst du mit der Maus ohne zu klicken auf die Levelzahl gehen. Und das sind nur die offensichtlichen Mängel. Es gibt dann auch noch die eher subjektiven, wie das Aussehen der Level, die sich oft nur durch ein Gebäude mehr oder weniger unterscheiden oder das Einsammeln völlig blödsinniger Dinge, wie Obst. Das mehrmalige einsammeln eines Rohstoffes, das hier nicht strategisch, sondern nur zur künstlichen Verlängerung eines Levels eingesetzt wurde... und...und...und...und. Das ganze Spiel ist 1. ein reines Mobil-Spiel und zweitens unter der Prämisse gemacht, dass es sich wegen des Namens verkaufen wird, ganz gleich wie der Inhalt auch aussehen wird.

Dies ist kein Spiel. Es is eine Dokumentation dessen, was man nicht tun sollte, wenn man ein gutes ZM-Spiel herausbringen möchte. Es ist ein Making-Off der ersten Schritte, die jeder einigermaßen begabte Entwickler als gutes Beispiel dafür, wie man es nicht machen sollte, verworfen hätte. Und es ist ein Klaglied. Auf eine Serie, die uns viel Freude bereitet hat, Spielspaß, Spannung, Herausforderung. Ritter Arthur IV hat nichts davon, ist nur ein trauriger Abgesang.


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