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Midnight Mysteries: Ghostwriter

Nach technischem Update: tassentassentassen
Herausgeber: BigFish Games
Entwickler: Game Forest

Download (Normal): BigFish Games.de
Download (Sammler): BigFish Games.de

Autor: Claudia K.
Datum: 15.01.2015
Deutsch (Normal): 07.04.2015

Teil 6 - für Literaturfreunde vielleicht tolerierbar, für den Durchschnittsspieler langatmig
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Als du nach Hause kommst, findest du erst ein seltsames Päckchen mit Drohung im Briefkasten, dann einen fremden Mann mit Maske im Haus und anschließend erscheint der Geist eines kleinen Mädchens. Letzteres stellt sich als Mary, Tochter des großen Schriftsteller Charles Dickens, heraus. Sie bittet dich, nach ihrem Vater zu suchen, der zu einem Besuch bei Schriftsteller-Freund Washington Irving aufbrach und seither verschwunden ist. Ebenso wie Irving. Mit Hilfe eines magischen Buches kannst du Dickens und Irving aufspüren.

Es stellt sich heraus, dass Figuren aus den Büchern von Dickens und Irving lebendig geworden sind und ihre "Väter" bedrohen. Während Irving nur aus einem Moor gerettet werden muss, ist die Sache bei Charles Dickens komplizierter. Du wirst ihm durch vier seiner Geschichten folgen müssen, deren Hauptprotagonisten alle unfreiwillig hineingezogen wurden, in den wahnsinnigen Wunsch der letzten, unvollendeten Romanfigur. Denn Dickens starb, bevor der dieser Gestalt Gesicht oder Namen geben konnte.

Dein Abenteuer beginnt, nachdem du dich für einen der vier Modi entschieden hast. Neben den üblichen Abweichungen bei Glitzer, Tipp und überspringfunktion der ersten Drei, kann der vierte Modus durch personalisierte Einstellungsmöglichkeiten einzelne Aspekte individuell gestaltet werden. Diese Einstellungen beziehen sich auch auf die Karte.. Der Tipp, soweit gewählt, zeigt bei Bedarf die Richtung an, die der Spieler ansteuern sollte oder aber, was am momentanen Standort noch zu tun ist.

Die Wimmelbilder sind recht abwechslungsreich - neben Wortsuchlisten mit Interaktionen, gibt es Selbige auch mit Puzzle-Elementen. Dazu kommen Umriss-Suchen, die ebenfalls auf Puzzlebasis (Objekt suchen-finden-einsetzen, um den nächsten Gegenstand) funktionieren. In Büchern müssen Gegenstände gesucht werden, die die Seiten vervollständigen, so dass die Geschichte weiter gehen kann.

Die Puzzles sind eine Mischung aus Geduld und Langeweile. Zum Teil sehr einfach, gibt es auch einige, die mehr Köpfcheneinsatz verlangen. Allerdings gibt es dann auch Einge, die einfach viel zu lang sind und ein Schattentheater, das ansich schon nicht besonders gut gemacht ist, aber dann auch immer häufiger kommt. Wer die Sammleredition hat, darf sich dann auf weitere fünf Schattentheater-Puzzles freuen.

Während das Spiel anfänglich noch durchaus interessant ist, werden sich die meisten Spieler im Verlauf der Geschichte verirren. Das Labyrinth von Geschichtsfetzen aus den Büchern Charles Dickens' sind selbst für Liebhaber des Schriftstellers oft nur schwer nachzuvollziehen und gerade das Schattentheater trägt dazu viel bei. Wer die eine Rolle spielenden Bücher nicht gelesen (und verinnerlicht) hat, wird irgendwann nur noch hin- und herlaufen, ohne noch eine Ahnung zu haben, was er überhaupt wo und wieso tun soll. Dass viele Aktionen dann grundsätzlich schon die Logik vermissen lassen, ist dann nur noch das geringste übel. Bei den Auszeichnungen der Sammleredition zeigt sich, wie wenig den Entwicklern offensichtlich am Thema ihres Spieles interessiert waren. Bereits nach etwa einem Drittel des Spieles erhält man eine Auszeichnung für die Erledigung aller Puzzles, die mit Büchern zu tun haben. Und das in einem Spiel, in dem Bücher das Hauptthema sind.

Grafisch ist das Spiel zwar oft dunkel gehalten, doch damit gehen keine tränenden Augen oder "Blindheit" einher. Alles ist gut zu erkennen und man hat darauf verzichtet, Ton-in-Ton zu arbeiten. Zudem gibt es nicht nur Dunkelheit, dort wo angebracht, sind die Szenen hell und freundlich. Als obligatorisches Helferchen gibt es einen Raben, der einige wenige Aufgaben in luftiger Höhe für dich erledigt. Die Spielzeit ist scheinbar gut, lebt aber zum einen durch einen hohen Anteil an Geschichte verbunden mit langatmigen Puzzles oder Wimmelbildszenen und durch viel Lauferei (noch mehr, wenn die Karte ausfällt).

In der Sammleredition gibt es die üblichen Extras (das von einer realen Sängerin gesungene Lied ist allerdings auch dort nicht zu finden), dazu gibt es ein Tic-Tac-Toe, das aber nur dann gespielt werden kann, wenn alle Kleeblätter gefunden werden. Eine Frechheit, da nicht nur die einzelnen Kapitel abgeschlossene Orte sind, in die man nicht zurück kann, sondern Kleeblätter auch in den Wimmelbildszenen vorkommen, die ebenfalls nicht mehr aufgesucht werden können. Eine Möglichkeit, später die Szenen noch mal zu spielen, wo man Kleeblätter übersehen hat, gibt es nicht. Außerdem gibt es Münzen zu finden, mit denen ein Rabenzimmer eingerichtet wird. Ein völlig sinnbefreites Feature.

Midnight Mysteries: Ghostwriter hat inzwischen den dritten Entwickler, der offensichtlich technisch völlig überfordert war. Sie haben kein Erzähltalent, gut sind ausschließlich die Zitate von Dickens und Irving. Wer mit den Werken der beiden Schriftsteller nicht vertraut ist, verirrt sich im Meer der Geschichtsfetzen. Technische Unzulänglichkeiten und unnötig lange und/oder mehrfach wiederholte Puzzles lassen das Spiel zu einem unschönen Erlebnis werden. Die Sammleredition ist absolut nicht empfehlenswert, die Normalversion ist ok, aber auch nicht mehr. Alles in allem kann man nur hoffen, dass dies der letzte Teil der Midnight Mysteries Serie ist und nicht ein weiterer Entwickler seine ersten Schritte damit testen darf.


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